Altersstruktur
Die Altersstruktur ist ein zentraler Bestandteil der demografischen Entwicklung und beeinflusst viele gesellschaftliche Bereiche.
Im Kanton Luzern – wie auch in anderen Regionen – zeigt sich ein typischer Wandel: Während früher eine hohe Geburtenrate und eine geringere Lebenserwartung für eine „pyramidenförmige“ Altersstruktur sorgten, führt der demografische Wandel heute zu einer zunehmend alternden Gesellschaft. Die Alterspyramide weist heute eine schmale Basis und zwei Ausbuchtungen auf. Die demografische Alterung der Bevölkerung ist auf eine steigende Lebenserwartung, sinkende Geburtenraten und die Altersstruktur der ein- und auswandernden Personen zurückzuführen.
Demografische Alterung als gesellschaftliche Herausforderung
Der demografische Wandel stellt die Politik vor Herausforderungen. Er führt zum Beispiel dazu, dass immer weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt nachrücken, was Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Fachkräften oder die Finanzierung der Altersvorsorge hat. Auf der anderen Seite stellt die Zeit nach dem Übertritt in den Ruhestand inzwischen eine eigenständige Lebensphase dar, in der zum Beispiel familiäre Betreuungsarbeiten übernommen und gesellschaftliche Freiwilligenarbeit geleistet werden.
Luzerner Bevölkerung altert
In der Bevölkerungspyramide wird die Verschiebung der Altersstruktur gut erkennbar: Die stark besetzten Jahrgänge bewegen sich im Zeitverlauf allmählich in höhere Altersgruppen. Gemäss den aktuellsten Bevölkerungsszenarien werden bald mehr ältere als junge Menschen im Kanton Luzern leben (vgl. Bevölkerungsszenarien im Dossier).
Neuste Ergebnisse
Altersstruktur der Bevölkerung
Zuwanderung junger Erwachsener dämpft die Alterung der Bevölkerung
Ende 2024 war knapp jede fünfte im Kanton Luzern wohnhafte Person über 64 Jahre alt. Gegenüber 1991 hat sich ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung von 13,5 auf 19,0 Prozent erhöht. Gleichzeitig nahm der Anteil der Unter-20-Jährigen von 25,5 auf 20,2 Prozent ab. Die Verschiebung der Altersstruktur zeigt sich auch in der Bevölkerungspyramide: Die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre rücken im Laufe der Jahre kontinuierlich in höhere Altersgruppen auf und erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter.
Rückläufige Geburtenzahlen und steigende Lebenserwartung als Haupttreiberinnen
Die demografische Alterung wird von mehreren Entwicklungen geprägt. Eine zentrale Rolle spielt die rückläufige Geburtenhäufigkeit. Die zusammengefasste Geburtenziffer beträgt im Kanton Luzern 1,35 Kinder pro Frau und liegt damit deutlich unter dem für den Generationenerhalt erforderlichen Niveau von 2,1 Kindern pro Frau. Im Jahr 1991 betrug dieser Wert noch 1,72. Die tiefe Geburtenziffer führt dazu, dass die nachrückenden Generationen zahlenmässig kleiner ausfallen als jene ihrer Eltern.
Zur demografischen Alterung trägt ebenfalls die steigende Lebenserwartung bei. 2024 betrug sie für Männer bei Geburt 82,5 Jahre und für Frauen 86,2 Jahre. Seit 1981 hat sie sich damit um 10,6 bzw. 7,0 Jahre verlängert.
Höhere Geburtenraten bei Ausländerinnen wirken der Alterung der Bevölkerung entgegen
Auch die internationale Migration wirkt sich auf die Altersstruktur aus. Personen, die aus dem Ausland in den Kanton Luzern ziehen, sind überdurchschnittlich häufig im jungen Erwachsenenalter. 2024 entfielen 62,0 Prozent der Nettozuwanderung auf die 20- bis 39-Jährigen, während bei den Über-65-Jährigen sogar ein negativer Wanderungssaldo verzeichnet wurde (−109 Personen). Diese selektive Zuwanderung wirkt der Alterung der Bevölkerung leicht entgegen. Zudem unterscheiden sich die Geburtenraten nach Staatsangehörigkeit: Ausländerinnen bringen im schweizweiten Durchschnitt 1,50 Kinder zur Welt, Schweizerinnen 1,20.
Immer mehr Ältere, immer weniger Junge
In den vergangenen gut drei Jahrzehnten hat sich der Anteil der Über-64-Jährigen um 5,5 Prozentpunkte erhöht, während jener der 0- bis 19-Jährigen in ähnlichem Ausmass abgenommen hat. Der Anteil der 20- bis 64-Jährigen blieb dagegen nahezu stabil. Diese Verschiebung wirkt sich auf die demografischen Kennzahlen aus: Der Altersquotient – das Verhältnis der 65-Jährigen und Älteren zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter – stieg von 22,2 im Jahr 1991 auf 31,2 im Jahr 2024. Der Jugendquotient – das Verhältnis der Unter-20-Jährigen zur erwerbsfähigen Bevölkerung – sank im gleichen Zeitraum von 41,9 auf 33,3.
Gemäss dem Referenzszenario der LUSTAT-Bevölkerungsszenarien wird sich die Alterung der Bevölkerung in den kommenden Jahren fortsetzen. Bereits im Jahr 2028 wird der Altersquotient den Jugendquotienten übersteigen. Das bedeutet, dass dann im Kanton Luzern erstmals mehr 65-jährige und ältere Menschen leben werden als Kinder und Jugendliche. Im Jahr 2055 werden auf eine Person im Rentenalter voraussichtlich noch rund zwei Personen im erwerbsfähigen Alter kommen. Bei der Schweizer Bevölkerung übersteigt der Altersquotient den Jugendquotienten bereits seit 2019, während die ausländische Wohnbevölkerung weiterhin mehr junge als ältere Personen zählt.
Altersstruktur variiert zwischen den Gemeinden
Die Altersstruktur unterscheidet sich stark zwischen den Luzerner Gemeinden und stellt diese vor unterschiedliche Herausforderungen in Bezug auf Infrastruktur, Dienstleistungen oder Wohnraum. Ende 2024 war der Anteil der Über-64-Jährigen in Meggen (28,1%) und Weggis (27,2%) am höchsten. In beiden Gemeinden ist also mehr als ein Viertel der Bevölkerung im Rentenalter. Am anderen Ende der Skala liegen Alberswil (13,1%) und Root (13,4%) mit vergleichsweise jungen Bevölkerungen. Bei den Unter-20-Jährigen weisen Schlierbach (25,7%) und Meierskappel (25,5%) die höchsten Anteile auf, während Weggis und Vitznau die tiefsten Jugendanteile verzeichnen (14,5% bzw. 15,2%).
LUSTAT Statistik Luzern / 13. November 2025 / Autorin: Sibylle Haas
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