Anfang 2023 stellten im Kanton Uri 9 Pflegeheime 541 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung zur Verfügung (Anzahl kann von derjenigen der bis Ende Jahr bewilligten Plätze abweichen). Zum Jahresende 2023 betrug die Zahl der Bewohner/innen 542 Personen.
Die Auslastung der Urner Institutionen betrug im Jahresdurchschnitt 99,1 Prozent (2022: 97,7%). Das ist die höchste Auslastung aller Zentralschweizer Kantone. Die mittlere Auslastung der Zentralschweiz insgesamt lag bei 95,1 Prozent.
2023 erfolgte im Kanton Uri ein Heimeintritt im Schnitt mit 84,7 Jahren. Damit ist das durchschnittliche Eintrittsalter der Heimbewohner/innen innerhalb von zehn Jahren angestiegen (2014: 83,4 Jahre). Unter anderem ermöglicht der medizinische Fortschritt sowie der Ausbau von ambulanten Pflege und Hilfsangeboten einen zunehmend späteren Eintritt in die stationäre Pflege.
Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren, der in einem Pflegeheim lebt, ist seit Jahren rückläufig. Diese Tendenz gilt für alle Zentralschweizer Kantone und zeigte sich auch 2023 in Uri: entsprechender Anteil betrug 6,5 Prozent (2014: 8,1%). Damit weist Uri in der Zentralschweiz nach wie vor den höchsten Anteil der Heimbewohnenden im Alter ab 65 Jahren aus (ZCH-Durchschnitt: 5,6%). Der Anteil der 95-jährigen und älteren Urner/innen, der im Heim lebte, sank 2023 um 1,4 Prozentpunkte auf 58,4 Prozent.
2023 waren insgesamt 67,0 Prozent aller Urner Heimbewohnenden weiblich. Der Frauenanteil in den Alters- und Pflegeheimen steigt tendenziell mit zunehmendem Alter an. 2023 waren 82,2 Prozent der Urner Heimbewohnenden im Alter ab 95 Jahren Frauen. Zum Vergleich: In der gleichaltrigen Urner Wohnbevölkerung betrug der Frauenanteil 62,7 Prozent. Der Anteil in den Heimen erhöht sich unter anderem auch dadurch, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können anderseits im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen.
2023 zählten die Urner Pflegeheime 329 Eintritte; 33,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 129 Eintritte erfolgten mit Absicht eines Kurzzeitaufenthalts. Das sind markant mehr als im Vorjahr (+44,9%). Kurzzeitaufenthalte in Heimen können Angehörige entlasten und bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.
200 Eintritte erfolgten mit der Absicht eines Langzeitaufenthalts. Rund 38 Prozent der eintretenden Langzeitaufenthalter/innen hatte zuvor noch im eigenen Zuhause gelebt. 21,0 Prozent kamen vom Krankenhaus und 34,5 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt nach einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führte, endeten die Langzeitaufenthalte grösstenteils mit dem Lebensende der Bewohner/innen (2023: 86,2%). Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 3,0 Jahre. Im Durchschnitt war die Aufenthaltsdauer bei den Frauen länger als bei den Männern (2023: 3,7 vs. 2,1 Jahre).
Im Kanton Uri wurden 2023 rund 195'650 Heimtage fakturiert, das sind mehr als im Vorjahr (+1,6%). Tage, an welchen ein Heimzimmer trotz Abwesenheit der Klientenschaft reserviert bleibt, werden als Reservationstage erfasst. Ohne Reservationstage belief sich die Anzahl der fakturierten Aufenthaltstage auf gut 192'480 Tage.
Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufe 1–2, 1 bis 40 Min./Tag) ist im Kanton Uri 2023 auf 22,6 Prozent gestiegen (2022: 18,1%). Der Anteil an fakturierten Aufenthaltstagen mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41 bis 140 Min./Tag) ist dagegen gegenüber dem Vorjahr von 57,2 auf 53,5 Prozent gesunken. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit sehr hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) ist erneut leicht gesunken, diesmal um 0,9 Prozentpunkte (23,9%).
Ende 2023 waren insgesamt 740 Personen in den Urner Pflegeheimen beschäftigt. Das sind erneut weniger als im Vorjahr (–2,5%). Die Beschäftigten besetzten im Jahresmittel 504 Vollzeitstellen. Gegenüber dem Vorjahr ist auch hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen (–3,5%). Auf 1000 verrechnete Heimtage kamen erstmals seit 2017 nur noch 2,6 Vollzeitäquivalente (VZÄ).
Mehr als zwei Drittel der Vollzeitstellen wurden 2023 von Pflegepersonal abgedeckt. Die meisten Stellen in der Pflege waren mit Fachpersonal besetzt (45,8%). Der Anteil an Vollzeitstellen, die von Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder Praktikanten/-innen besetzt waren, betrug 26,8 Prozent. Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung hatten 22,0 Prozent der VZÄ inne. Pflegepersonal ohne oder mit einer fachfremden Ausbildung besetzten 2,2 Prozent der Vollzeitstellen.