Bevölkerungsentwicklung

Das Bevölkerungswachstum ergibt sich aus dem Zusammenspiel der Zahl der Geburten und Todesfälle sowie der Zu- und Abwanderung. Der Saldo zwischen Zu- und Wegzügen wird als Wanderungssaldo bezeichnet und der positive Saldo zwischen Geburten und Todesfällen als Geburtenüberschuss. Die Bevölkerung wächst, wenn die Summe aus Wanderungssaldo und Gebürtenüberschuss positiv ausfällt.

Luzerner Bevölkerung wächst seit Jahrzehnten

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Bevölkerungszahl im Kanton Luzern fast verdreifacht: Sie nahm von rund 146'500 Personen im Jahr 1900 auf gut 416'300 Personen im Jahr 2020 zu. Der grösste Anstieg fand zwischen 1950 und 1970 mit jährlichen Wachstumsraten von durchschnittlich rund 1,3 Prozent statt. Am geringsten war das jährliche Wachstum mit durchschnittlich 0,2 Prozent in den 1970er-Jahren, unter anderem aufgrund der wirtschaftlichen Rezession. Seither wächst die Bevölkerung im Kanton Luzern wieder stärker.

Die Geburten und Todesfälle sowie die Wanderungsbewegungen beeinflussten das Luzerner Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte in unterschiedlichem Mass (vgl. Geburten und Todesfälle sowie Zu- und Wegzüge im Dossier). Ein Grossteil des Wachstums geht auf Wanderungsgewinne zurück. Das heisst, dass mehr Menschen in den Kanton Luzern zogen als ihn verliessen. Besonders die Zuwanderung aus dem Ausland war ein treibender Faktor. Zudem wurden immer mehr Geburten als Sterbefälle gezählt, was ebenfalls zum Bevölkerungswachstum im Kanton Luzern beigetragen hat.

Die zukünftige Bevölkerungsentwicklung wird mithilfe von Bevölkerungsszenarien modelliert (vgl. Bevölkerungsszenarien im Dossier). Die kantonalen Bevölkerungsszenarien werden vom Bundesamt für Statistik ermittelt, die kommunalen Szenarien für den Kanton Luzern von LUSTAT.

Neuste Ergebnisse

Wohnbevölkerung 2024

Luzerner Bevölkerung wächst um 1,2 Prozent

Ende 2024 hatten gemäss den neusten Ergebnissen der Bevölkerungsstatistik 437'944 Einwohner/innen ihren ständigen Wohnsitz im Kanton Luzern. Innerhalb eines Jahres ist die ständige Wohnbevölkerung damit um 5'200 Personen gewachsen, was einer Zunahme von 1,2 Prozent entspricht. Gesamtschweizerisch wuchs die Bevölkerungszahl im Jahr 2024 um 1,0 Prozent.

Sowohl Geburtenüberschuss als auch Wanderungssaldo führen zum Wachstum

Das Wachstum der Luzerner Bevölkerung ist sowohl auf einen positiven Wanderungssaldo als auch auf einen Geburtenüberschuss zurückzuführen. Im Jahr 2024 wurden kantonsweit 4'069 Lebendgeburten und 3'267 Todesfälle registriert, was zu einem Geburtenüberschuss von plus 802 Personen führte (2023: +764 Pers.). Noch stärker als der Geburtenüberschuss wirkten sich jedoch die Wanderungsbewegungen aus: Die Differenz aller Zuzüge (inkl. Übertritte der nichtständigen Wohnbevölkerung zur ständigen Wohnbevölkerung) und Wegzüge betrug im Jahr 2024 plus 4'199 Personen (2023: +6'923 Pers.).

Zuwanderung aus dem Ausland als Haupttreiber des Wachstums

Einwanderungen aus dem Ausland (inkl. Übertritte der nichtständigen Wohnbevölkerung zur ständigen Wohnbevölkerung) waren 2024 die grössten Treiber des Luzerner Bevölkerungswachstums. Beinahe zwei Drittel der gesamten Bevölkerungszunahme sind auf den positiven internationalen Wanderungssaldo zurückzuführen: Insgesamt zogen 7'999 Personen aus dem Ausland in den Kanton Luzern oder wechselten administrativ ihren Bevölkerungstyp. Gleichzeitig verlegten 4'608 Luzerner/innen ihren Wohnsitz ins Ausland. Unter dem Strich ergab sich damit ein deutlich positiver internationaler Wanderungssaldo von +3'391 Personen (2023: +6'161 Pers.). Der interkantonale Wanderungssaldo, also die Differenz zwischen Zuzügen aus anderen Kantonen und Wegzügen in andere Kantone, betrug 2024 für den Kanton Luzern +808 Personen (8'608 Zuzüge vs. 7'800 Wegzüge).

Ausländeranteil tiefer als im Schweizer Durchschnitt

Ende 2024 lebten unter den 437'944 Einwohnern/-innen mit ständigem Wohnsitz im Kanton Luzern 94'271 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Ihre Zahl stieg innerhalb eines Jahres um 3,7 Prozent, wodurch sich der Ausländeranteil auf 21,5 Prozent erhöhte (2023: 21,0%) – weiterhin deutlich unter dem gesamtschweizerischen Schnitt von 27,4 Prozent. Die Zahl der Luzerner/innen mit schweizerischer Staatsangehörigkeit wuchs um 1'800 auf 343'673 Personen an (+0,5%), wobei Einbürgerungen eine zentrale Rolle spielten: 2024 erhielten 1'461 Luzerner/innen das Schweizer Bürgerrecht.

Regionen wachsen unterschiedlich stark

In allen elf Analyseregionen des Kantons stieg 2024 die Bevölkerungszahl gegenüber dem Vorjahr an. Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichneten die Regionen Michelsamt/Surental (+2,3%) und Unteres Wiggertal (+2,2%). Wird die Bevölkerungsentwicklung in einem grösseren Zeithorizont betrachtet, erfuhren die Region Sursee/Sempachersee (+16,3%) und der Agglomerationsgürtel (+16,2%) in den letzten zehn Jahren das prozentual stärkste Wachstum. Die grösste absolute Bevölkerungszunahme wurde in diesem längerfristigen Zeitraum im Agglomerationskern (+12'913 Pers.) verzeichnet. Die Analyseregion Entlebuch, die Region mit der schwächsten Bevölkerungszunahme, wuchs in der gleichen Zeitspanne um 624 Personen respektive 3,7 Prozent. Insgesamt stieg die Kantonsbevölkerung seit 2014 um 11,0 Prozent bzw. 43'340 Personen.

Auf Gemeindeebene gab es 2024 in 16 der 79 Luzerner Gemeinden einen Bevölkerungsrückgang. In den vergangenen zehn Jahren verzeichneten insgesamt 5 der 79 Luzerner Gemeinden einen Bevölkerungsrückgang. Den grössten längerfristigen Rückgang verzeichneten die Gemeinden Luthern (−5,1%), Fischbach und Flühli (je −1,2%). Das grösste prozentuale Wachstum registrierten längerfristig die Gemeinden Wauwil (+39,7%), Aesch und Gisikon (+38,3% bzw. 33,6%).

Autorin: Sibylle Haas / 27. August 2025

Weitere Informationen

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