Alters- und Pflegeheime im Kanton Obwalden 2024

Eintritte in Obwaldner Heime erneut gesunken

Anfang 2024 boten 7 Alters- und Pflegeheime im Kanton Obwalden 475 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an (ohne Kurhaus am Sarnersee). Das sind erneut mehr Plätze als im Vorjahr. Zum Jahresende lebten 454 Bewohner/innen in den Heimen des Kantons. Auch diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr erneut gewachsen (+6,8%).

Die Institutionen waren im Jahresdurchschnitt zu 93,8 Prozent ausgelastet (2023: 91,4%). Die Auslastung ist damit zwar im dritten Jahr in Folge gestiegen, liegt aber weiterhin tiefer als jene der Zentralschweizer Kantone insgesamt (96,3%).

Fast drei Viertel der Obwaldner Heimbewohnenden sind Frauen

Im Kanton Obwalden erfolgte 2024 der Heimeintritt im Schnitt mit 84,6 Jahren. Das durchschnittliche Eintrittsalter der Heimbewohner/innen ist innerhalb von zehn Jahren tendenziell angestiegen (2015: 83,4 Jahre). Unter anderem ermöglicht der medizinische Fortschritt sowie der Ausbau von ambulanten Pflege- und Hilfsangeboten einen zunehmend späteren Eintritt in die stationäre Pflege.

Der Anteil der Bevölkerung im Alter über 65 Jahren, der in einem Pflegeheim lebt, lag in Obwalden bei 5,3 Prozent, was leicht mehr ist als im Vorjahr (2023: 5,2 Prozent). Im 10-Jahres-Vergleich ist der im Heim lebenden Bevölkerungsanteil ab 65 Jahren aber kontinuierlich gesunken (2015: 6,4%). Gesunken ist 2024 auch der Anteil der 95-jährigen und älteren Bevölkerung, der in einem Pflegeheim lebt – von 54,5 auf 51,3 Prozent. Von den Obwaldner Frauen im Alter ab 95 Jahren lebten 55,6 Prozent in einem Heim (Männer: 35,3%).

2024 waren 71,6 Prozent der Obwaldner Heimbewohnenden weiblich. Der Frauenanteil in den Heimen steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Im Alter von 95 und mehr Jahren betrug der Frauenanteil unter den Obwaldner Heimbewohnenden 85,4 Prozent. Der Anteil der Frauen erhöht sich in den Heimen, unter anderem auch dadurch, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können umgekehrt im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen.

Erneut weniger Eintritte in Obwaldner Heime

2024 wurden im Kanton Obwalden 314 Heimeintritte gezählt. Das sind erneut weniger als im Vorjahr (–11,3%). Der Rückgang ist erneut sowohl bei den Kurzzeitaufenthalten als auch bei Aufenthalten mit langfristiger Absicht zu verzeichnen.

2024 initiierten im Kanton Obwalden 49,0 Prozent der Heimeintritte einen Kurzzeitaufenthalt. Das sind 17,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Innerhalb von zehn Jahren ist der Anteil an Kurzzeitaufenthalten aber deutlich gestiegen (2015: 41,6%). Kurzzeitaufenthalte in Heimen können Angehörige entlasten und bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.

51,0 Prozent der Obwaldner Heimeintritte erfolgten 2024 mit langfristiger Absicht. Ein Eintritt aus dem eigenen Zuhause erfolgte bei 40,0 Prozent der Langzeitaufenthalter/innen. 25,0 Prozent kamen vom Krankenhaus und 30,0 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Der Austritt aus einem Kurzzeitaufenthalt führte in den meisten Fällen zurück nach Hause. Anders bei den Langzeitaufenthalten: Sie endeten in 81,3 Prozent der Fälle mit dem Lebensende der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,2 Jahre. Im Durchschnitt war die Aufenthaltsdauer bei den Frauen länger als bei den Männern (2,3 vs. 2,0 Jahre).

Pflegeintensive Aufenthaltstage erneut gestiegen

Im Kanton Obwalden wurden 2024 knapp 163'000 Heimtage fakturiert. Das sind erneut mehr als im Vorjahr (+3,7%). Tage, an welchen ein Heimzimmer trotz Abwesenheit der Klientenschaft reserviert bleibt, werden als Reservationstage erfasst. Ohne Reservationstage belief sich die Anzahl fakturierter Aufenthaltstage auf gut 161'900, auch das eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr (+4,3%).

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage mit keinem oder niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufe 1–2, 1 bis 40 Min./Tag) betrug im Kanton Obwalden 2024 mit 18,9 Prozent weniger als im Vorjahr (2023: 21,5%). Der Anteil an fakturierten Aufenthaltstagen mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41–140 Min./Tag) stieg mit 53,9 Prozent hingegen leicht an (2023: 52,8%). Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) machte 27,2 Prozent der Aufenthaltstage aus und ist damit in Obwalden gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen (2023: 25,6%).

Mehr Pflegepersonal mit Fachausbildung

Ende 2024 waren insgesamt 778 Personen in den Obwaldner Alters- und Pflegeheimen beschäftigt. Das sind erneut mehr als im Vorjahr (+7,9%). Diese besetzten im Jahresmittel 551 Vollzeitäquivalente (VZÄ), ein Plus von 6,0 Prozent. 323 der 551 VZÄ waren von Pflegepersonal besetzt (+6,3%). Pro 1000 verrechnete Heimtage standen insgesamt 3,4 VZÄ zur Verfügung, wovon 2,0 VZÄ auf die Pflege entfielen.

Die VZÄ in der Pflege waren auch 2024 am häufigsten mit Fachpersonal besetzt (43,6%). Das Fachpersonal in der Pflege nahm gegenüber dem Vorjahr zu (+10,9%). Das Assistenzpersonal hatte 1,4 Prozent inne. 28,4 Prozent der Pflegestellen waren mit Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder solche in Praktika (Hilfspersonal Pflege/Betreuung) besetzt. Der Anteil der VZÄ, der durch Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung besetzt war, blieb mit 23,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut nahezu unverändert. Ein geringer Anteil der VZÄ in der Pflege (3,0%) wurde durch Personen ohne oder mit fachfremder Ausbildung besetzt. Das sind markant weniger als im Vorjahr (2023: 8,1%).


LUSTAT Statistik Luzern / 23. Oktober 2025 / Autorin: Eliane Degonda

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