Beschäftigte und Betriebe 2024

Das Beschäftigungswachstum hat sich 2024 abgeschwächt

Im Jahr 2024 waren im Kanton Luzern insgesamt 274'115 Stellen mit unterschiedlichen Pensen besetzt. Das sind – auf Vollzeitstellen umgerechnet – 205'335 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Über alle Branchen hinweg entspricht dies einer Zunahme um 1'065 VZÄ gegenüber dem Vorjahr (+0,5%; CH: +0,6%). Damit hat sich das Beschäftigungswachstum gegenüber den Vorjahren deutlich abgeschwächt. Dies zeigen die neusten Zahlen der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT).

Dienstleistungssektor sorgt für Beschäftigungswachstum

Über alle Wirtschaftssektoren hinweg wurden im Kanton Luzern Ende 2024 per Saldo 1'065 Vollzeitäquivalente (VZÄ) mehr registriert als im Vorjahr. Das Beschäftigungswachstum war ausschliesslich auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen. Dort nahm die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr um 1'788 VZÄ beziehungsweise 1,3 Prozent zu. Im Industriesektor ging die Beschäftigung hingegen um 621 VZÄ (–1,2%) zurück. Auf gesamtschweizerischer Ebene war das Beschäftigungswachstum ebenfalls ausschliesslich auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen.

Auf Ebene der Wirtschaftsabschnitte trug insbesondere das Gesundheits- und Sozialwesen zum Beschäftigungswachstum bei. Hier wurden 792 VZÄ mehr gezählt als im Vorjahr (+3,0%). Ebenfalls deutlich zugenommen hat die Beschäftigung bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+302 VZÄ), bei Erziehung und Unterricht (+269 VZÄ), bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+268 VZÄ) sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+264 VZÄ). Demgegenüber verzeichnete die Herstellung von Waren mit einem Minus von 831 VZÄ (–2,5%) den stärksten absoluten Beschäftigungsrückgang. Auch im Gastgewerbe (–368 VZÄ; –4,1%) sowie im Bereich Handel und Motorfahrzeuge (–304 VZÄ; –1,1%) wurden weniger Vollzeitäquivalente gezählt als im Vorjahr.

Herstellung von Waren bleibt beschäftigungsstärkster Wirtschaftsabschnitt

Das starke Wachstum des Dienstleistungssektors intensivierte die grosse Bedeutung dieses Sektors: Ende 2023 waren über zwei Drittel aller Luzerner Vollzeitäquivalente in diesem Sektor angesiedelt (69,6%). Mit umgerechnet 32'785 Vollzeitstellen war die Warenherstellung kantonsweit der Wirtschaftsabschnitt mit den meisten Stellen (16,0% aller VZÄ). Es folgen die Bereiche "Handel, Motorfahrzeuge" (27'579 VZÄ resp. 13,5%) und Gesundheits- und Sozialwesen (26'629 VZÄ resp. 13,0%).

Auch 2024 blieb der Dienstleistungssektor für die Luzerner Beschäftigung von grosser Bedeutung. 70,2 Prozent aller Vollzeitäquivalente waren in diesem Sektor angesiedelt. Auf den Industriesektor entfielen 25,8 Prozent, auf den Landwirtschaftssektor 4,1 Prozent. Mit 31'954 Vollzeitäquivalenten blieb die Herstellung von Waren kantonsweit der Wirtschaftsabschnitt mit den meisten Stellen (15,6% aller VZÄ). Es folgten das Gesundheits- und Sozialwesen mit 27'421 VZÄ (13,4%) und der Bereich Handel und Motorfahrzeuge mit 27'275 VZÄ (13,3%).

Zahl der Arbeitsstätten nimmt zu

Im Kanton Luzern nahm 2024 nicht nur die Zahl der Beschäftigten, sondern auch die Zahl der Arbeitsstätten zu. Insgesamt wurden 34'296 Arbeitsstätten gezählt. Das waren 456 beziehungsweise 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Wachstumsrate lag damit über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 0,9 Prozent. Besonders deutlich war die Zunahme im Dienstleistungssektor. Dort stieg die Zahl der Arbeitsstätten von 24'738 auf 25'133 (+1,6%). Im Industriesektor erhöhte sie sich von 4'641 auf 4'705 (+1,4%). Im Landwirtschaftssektor blieb die Zahl mit 4'458 Arbeitsstätten gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (–0,1%). Von den rund 34'300 Arbeitsstätten im Kanton Luzern entfielen damit 73,3 Prozent auf den Dienstleistungssektor. Der Industriesektor kam auf einen Anteil von 13,7 Prozent, der Landwirtschaftssektor auf 13,0 Prozent.

KMU prägen die Luzerner Unternehmenslandschaft

Die Luzerner Unternehmenslandschaft ist stark von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geprägt. Von den insgesamt 30'919 marktwirtschaftlichen Unternehmen, die 2024 im Kanton Luzern tätig waren, gehörten 98,8 Prozent zu den KMU mit weniger als 250 Beschäftigten. Besonders häufig waren Mikrounternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten: Sie machten 86,9 Prozent aller Unternehmen aus. Auch als Arbeitgeber spielen KMU eine bedeutende Rolle. Von den insgesamt 234'209 Beschäftigten in marktwirtschaftlichen Unternehmen arbeiteten 68,6 Prozent in einem KMU. Rund ein Viertel aller Beschäftigten (25,4%) war in Mikrounternehmen tätig, 22,0 Prozent in kleinen und 21,2 Prozent in mittleren Unternehmen. Auf Grossunternehmen mit schweizweit mindestens 250 Beschäftigten entfielen 31,4 Prozent der Beschäftigten. Gegenüber 2023 nahm die Zahl der marktwirtschaftlichen Unternehmen um 447 auf 30'919 zu (+1,5%).

Hohe Frauenanteile im Gesundheits- und Sozialwesen

Im Kanton Luzern hat seit 2011 das Beschäftigungsvolumen der weiblichen Beschäftigten stärker zugenommen als jenes der männlichen. Frauen sind vergleichsweise häufig im Dienstleistungssektor beschäftigt, Männer hingegen stärker im Industriesektor. Besonders bedeutend für die Beschäftigung von Frauen ist das Gesundheits- und Sozialwesen: Jede vierte von einer Frau besetzte Stelle ist in diesem Wirtschaftsabschnitt angesiedelt. Gleichzeitig wies das Gesundheits- und Sozialwesen 2024 mit 79,0 Prozent den höchsten Frauenanteil auf. Ebenfalls hohe Frauenanteile verzeichneten die Bereiche sonstige Dienstleistungen (67,4%) sowie Erziehung und Unterricht (67,0%). Zu den sonstigen Dienstleistungen zählen beispielsweise Coiffeurbetriebe oder Wäschereien. Stark von Männern geprägt ist dagegen das Baugewerbe, in dem der Frauenanteil bei 12,8 Prozent lag.

LUSTAT Statistik Luzern / 3. November 2026

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