Alters- und Pflegeheime im Kanton Nidwalden 2024
Eintritte in Nidwaldner Heime rückläufig
Anfang 2024 boten die 7 Pflegeheime im Kanton Nidwalden 505 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an (Anzahl kann von derjenigen der bis Ende Jahr bewilligten Plätze abweichen). Das sind 29 Plätze mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende lebten 476 Bewohner/innen in den Heimen.
Die Institutionen waren im Jahresdurchschnitt zu 96,1 Prozent ausgelastet. Die Auslastung ist gegenüber dem Vorjahr gesunken (2023: 98,2%) und liegt 2024 praktisch gleichauf mit jener der Zentralschweiz insgesamt (96,3%).
Zwei Drittel der Nidwaldner Heimbewohnenden sind Frauen
Im Kanton Nidwalden wurde 2024 ein Langzeitaufenthalt im Heim im Schnitt mit 83,3 Jahren angetreten. Damit liegt das durchschnittliche Eintrittsalter der Heimbewohner/innen höher als im Vorjahr (2023: 80,5 Jahre).
Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren, der in einem Pflegeheim lebt, ist im Kanton Nidwalden gegenüber dem Vorjahr auf 4,5 Prozent gesunken (2023: 4,8%). In der Zentralschweiz insgesamt lag entsprechender Anteil bei 5,5 Prozent. Der Anteil der 95-jährigen und älteren Nidwaldner/innen, der in einem Pflegeheim lebt, lag 2024 bei 48,1 Prozent. Er ist gegenüber dem Vorjahr gesunken (2023: 52,6%). Von den Nidwaldnerinnen im Alter ab 95 Jahren lebten 62,0 Prozent in einem Heim (Männer: 25,8%).
2024 waren zwei Drittel der Nidwaldner Heimbewohnenden weiblich (66,8%). Der Frauenanteil in den Pflegeheimen steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. 2024 waren mehr als drei Viertel der 95-jährigen und älteren Heimbewohnenden in Nidwalden Frauen (79,5%). Der Frauenanteil in den Heimen erhöht sich unter anderem dadurch, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können umgekehrt im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen.
Weniger Eintritte in Nidwaldner Heime
2024 gab es im Kanton Nidwalden 330 Heimeintritte. Damit ist die Zahl der Eintritte gegenüber dem Vorjahr um 22,4 Prozent zurückgegangen, nachdem sie drei Jahre in Folge zugenommen hatte.
Von den Heimeintritten 2024 initiierten 40,3 Prozent einen Kurzaufenthalt (2023: 44,9%). Kurzzeitaufenthalte können der Entlastung der Angehörigen dienen sowie bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Als Teil der intermediären Strukturen gewinnen sie zunehmend an Bedeutung.
59,7 Prozent der Nidwaldner Heimeintritte erfolgten 2024 mit langfristiger Absicht. Von den eingetretenen Langzeitaufenthalter/innen hatten 31,0 Prozent zuvor im eigenen Zuhause gelebt, 40,6 Prozent kamen aus einem Krankenhaus und 22,3 Prozent aus einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt nach einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führte, endeten die Langzeitaufenthalte in 81,1 Prozent der Fälle mit dem Lebensende der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,1 Jahre. Im Durchschnitt war die Aufenthaltsdauer bei Frauen länger als bei Männern (2,4 vs. 1,7 Jahre).
Pflegeintensive Aufenthaltstage sind stabil geblieben
2024 wurden im Kanton Nidwalden knapp 177'700 Heimtage in Rechnung gestellt. Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent. Tage, an welchen ein Heimzimmer trotz Abwesenheit der Klientenschaft reserviert bleibt, werden als Reservationstage erfasst. Ohne Reservationstage belief sich die Anzahl der fakturierten Aufenthaltstage auf gut 175'100.
Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit keinem oder niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufe 1–2, 1 bis 40 Min./Tag) ist im Kanton Nidwalden 2024 mit 14,5 Prozent leicht gesunken. Der Anteil der Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41–140 Min./Tag) nahm von 51,9 auf 52,1 Prozent leicht zu. Der Anteil der Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) blieb gegenüber dem Vorjahr bei 33,4 Prozent stabil.
Mehr Pflegepersonal mit Fachausbildung
2024 waren in den Nidwaldner Pflegeheimen insgesamt 803 Personen beschäftigt. Diese besetzten im Jahresmittel 541 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Das sind erneut mehr als im Vorjahr (2023: 509 VZÄ). 333 der 541 Vollzeitäquivalente waren mit Pflegepersonal besetzt. Pro 1000 verrechnete Heimtage standen insgesamt 3,1 VZÄ zur Verfügung, wovon 1,9 VZÄ auf die Pflege entfielen.
Die Pflegestellen waren mit 43,6 Prozent am häufigsten mit Fachpersonal besetzt, ein Ansteig von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 6,2 Prozent hatten das Assistenzpersonal und 28,2 Prozent der Stellen hatten Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder in einem Praktikum (Hilfspersonal Pflege/Betreuung) inne. 18,6 Prozent besetzte Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung. Der Anteil des Pflegepersonals ohne oder mit fachfremder Ausbildung betrug 3,4 Prozent.
LUSTAT Statistik Luzern / 23. Oktober 2025 / Autorin: Eliane Degonda
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