Zu- und Wegzüge

Neben den Geburten und Todesfällen beeinflussen die Zu- und Wegzüge das Wachstum und die Struktur der Bevölkerung. Die Wanderungsbewegungen können innerhalb eines Kantons (innerkantonale Migration), zwischen den Kantonen (interkantonale Migration) sowie über Ländergrenzen hinweg (internationale Migration) erfolgen.

Luzern wächst hauptsächlich durch Zuwanderung

Wanderungsbewegungen sind ein zentraler Faktor des Bevölkerungswachstums. Der internationale Wanderungssaldo war in den letzten Jahrzehnten der Haupttreiber des Bevölkerungswachstums im Kanton Luzern. So prägten beispielsweise in den 1990er-Jahren der Balkankonflikt, seit Beginn des neuen Jahrtausends die Einführung des Freizügigkeitsabkommens mit der EU und in jüngster Zeit der Ukraine-Krieg die Zuwanderung. In jeder dieser Zuwanderungsphasen sind vermehrt Menschen aus bestimmten Regionen oder Ländern in den Kanton Luzern migriert.

Die Wanderungsbewegungen haben auch einen Einfluss auf den demografischen Wandel wie beispielsweise die Altersstruktur (vgl. Altersstruktur im Dossier). Dies, weil in der Regel vermehrt jüngere Personen zu- oder wegziehen.

Neuste Ergebnisse

Zu- und Wegzüge 2024

Auswandernde kehren häufig in ihr Geburtsland zurück

Die Zuwanderung ist die wichtigste Triebkraft des Bevölkerungswachstums im Kanton Luzern. Die Differenz zwischen der Zahl der Zu- und der Wegzüge (Wanderungssaldo) fällt für den Zeitraum 2014 bis 2024 positiv aus: Insgesamt zogen rund 33'600 Personen mehr in den Kanton Luzern als ihn verliessen.

Damit sind die Wanderungsbewegungen für einen Grossteil (70,6%) des gesamten Bevölkerungswachstums in diesem Zeitraum verantwortlich. Sowohl nach Herkunftsort als auch nach Nationalität betrachtet zeigt sich, dass die Luzerner Wanderungsgewinne hauptsächlich auf Zuzüge aus dem Ausland respektive auf den Zuzug von Ausländer/innen zurückzuführen ist.

Über die Hälfte der Personen, die aus dem Kanton Luzern auswanderten, war bereits im Zielland geboren und kehrte somit ins Herkunftsland zurück. Den grössten Austausch von Zu- und Wegzügen verzeichnet der Kanton Luzern international mit Deutschland, Italien und Portugal sowie innerhalb der Schweiz mit den Kantonen Zürich und Aargau.

Hohe internationale Wanderungsgewinne

Den mit Abstand grössten Beitrag zum Wanderungsgewinn des Kantons Luzern leistet der internationale Wanderungssaldo, also die Bilanz der Zu- und Wegzüge über die Landesgrenze. Die internationalen Zuzüge umfassen auch Übertritte von Personen aus der nichtständigen in die ständige Wohnbevölkerung. Dies erfolgt erfolgt typischerweise, wenn sich der Aufenthaltsstatus ändert oder die Aufenthaltsdauer 12 Monate übersteigt.

Im Gegensatz dazu war der interkantonale Wanderungssaldo gering. In den Jahren 2016 bis 2018 gab es sogar mehr Wegzüge aus dem Kanton Luzern in andere Kantone als Zuzüge von dort. Von 2014 bis Ende 2024 zogen zwar mehr Personen aus anderen Kantonen (+88'200 Pers.) als aus dem Ausland (+77'000 Pers.) in den Kanton Luzern. Bei den Wegzügen zeigte sich jedoch ein deutlich anderes Bild: Fast doppelt so viele Personen verliessen den Kanton in Richtung anderer Kantone (–84'800 Pers.) als ins Ausland (–46'700 Pers.).

Seit dem Jahr 2014 entfallen insgesamt 90 Prozent des Luzerner Wanderungsgewinns auf internationale Wanderungsbewegungen (+30'300 Pers.) und lediglich 10 Prozent auf Wanderungsgewinne im interkantonalen Austausch (+3'400 Pers.).

Am häufigsten ziehen Personen aus Deutschland nach Luzern

Im gesamten Zeitraum von 2014 bis 2024 zogen knapp 77'000 Personen vom Ausland in den Kanton Luzern und nahmen hier ständigen Wohnsitz. Über die Hälfte dieser Zugezogenen (53,3%) besassen die Staatsangehörigkeit eines Landes der Europäischen Union. Weitere 16,1 Prozent stammten aus einem asiatischen Land und 12,5 Prozent aus einem europäischen Staat ausserhalb der EU oder EFTA.

Nach Staatsangehörigkeit betrachtet bildeten die Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit die grösste Einwanderergruppe (15,0% der Einwanderungen). Es folgten die Personen mit schweizerischer (10,3%), italienischer (7,5%), portugiesischer (4,6%) und ukrainischer Staatsangehörigkeit (4,6%).

Die internationalen Wanderungssaldi zeigen, dass im Zeitraum von 2014 bis 2024 netto am meisten Deutsche (+4'800 Pers.) in den Kanton Luzern kamen, gefolgt von Italiener/innen (+3'300 Pers.) und Ukrainer/innen (+3'100 Pers.). Die höchsten negativen Wanderungssaldi (mehr Auswanderungen als Einwanderungen) wiesen Personen mit schweizerischer (−1'600 Pers.) und serbischer (−100) Staatsangehörigkeit auf.

Viele Auswandernde zieht es zurück in die Heimat

Unter den Ländern, in welche Personen der ständigen Bevölkerung des Kantons Luzern zwischen 2014 und 2024 auswanderten, bildete Deutschland mit Abstand das Top-Ziel. 16,0 Prozent der auswandernden Personen verlegten ihren Wohnsitz in das nördliche Nachbarland. Dahinter waren Portugal und Italien ebenfalls beliebt (6,5% bzw. 4,8% aller Auswanderungen). Allerdings ist über alles betrachtet der Anteil der nicht bekannten Auswanderungsdestinationen vergleichsweise gross (11,5%).

Auffallend ist, dass mehr als die Hälfte aller Auswandernden bereits im Zielland geboren wurde. So kamen rund zwei Drittel der Personen, die zwischen 2014 und 2024 nach Deutschland auswanderten, ursprünglich in Deutschland zur Welt (66,0%). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Auswanderungen nach Italien, wo 67,7 Prozent der Auswandernden italienischer Herkunft sind. Noch deutlicher ist der Anteil bei den Auswanderungen nach Portugal – in dieser Auswanderungsgruppe waren fast drei Viertel (73,1%) der Personen auch in Portugal geboren worden.

20- bis 39-Jährige sind am mobilsten

Werden die Wanderungssaldos der ständigen Wohnbevölkerung von 2014 bis 2024 nach Altersgruppen betrachtet, zeigt sich das grösste Plus bei den 20- bis 39-jährigen Personen. In dieser Altersgruppe lag die Nettozuwanderung bei insgesamt 19'528 Personen, wobei fast alle diese Personen aus dem Ausland zuzogen. Im gleichen Zeitraum wurde auch bei den 0- bis 19-Jährigen (+9'327 Personen) und den 40- bis 64-Jährigen (+5'108 Personen) je ein positiver Wanderungssaldo verzeichnet.

Im Gegensatz dazu verliessen in der Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren mehr Personen den Kanton als zuzogen. Entsprechend wurde in dieser Altersgruppe ein negativer Wanderungssaldo von –351 Personen verzeichnet.

Auf untenstehender Grafik ist ersichtlich, dass die negativen Wanderungssaldos ab dem Alter von 58 Jahren zunehmen. Besonders ausgeprägt sind sie um das Pensionsalter (60 bis 66 Jahre) herum. Ursache dafür sind die Auswanderungen.

Am meisten interkantonale Wegzüge in den Kanton Zürich

Im interkantonalen Vergleich resultiert in den Jahren 2014 bis 2024 für den Kanton Luzern insgesamt ein Wanderungsgewinn von +3'356 Personen.

Aus 20 Kantonen sind in den letzten zehn Jahren mehr Personen in den Kanton Luzern zugewandert als Luzerner/innen in diese Kantone abgewandert sind. Verlassen wurde der Kanton Luzern am häufigsten in Richtung der Kantone Aargau, Zürich und Bern. Aus denselben Kantonen zogen umgekehrt auch am meisten Personen in den Kanton Luzern. Mit Abstand die stärkste Anziehungskraft übten auf die Luzerner/innen die Kantone Zürich und Aargau aus. Allein die Wegzüge aus dem Kanton Luzern in den Kanton Zürich führten seit 2014 zu einem Wanderungsverlust von –3'459 Personen.

Autorin: Sibylle Haas / 30. Oktober 2025

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