Alters- und Pflegeheime im Kanton Uri 2024

Weniger Eintritte in Urner Heime

Anfang 2024 stellten im Kanton Uri 9 Pflegeheime 552 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung zur Verfügung. Das sind 11 Plätze mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2024 betrug die Zahl der Bewohner/innen – unverändert zum Vorjahr – 542 Personen.

Die Auslastung der Urner Institutionen betrug im Jahresdurchschnitt 98,6 Prozent (2023: 99,1%). Das ist erneut die höchste Auslastung aller Zentralschweizer Kantone. Die mittlere Auslastung der Zentralschweiz insgesamt lag bei 96,3 Prozent.

Frauenanteil im Heim steigt mit zunehmendem Alter

2024 erfolgte im Kanton Uri ein Heimeintritt im Schnitt mit 85,3 Jahren. Damit ist das durchschnittliche Eintrittsalter der Heimbewohner/innen innerhalb von zehn Jahren angestiegen (2015: 83,6 Jahre). Unter anderem ermöglichen der medizinische Fortschritt sowie der Ausbau von ambulanten Pflege- und Hilfsangeboten einen zunehmend späteren Eintritt in die stationäre Pflege, was einem Bedürfnis der älteren Bevölkerung entspricht.

Der Anteil der Bevölkerung im Alter von über 65 Jahren, der in einem Pflegeheim lebt, betrug im Kanton Uri 6,3 Prozent (2023: 6,4%). Damit weist Uri in der Zentralschweiz nach wie vor den höchsten Anteil der Heimbewohnenden im Alter ab 65 Jahren aus (ZCH-Durchschnitt: 5,5%). Der Anteil der 95-jährigen und älteren Urner/innen, der im Heim lebte, stieg 2024 um 6,0 Prozentpunkte auf 64,5 Prozent. Von den Urner Frauen im Alter über 95 Jahren lebten 70,4 Prozent in einem Heim (Männer: 50,0%).

2024 waren insgesamt 67,7 Prozent aller Urner Heimbewohnenden weiblich. Der Frauenanteil in den Alters- und Pflegeheimen steigt tendenziell mit zunehmendem Alter an. 2024 waren 77,6 Prozent der Urner Heimbewohnenden im Alter ab 95 Jahren Frauen. Der Frauenanteil in den Heimen erhöht sich unter anderem auch dadurch, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können anderseits im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen.

Eintritte in Urner Heime gesunken

2024 zählten die Urner Pflegeheime 296 Eintritte. Das sind 10,0 Prozent weniger als im Vorjahr. 43,2 Prozent der Eintritte erfolgten mit Absicht eines Kurzzeitaufenthalts. Das sind annähernd gleich viele wie im Vorjahr. Kurzzeitaufenthalte in Heimen können Angehörige entlasten und bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Im Kanton Uri ist der Anteil der Kurzzeitaufenthalte innerhalb von zehn Jahren um rund einen Zehntel angestiegen (2015: 33,5%).

Von den 2024 ins Heim eingetretenen Langzeitaufenthalter/innen hatten 39,3 Prozent zuvor im eigenen Zuhause gelebt. 30,4 Prozent kamen vom Krankenhaus und 20,8 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt nach einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führte, endeten die Langzeitaufenthalte grösstenteils mit dem Lebensende der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,9 Jahre (2015: 2,5 Jahre). Im Durchschnitt war die Aufenthaltsdauer bei den Frauen länger als bei den Männern (3,4 vs. 2,3 Jahre).

Pflegeintensive Aufenthaltstage leicht gestiegen

Im Kanton Uri wurden 2024 knapp 199'200 Heimtage fakturiert, das sind erneut mehr als im Vorjahr (+1,8%). Tage, an welchen ein Heimzimmer trotz Abwesenheit der Klientenschaft reserviert bleibt, werden als Reservationstage erfasst. Ohne Reservationstage belief sich die Anzahl der fakturierten Aufenthaltstage auf knapp 196'300 Tage.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufe 1–2, 1–40 Min./Tag) blieb im Kanton Uri 2024 bei 22,5 Prozent stabil (2023: 22,6%). Der Anteil an fakturierten Aufenthaltstagen mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41–140 Min./Tag) ist gegenüber dem Vorjahr zum vierten Mal in Folge gesunken – auf 52,7 Prozent. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit sehr hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) ist leicht gestiegen (von 23,9 auf 24,8%).

Weniger Pflegepersonal in Aus- und Weiterbildung

Ende 2024 waren insgesamt 762 Personen in den Urner Pflegeheimen beschäftigt. Das sind 22 Beschäftigte mehr als im Vorjahr (+3,0%). Die Beschäftigten besetzten mit 504 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) im Jahresmittel gleich viele Stellen wie im Vorjahr. Zwei Drittel aller VZÄ waren von Pflegepersonal besetzt (64,5%). Pro 1000 verrechnete Heimtage standen insgesamt 2,6 VZÄ zur Verfügung, wovon 1,7 VZÄ auf die Pflege entfielen. In der Zentralschweiz insgesamt kamen auf 1000 verrechnete Heimtage 3,1 VZÄ, davon 1,9 VZÄ in der Pflege.

Die meisten Stellen in der Pflege nahm Fachpersonal ein (45,9%). Der Anteil an VZÄ, die von Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder Praktikanten/-innen (Hilfspersonal Pflege/Betreuung) besetzt waren, betrug 28,3 Prozent. Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung hatten 19,4 Prozent der VZÄ inne, was einem Rückgang um 2,6 Prozentpunkte entspricht. Pflegepersonal ohne oder mit einer fachfremden Ausbildung besetzten 2,0 Prozent der VZÄ (2023: 2,2%).


LUSTAT Statistik Luzern / 23. Oktober 2025 / Autorin: Eliane Degonda

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