Alters- und Pflegeheime im Kanton Nidwalden 2023

Auslastung der Nidwaldner Heime wieder gestiegen

Anfang 2023 boten die 7 Pflegeheime im Kanton Nidwalden – gegenüber dem Vorjahr unverändert – 476 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an (Anzahl kann von derjenigen der bis Ende Jahr bewilligten Plätze abweichen). Zum Jahresende lebten 481 Bewohner/innen in den Heimen.

Die Institutionen waren im Jahresdurchschnitt zu 98,2 Prozent ausgelastet. Die Auslastung ist gegenüber dem Vorjahr damit erneut gestiegen (2022: 94,7%) und liegt über jener der Zentralschweiz insgesamt (95,1%).

Hälfte der hochbetagten Nidwaldner/innen in stationärer Pflege und Betreuung

Im Kanton Nidwalden wurde 2023 ein Langzeitaufenthalt im Heim im Schnitt mit 80,5 Jahren angetreten. Damit ist das durchschnittliche Eintrittsalter der Heimbewohner/innen gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.

Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren, der in einem Pflegeheim lebt, ist seit Jahren rückläufig. Diese Tendenz ist in allen Zentralschweizer Kantonen zu beobachten. Im Kanton Nidwalden stieg der Anteil 2023 gegenüber dem Vorjahr jedoch leicht auf 4,8 Prozent (2022: 4,6%). In der Zentralschweiz insgesamt lag der Wert bei 5,6 Prozent. Der Anteil der 95-jährigen und älteren Nidwaldner/innen, der in einem Pflegeheim lebt, nahm im Vorjahresvergleich zum zweiten Mal in Folge zu (2021: 43,9%; 2022: 50,0%; 2023: 52,6%).

2023 waren knapp zwei Drittel der Nidwaldner Heimbewohnenden weiblich (64,9%). Der Frauenanteil in den Pflegeheimen steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. 2023 waren unter den Nidwaldner Heimbewohnenden im Alter von 95 und mehr Jahren 78,0 Prozent Frauen. Der Anteil in den Heimen erhöht sich, unter anderem auch dadurch, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können umgekehrt im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen. 2023 lebten von allen Nidwaldnerinnen im Alter ab 95 Jahren 62,7 Prozent in einem Heim.

Markant mehr Eintritte in Nidwaldner Heime

2023 gab es im Kanton Nidwalden 425 Heimeintritte. Das entspricht zum dritten Mal in Folge einer Zunahme, diesmal um 24,6 Prozent.

Im Kanton Nidwalden initiierten 2023 knapp 45 Prozent der Heimeintritte einen Kurzaufenthalt. Kurzzeitaufenthalte können der Entlastung der Angehörigen dienen sowie bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Als Teil der intermediären Strukturen gewinnen sie zunehmend an Bedeutung.

Gut 55 Prozent der Nidwaldner Heimeintritte erfolgten 2023 mit langfristiger Absicht. Von den eingetretenen Langzeitaufenthalter/innen hatten 35,5 Prozent zuvor im eigenen Zuhause gelebt, 38,0 Prozent kamen aus einem Krankenhaus und 23,5 Prozent aus einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt nach einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führte, endeten die Langzeitaufenthalte in 83,8 Prozent der Fälle mit dem Lebensende der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,2 Jahre. Im Durchschnitt war die Aufenthaltsdauer bei Frauen länger als bei Männern (2023: 2,4 vs. 1,8 Jahre).

Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand erneut leicht gesunken

2023 wurden im Kanton Nidwalden gut 170'600 Heimtage in Rechnung gestellt. Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr (+3,7%). Tage, an welchen ein Heimzimmer trotz Abwesenheit der Klientenschaft reserviert bleibt, werden als Reservationstage erfasst. Ohne Reservationstage belief sich die Anzahl der fakturierten Aufenthaltstage auf gut 168'500.

Der Anteil der Aufenthaltstage mit keinem oder niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufe 1–2, 1 bis 40 Min./Tag) blieb im Kanton Nidwalden bei 14,8 Prozent stabil. Der Anteil an fakturierten Aufenthaltstagen mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41 bis 140 Min./Tag) nahm von rund 49,6 auf 51,9 Prozent leicht zu. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) ist 2023 erneut leicht gesunken auf 33,4 Prozent (2022: 35,5%).

Mehr Stellen in Pflege und Betreuung

Im Jahr 2023 waren in den Nidwaldner Pflegeheimen insgesamt 769 Personen beschäftigt. Diese Personen besetzten im Jahresmittel 509 Vollzeitstellen (VZÄ) (2022: 492 VZÄ).

Vom Pflegepersonal wurden 314 VZÄ besetzt, das entspricht einem Zuwachs von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am häufigsten waren die Pflegestellen mit Fachpersonal besetzt (42,5%). Rund 6 Prozent hatten das Assistenzpersonal und 29,0 Prozent der Stellen hatten Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder in einem Praktikum inne. 19,0 Prozent besetzte Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung. Der Anteil des Pflegepersonals ohne oder mit fachfremder Ausbildung betrug 3,2 Prozent, was leicht weniger ist als im Vorjahr.

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