Alters- und Pflegeheime im Kanton Zug 2024

Auslastung in Zuger Pflegeheimen weiterhin hoch

Anfang 2024 boten die 15 Alters- und Pflegeheime im Kanton Zug 1'193 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an (ohne Pflegeheime und -abteilungen von Klöstern). Das sind erneut leicht mehr als im Vorjahr (2023: 1'177 Plätze).

Die Alters- und Pflegeheime des Kantons Zug waren 2024 durchschnittlich zu 98,1 Prozent ausgelastet. Damit liegt die Auslastung im Kanton Zug erneut über dem Vorjahreswert sowie über dem Durchschnitt der Zentralschweiz (96,3%).

Alter bei Heimeintritt steigt an

2024 ist die Zahl der Bewohner/innen in den Zuger Pflegeheimen im dritten Jahr in Folge leicht gestiegen. Ende Jahr lebten 1'167 Personen in den Zuger Heimen (2023: 1′154 Personen).

Der Heimeintritt mit langfristiger Absicht erfolgte 2024 im Schnitt mit 84,2 Jahren. Damit ist das durchschnittliche Eintrittsalter der Pflegeheimbewohner/innen innerhalb von zehn Jahren angestiegen (2015: 82,9 Jahre). Unter anderem ermöglicht der medizinische Fortschritt sowie der Ausbau von ambulanten Pflege- und Hilfsangeboten einen zunehmend späteren Eintritt in die stationäre Pflege.

2024 blieb im Kanton Zug der Anteil der 65-jährigen und älteren Bevölkerung, der im Heim lebt, mit 4,7 Prozent annähernd stabil (2023: 4,8%). Der Zentralschweizer Durchschnitt lag bei 5,5 Prozent. Der Anteil der 95-jährigen und älteren Zuger/innen, der in einem Alters- oder Pflegeheim lebt, ist 2024 hingegen von 47,6 auf 46,2 Prozent gesunken. Von den Zuger Frauen im Alter ab 95 Jahren lebten 52,0 Prozent in einem Heim (Männer: 33,3%).

Innerhalb der Zuger Heime waren 2024 gut 67,9 Prozent der Heimbewohnenden weiblich. Unter den 95-jährigen und älteren Heimbewohnenden betrug der Frauenanteil 77,5 Prozent. Allgemein steigt der Frauenanteil in den Pflegeheimen mit zunehmendem Alter deutlich an. Das geht unter anderem auch darauf zurück, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben als Männer. Männer können im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen.

Erneut weniger Eintritte in die Zuger Heime

2024 wurden insgesamt 741 Eintritte in die Zuger Alters- und Pflegeheime gezählt. Damit sind die Eintritte gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich gesunken (2023: 844 Eintritte). Der Rückgang geht vor allem auf die Kurzzeitaufenthalte zurück, deren Anteil mit 37,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut zurückgegangen ist (2023: 42,2%). Kurzzeitaufenthalte in Heimen können bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein und betreuende Angehörige vorübergehend entlasten.

465 Eintritte in Zuger Heime erfolgten 2024 mit langzeitiger Absicht (62,8%), was 5,0 Prozent mehr sind als im Vorjahr. 38,1 Prozent der eintretenden Langzeitaufenthalter/innen hatten zuvor im eigenen Zuhause gelebt. 32,9 Prozent kamen vom Krankenhaus und 26,7 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt aus einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führte, endeten die Langzeitaufenthalte in 85,5 Prozent der Fälle mit dem Lebensende der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,5 Jahre. Im Durchschnitt war die Aufenthaltsdauer bei den Frauen länger als bei den Männern (3,0 vs. 1,7 Jahre).

Aufenthaltstage mit niedrigem Pflegebedarf erneut rückläufig

Im Kanton Zug wurden 2024 gut 428'200 Heimtage fakturiert, knapp 11'000 Tage mehr als 2023 (+2,6%). Ohne Reservationstage belief sich die Anzahl fakturierter Aufenthaltstage auf knapp 416'800.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufe 1–2, 1–40 Min./Tag) ist langfristig tendenziell rückläufig. Er sank im Kanton Zug gegenüber dem Vorjahr erneut, diesmal auf 18,1 Prozent. Der Anteil der Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41–140 Min./Tag) stieg hingegen leicht auf 49,7 Prozent an. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) stieg ebenfalls gegenüber dem Vorjahr, nämlich von 29,8 auf 31,9 Prozent.

Personalbestand in der Pflege erneut angestiegen

Ende 2024 waren insgesamt 1'692 Personen in den Zuger Pflegeheimen beschäftigt. Das sind erneut mehr als im Vorjahr. Sie besetzten im Jahresmittel rund 1'265 Vollzeitäquivalente (VZÄ), ein Anstieg von 3,8 Prozent. Die von Pflegepersonal besetzten VZÄ sind 2024 von 744 auf 771 angestiegen. Pro 1000 verrechnete Heimtage standen insgesamt 3,0 VZÄ zur Verfügung, wovon 1,9 VZÄ auf die Pflege entfielen.

Die Stellen in der Pflege waren zu 43,6 Prozent mit Fachpersonal besetzt. 6,7 Prozent waren durch Assistenzpersonal besetzt. Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder Praktikanten/-innen (Hilfspersonal Pflege/Betreuung) machten 25,9 Prozent der VZÄ aus. 18,1 Prozent der VZÄ wurden durch Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung besetzt. Das sind erneut leicht weniger als im Vorjahr (2023: 18,4%). Im Gegenzug verfügte mehr Pflegepersonal als im Vorjahr über keine oder eine fachfremde Ausbildung (2024: 5,6%, 2023: 4,8%).


LUSTAT Statistik Luzern / 23. Oktober 2025 / Autorin: Eliane Degonda

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