Gemeindefinanzen – Rechnungsabschlüsse 2025
Hoher Gesamtüberschuss, grosse Unterschiede zwischen den Gemeinden
Im Rechnungsjahr 2025 erzielten die Luzerner Gemeinden insgesamt ein positives Rechnungsergebnis mit einem Ertragsüberschuss von 282,2 Millionen Franken. Dieses Ergebnis ist das bisher zweithöchste und liegt 13,1 Millionen Franken unter dem rekordhohen Vorjahresergebnis. Das hohe positive Ergebnis wird massgeblich von den Städten Kriens und Luzern verantwortet. Von den 79 Gemeinden wiesen 59 einen positiven und 20 Gemeinden einen negativen Abschluss aus.
Erträge übertreffen Budgeterwartungen
Der Gesamtaufwand aller Gemeinden ist im Rechnungsjahr 2025 um 239,1 Millionen auf 4,4 Milliarden Franken gestiegen und der Gesamtertrag um 226,0 Millionen auf 4,6 Milliarden Franken. Damit resultiert ein Ertragsüberschuss von 282,2 Millionen Franken, womit das zweithöchste Ergebnis seit Beginn der Datenreihe 1992 erzielt wurde. Die ursprünglich von den Stimmberechtigten beschlossenen Budgets für das Jahr 2025 hatten insgesamt einen Aufwandüberschuss von 41,3 Millionen Franken vorgesehen. Das Ergebnis lag somit um 323,4 Millionen Franken über den Erwartungen. 74 von 79 Gemeinden konnten besser abschliessen als budgetiert. Das bessere Ergebnis wurde massgeblich dank der Erträge erzielt, die bei den meisten Gemeinden höher ausfielen als veranschlagt. Der Gesamtaufwand der Gemeinden lag etwas höher als budgetiert. Im Einzelnen fiel der Aufwand bei 39 Gemeinden höher und bei 40 Gemeinden tiefer aus als in den Budgets.
3 von 4 Gemeinden mit Ertragsüberschuss
Im Rechnungsjahr 2025 erzielten 59 der 79 Luzerner Gemeinden einen positiven Rechnungsabschluss (+3 gegenüber Vorjahr). Was den Umfang der Ertragsüberschüsse betrifft, unterscheiden sich die Gemeinden stark. Überschüsse von über einer Million Franken resultierten bei 27 Gemeinden. An der Spitze steht die Stadt Kriens mit 96,0 Millionen Franken. Die Stadt Luzern steht mit ihrem Überschuss an zweiter Stelle (92,7 Mio. Fr.). Mit zusammen über 188,7 Millionen Franken Überschuss verantworten die beiden Städte massgeblich den hohen Überschuss der Gemeinden insgesamt. An dritter Stelle folgt die Gemeinde Meggen mit einem Überschuss von 26,9 Millionen Franken.
Ein negatives Rechnungsergebnis wiesen 20 Gemeinden aus (–3 gegenüber Vorjahr). Die höchsten Aufwandüberschüsse resultierten in den Gemeinden Schenkon (1,8 Mio. Fr.), Oberkirch (1,8 Mio. Fr.) und der Stadt Willisau (1,0 Mio. Fr.). Aufwandüberschüsse werden aus dem bestehenden Eigenkapital gedeckt. Ende 2025 wies keine Gemeinde einen Bilanzfehlbetrag aus.
Aufwandüberschüsse hauptsächlich aufgrund betrieblicher Tätigkeit
Das Gesamtergebnis der Gemeinden lässt sich unterteilen in ein operatives Ergebnis und ein ausserordentliches Ergebnis. Das operative Ergebnis setzt sich wiederum aus dem Ergebnis betrieblicher Tätigkeit und dem Finanzergebnis zusammen. Die verschiedenen Ergebnisbestandteile werden in der gestuften Erfolgsrechnung dargestellt.
Bei der überwiegenden Mehrzahl der 20 Gemeinden, die 2025 ein negatives Gesamtergebnis verzeichneten, resultierte dieses hauptsächlich aufgrund eines Defizits aus der betrieblichen Tätigkeit. Davon wiesen 7 Gemeinden neben dem negativen betrieblichen Ergebnis auch ein negatives Finanzergebnis aus. Die Gemeinde Wolhusen verzeichnete als einzige Gemeinde zusätzlich ein negatives ausserordentliches Ergebnis (Zins- und Amortisation LUPK-Darlehen).
Ein negatives Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit, welches jedoch durch ein positives Finanzergebnis bzw. ausserordentliche Erträge (Entnahmen aus Aufwertungsreserven) kompensiert werden konnte, wiesen 10 Gemeinden aus.
Zunahme bei Gewinnsteuer, Abnahme bei Kapitalsteuer
Die grösste Ertragsquelle der Gemeinden sind die Fiskalerträge (2025: 2,0 Mrd. Fr.). Schliesst man die internen Verrechnungen und Umlagen von der Betrachtung der Erträge aus, tragen die Fiskalerträge über die Hälfte (2025: 56,4%) zur Finanzierung der Gemeindehaushalte bei. Die Fiskalerträge verzeichneten 2025 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 78,3 Millionen Franken (+4,2%). Im Vergleich der verschiedenen Ertragsarten ist dies in absoluten Beträgen der höchste Anstieg. Die zweitgrösste Finanzierungsquelle sind die Transfererträge (2025: 0,9 Mrd. Fr.). Diese sind gegenüber dem Vorjahr um 68,0 Millionen Franken angestiegen (+8,4%).
Die Fiskalerträge gliedern sich in vier Steuerarten: die direkten Steuern natürlicher Personen (2025: 1'377,7 Mio. Fr.), die direkten Steuern juristischer Personen (455,8 Mio. Fr.), die Sondersteuern (115,3 Mio. Fr.) sowie die Besitz- und Aufwandsteuern (15,1 Mio. Fr.). Die Erträge aller vier Steuerarten sind gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Den höchsten Anstieg verzeichneten die Steuern der natürlichen Personen (+48,5 Mio. Fr.), gefolgt von den Steuern der juristischen Personen (+19,6 Mio. Fr.). Bei den natürlichen Personen verantworteten sowohl die Einkommenssteuern wie auch die Vermögenssteuern die Zunahme (+37,3 bzw. +20,6 Mio. Fr.). Die treibende Kraft hinter dem Anstieg bei den juristischen Personen waren die Gewinnsteuern. Diese nahmen um 33,5 Millionen Franken zu. Abgenommen haben dagegen die Kapitalsteuern (–12,2 Mio. Fr.). Mit der Steuergesetzrevision 2025 war die Kapitalsteuer je Einheit gesenkt worden.
Höchste Zunahme der Nettobelastung bei der Bildung
Die Aufwände der Gemeinden in den verschiedenen Aufgabenbereichen (Funktionen) können sowohl brutto als auch netto ausgewiesen werden. Die Bruttobetrachtung zeigt die gesamthaft anfallenden Kosten je Bereich inklusive der intern verrechneten Kosten und der Umlagen. In der Nettobetrachtung (Nettobelastung) werden die eingehenden Erträge, welche einem Bereich zugeordnet werden können, abgezogen. Dazu zählen Beiträge, Entschädigungen, Anteile an zweckgebundenen Erträgen und intern weiterverrechnete Kosten. Im Bereich Volkswirtschaft generieren Konzessionen und Verkäufe Einnahmen. Die Nettobelastung zeigt somit denjenigen Teil des Gemeindehaushalts, der schliesslich aus allgemeinen Steuergeldern und Finanzausgleichszahlungen finanziert wird.
Im Rechnungsjahr 2025 betrug die Nettobelastung über alle Hauptaufgabenbereiche (ohne Finanzen und Steuern) 1,9 Milliarden Franken. Dem Hauptaufgabenbereich Finanzen und Steuern werden die Erträge aus den Steuereinnahmen (Fiskalerträge) und die Finanzausgleichszahlungen zugeordnet. Aus diesem Grund weist dieser Bereich stets eine hohe negative Nettobelastung aus und ist mit den übrigen Bereichen nicht direkt vergleichbar.
Der Bereich mit der höchsten Nettobelastung war im Rechnungsjahr 2025 die Bildung mit 611,3 Millionen Franken, gefolgt von der sozialen Sicherheit mit 593,2 Millionen Franken. An dritter Stelle stand der Bereich Gesundheit mit 225,0 Millionen Franken.
Die Nettobelastung (ohne Finanzen und Steuern) stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 132,9 Millionen Franken. Die Nettobelastung wuchs in allen betreffenden Aufgabenbereichen.
Der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultierte im Bereich Bildung (+46,5 Mio. Fr.). Im grösseren Umfang angestiegen sind die Kosten im Bereich Sonderschulung sowie bei der Primar- und Sekundarstufe. Den zweithöchsten Anstieg der Nettobelastung verzeichnete der Aufgabenbereich Gesundheit (+40,6 Mio. Fr.). In diesem Aufgabenbereich verantwortete die Restfinanzierung Langzeitpflege wesentlich den hohen Kostenanstieg. Rund die Hälfte davon entfällt auf einen Sondereffekt der Stadt Kriens.
Im Zeitverlauf sind insbesondere die Massnahmen der Aufgaben- und Finanzreform 18 (AFR18) im Jahr 2020 sichtbar. So zeigen sich aufgrund der Reform Verschiebungen der Nettobelastung gegenüber dem Vorjahr in den Aufgabenbereichen Bildung, soziale Sicherheit sowie Verkehr und Nachrichtenübermittlung.
Nettoinvestitionen von 411 Millionen Franken
Die Investitionen können im Zeitverlauf und zwischen den Gemeinden erheblich schwanken. Im Rechnungsjahr 2025 wurden netto 411,3 Millionen Franken investiert (+74,8 Mio. Fr. gegenüber Vorjahr). Der grösste Anteil davon floss in den Aufgabenbereich Bildung (204,5 Mio. Fr.). Dieser Bereich verzeichnete auch den grössten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (+51,5 Mio. Fr.). Bis auf drei Gemeinden wiesen alle der 79 Luzerner Gemeinden Investitionen im Aufgabenbereich Bildung aus. Mit 66,6 Millionen Franken floss der zweithöchste Anteil in den Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung, gefolgt vom Bereich Umweltschutz und Raumordnung mit 41,1 Millionen Franken. Auch in diesen beiden Bereichen verbuchte die überwiegende Mehrheit der Gemeinden Investitionsausgaben.
LUSTAT Statistik Luzern / 23. Juli 2026 / Autorin: Anita Brunner
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