Geburten und Todesfälle
Die Geburtenrate und die Sterberate sind neben den Wanderungsbewegungen zentrale Faktoren der Bevölkerungsentwicklung. Übersteigt die Zahl der Geburten die Zahl der Todesfälle, führt das zu einem natürlichen Bevölkerungswachstum.
Geburten und Sterblichkeit sind auch zentrale Faktoren in Bezug auf die Altersstruktur der Bevölkerung (vgl. Altersstruktur im Dossier). Sterblichkeit und Lebenserwartung sind zudem wichtige Indikatoren für die Gesundheitsversorgung und die Lebensqualität.
Eine Gesellschaft mit hohen Geburtenraten und wachsender Bevölkerung hat einen anderen Ressourcen-, Infrastruktur- und Dienstleistungsbedarf als eine schrumpfende und alternde Gesellschaft. So wird beispielsweise bei hohen Geburtenzahlen künftig mehr Schulraum benötigt, während niedrige Geburtenzahlen den Fachkräftemangel verstärken werden.
Die Geburtenrate wird von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Faktoren beeinflusst. So zeigt sich beispielsweise, dass wirtschaftliche Sicherheit, staatliche Unterstützung und eine gute medizinische Versorgung die Geburtenrate erhöhen können. Unsichere Zukunftsaussichten und Krisen führen hingegen eher zu sinkenden Geburtenzahlen. Auch kulturelle Normen spielen eine Rolle. Höhere Bildung und bessere Karrieremöglichkeiten – dies vor allem, wenn sie für Frauen offenstehen – führen oft zu weniger Geburten.
Die Sterberate wird unter anderem durch die medizinische Versorgung, die Lebensbedingungen und die Ernährung beeinflusst. Ein gutes Gesundheitssystem senkt die Sterberate, während beispielsweise Armut, schlechte Ernährung und ungesunde Lebensweisen sie erhöhen. Umweltfaktoren, Krisen wie Kriege oder Pandemien sowie Naturkatastrophen haben ebenfalls grossen Einfluss auf die Sterberate.
Geburtenzahlen nahmen im Kanton Luzern in den letzten 20 Jahren zu
Starke Geburtenjahrgänge führen zeitversetzt zu einem erneuten Anstieg der Geburtenzahlen. So zeigt sich zum Beispiel nach dem Babyboom zwischen 1950 und 1965 ein erneuter Anstieg der Geburten zwischen 1975 und 1990. Nach 2005 stieg die Zahl der Geburten vor allem aufgrund des Bevölkerungswachstums an. Seit 2018 ist wieder ein Rückgang erkennbar.
Die Todesfälle blieben zwischen 1981 und 2014 trotz wachsender Gesamtbevölkerung konstant. Das ist auf die gestiegene Lebenserwartung zurückzuführen. In den letzten Jahren nahm die Sterblichkeit wieder leicht zu.
Über den Beobachtungszeitraum ab 1981 verzeichnete der Kanton Luzern durchgehend einen Geburtenüberschuss, das heisst, es wurden jährlich mehr Lebendgeburten als Todesfälle registriert.
Der Echoeffekt der Geburtenzahlen beschreibt das Phänomen, dass geburtenstarke Kohorten zu einem späteren Zeitpunkt selbst überdurchschnittlich viele Kinder bekommen. Dadurch kommt es in der Folgegeneration zu einem erneuten Anstieg der Geburten, was sich in einer wellenförmigen Entwicklung der Geburtenzahlen niederschlägt. Auch wenn die Geburtenrate pro Frau gleich bleibt, führt die erhöhte Zahl potenzieller Eltern zu einem Anstieg der absoluten Zahl der Geburten.
Neuste Ergebnisse
Geburten und Todesfälle 2024
Zahl der Geburten bleibt stabil
Im Jahr 2024 kamen im Kanton Luzern 4'069 Kinder lebend zur Welt. Damit blieb die Zahl der Geburten nahezu auf dem Niveau des Vorjahres, als 4'094 Lebendgeburten registriert wurden (–0,6%). Schweizweit ging die Zahl der Geburten im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent zurück. Von den Neugeborenen im Kanton Luzern waren 2'071 Knaben und 1'998 Mädchen. Der grösste Teil der Luzerner Frauen, die 2024 ein Kind gebar, war verheiratet (72,5%).
Im gleichen Jahr wurden im Kanton Luzern 3'267 Todesfälle verzeichnet. Das entspricht im Vergleich zu 2023 einem Rückgang von 63 Fällen oder 1,9 Prozent (CH: +0,2%).
Somit lag der Geburtenüberschuss im Kanton Luzern im Jahr 2024 bei 802. Das heisst, dass es innerhalb des Jahres kantonsweit mehr Lebendgeburten als Todesfälle gab. Im Jahr 2023 betrug dieser Überschuss 764 Personen.
Autorin: Sibylle Haas / 20. Juni 2025
Weitere Informationen
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