Anfang 2023 boten 7 Alters- und Pflegeheime im Kanton Obwalden 471 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an (ohne Kurhaus am Sarnersee). Das sind erneut mehr Plätze als im Vorjahr (+6,3%). Zum Jahresende lebten 425 Bewohner/innen in den Heimen des Kantons, das sind erneut leicht mehr als im Vorjahr.
Die Institutionen waren im Jahresdurchschnitt zu 91,4 Prozent ausgelastet (2022: 90,1%). Die Auslastung ist damit zwar erneut leicht gestiegen, ist aber weiterhin tiefer als jene der Zentralschweizer Kantone insgesamt (95,1%).
Im Kanton Obwalden erfolgte 2023 der Heimeintritt im Schnitt mit 85,1 Jahren. Das durchschnittliche Eintrittsalter der Heimbewohner/innen ist innerhalb von zehn Jahren tendenziell angestiegen (2014: 82,7 Jahre), wenn auch 2023 gegenüber dem Vorjahr nur leicht (2022: 84,8 Jahre). Unter anderem ermöglicht der medizinische Fortschritt sowie der Ausbau von ambulanten Pflege und Hilfsangeboten einen zunehmend späteren Eintritt in die stationäre Pflege.
Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren, der in einem Pflegeheim lebt, ist seit Jahren rückläufig. Diese Tendenz gilt für alle Zentralschweizer Kantone. In Obwalden lag der Anteil der 65-jährigen und älteren Bevölkerung, der im Heim lebt, 2023 bei 5,2 Prozent. Im 10-Jahres-Vergleich ist dieser Anteil kontinuierlich gesunken (2014: 6,5%), gegenüber 2022 um 1,3 Prozentpunkte. Der Anteil der 95-jährigen und älteren Bevölkerung, der in einem Pflegeheim lebt, ist 2023 erneut gestiegen – auf 54,5 Prozent (2022: 52,8%).
2023 waren 72,2 Prozent der Obwaldner Heimbewohnenden weiblich. Der Frauenanteil in den Heimen steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Im Alter von 95 und mehr Jahren betrug der Frauenanteil unter den Heimbewohnenden 2023 denn auch 90,5 Prozent. Der Anteil der Frauen erhöht sich in den Heimen, unter anderem auch dadurch, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können umgekehrt im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen. 2023 lebten von allen Obwaldnerinnen im Alter ab 95 Jahren 62,3 Prozent im Heim.
2023 wurden im Kanton Obwalden 354 Heimeintritte gezählt. Gegenüber dem Vorjahr sind das 7,3 Prozent weniger. Der Rückgang ist sowohl bei den Kurzzeitaufenthalten als auch bei Aufenthalten mit langfristiger Absicht zu verzeichnen.
2023 initiierten im Kanton Obwalden 52,8 Prozent der Heimeintritte einen Kurzzeitaufenthalt. Das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Innerhalb von zehn Jahren ist der Anteil an Kurzzeitaufenthalten markant gestiegen (2014: 37,9%). Kurzzeitaufenthalte in Heimen können Angehörige entlasten und bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Rund 47 Prozent der Obwaldner Heimeintritte erfolgten 2023 mit langfristiger Absicht. Ein Eintritt aus dem eigenen Zuhause erfolgte bei 37,1 Prozent der Langzeitaufenthalter/innen. 24,0 Prozent kamen vom Krankenhaus und 33,5 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Der Austritt aus einem Kurzzeitaufenthalt führte in den meisten Fällen zurück nach Hause. Anders bei den Langzeitaufenthalten: Sie endeten in 90,6 Prozent der Fälle mit dem Lebensende der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,5 Jahre. Im Durchschnitt war die Aufenthaltsdauer bei den Frauen länger als bei den Männern (3,2 vs. 1,5 Jahre).
Im Kanton Obwalden wurden 2023 gut 157'100 Heimtage fakturiert. Das sind 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Tage, an welchen ein Heimzimmer trotz Abwesenheit der Klientenschaft reserviert bleibt, werden als Reservationstage erfasst. Ohne Reservationstage belief sich die Anzahl fakturierter Aufenthaltstage auf rund 155'200. Das sind knapp 11'500 Tage mehr als im Vorjahr.
Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage mit keinem oder niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufe 1–2, 1 bis 40 Min./Tag) betrug im Kanton Obwalden 2023 mit 21,6 Prozent erneut etwas mehr als im Vorjahr (2022: 20,2%). Der Anteil an fakturierten Aufenthaltstagen mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41 bis 140 Min./Tag) sank mit 52,8 Prozent hingegen (2022: 58,2%). Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) machte 25,6 Prozent der Aufenthaltstage aus und ist damit in Obwalden gegenüber dem Vorjahr gestiegen (2022: 21,6%).
Ende 2023 waren insgesamt gut 720 Personen in den Obwaldner Alters- und Pflegeheimen beschäftigt, erneut mehr als im Vorjahr (+5,6%). Diese besetzten im Jahresmittel 520 Vollzeitstellen (+8,2%). Auf 1000 verrechnete Heimtage kamen 3,3 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Dieser Wert blieb unverändert.
Die 304 VZÄ in der Pflege (+7,6% gegenüber Vorjahr) waren auch 2023 am häufigsten mit Fachpersonal besetzt (41,8%), allerdings um 2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Das Assistenzpersonal hatte 2,2 Prozent inne, 24,8 Prozent der Pflegestellen waren mit Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder solche in Praktika besetzt. Der Anteil der Stellen, der durch Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung besetzt war, lag bei 23,2 Prozent. Dieser Anteil blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Ein geringer Anteil der Stellen (8,1%) wurde durch Personen ohne oder mit fachfremder Ausbildung besetzt. Das sind leicht mehr als im Vorjahr (2022: 7,3%).