Alters- und Pflegeheime im Kanton Uri 2025

Urner Pflegeheime verzeichnen wieder mehr Eintritte

Anfang 2025 standen in den 9 Urner Pflegeheimen insgesamt 551 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung zur Verfügung, nahezu gleich viele wie im Vorjahr. Ende Jahr lebten 541 Bewohner/innen in den Urner Pflegeheimen. Auch ihre Zahl blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Die Auslastung der Urner Pflegeheime betrug 2025 im Jahresdurchschnitt 98,9 Prozent (2024: 98,6%). Wie bereits im Vorjahr wies der Kanton Uri damit die höchste Auslastung unter den Zentralschweizer Kantonen auf (Zentralschweizer Durchschnitt: 96,3%).

Gut zwei Drittel der Bewohner/innen sind Frauen

Im Kanton Uri betrug 2025 der Anteil der über 65-jährigen Bevölkerung, der in einem Pflegeheim lebt, 6,1 Prozent (2024: 6,3%). Damit wies der Kanton Uri innerhalb der Zentralschweiz weiterhin den höchsten Anteil auf (ZCH-Durchschnitt: 5,4%). Bei den 95-jährigen und älteren Urner/innen blieb der Anteil der in einem Pflegeheim lebenden Personen mit 64,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. In dieser Altersgruppe unterschieden sich die Anteile von Frauen und Männern kaum (64,4 vs. 64,0%).

Gut zwei Drittel der Bewohner/innen der Urner Pflegeheime waren 2025 Frauen (69,1%). Bei den 95-Jährigen und Älteren lag der Frauenanteil mit 70,4 Prozent auf einem ähnlichen Niveau. Der hohe Frauenanteil hängt unter anderem mit der höheren Lebenserwartung von Frauen zusammen. Zudem leben Frauen im höheren Alter häufiger allein, während pflegebedürftige Männer eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen können.

Mehr Eintritte in Urner Pflegeheime

Im Kanton Uri wurden 2025 insgesamt 317 Eintritte in die Pflegeheime verzeichnet. Das sind 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf Langzeitaufenthalte. Der Anteil der Langzeiteintritte nahm gegenüber dem Vorjahr leicht ab (–1,6 Prozentpunkte). Das Durchschnittsalter beim Eintritt in einen Langzeitaufenthalt betrug 84,8 Jahre und lag damit knapp ein Jahr höher als zu Beginn des betrachteten 10-Jahres-Zeitraums.

Vor dem Langzeitaufenthalt lebten 36,0 Prozent der Bewohner/innen im eigenen Zuhause, 29,1 Prozent hielten sich in einem Krankenhaus und weitere 30,3 Prozent in einer anderen Institution auf. Gut neun Zehntel der Langzeitaufenthalte endeten 2025 mit dem Tod der Bewohner/innen (90,4%). Ein durchschnittlicher Langzeitaufenthalt dauerte 2,6 Jahre. Im Kanton Uri lebten Männer mit durchschnittlich 2,9 Jahren länger im Pflegeheim als Frauen (2,3 Jahre).

Anteil der Kurzzeiteintritte nimmt zu

2025 entfielen 44,8 Prozent der Eintritte in die Urner Pflegeheime auf Kurzzeitaufenthalte, leicht mehr als im Vorjahr (2024: 43,2%). Seit 2016 ist dieser Anteil um 7,7 Prozentpunkte gestiegen. Kurzzeitaufenthalte in Pflegeheimen können Angehörige entlasten oder bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Durchschnittsalter beim Eintritt lag 2025 bei 83,5 Jahren und damit nahezu auf dem Niveau von 2016.

Mehr als die Hälfte der Kurzzeiteintritte erfolgten 2025 aus einem Krankenhaus (58,5%) und rund ein Drittel von zu Hause (34,5%). Die übrigen Bewohner/innen kamen aus einer anderen Institution (2,1%) oder von anderen Aufenthaltsorten (4,9%) ins Pflegeheim. Gut die Hälfte der Kurzzeitaufenthalte endete mit der Rückkehr ins eigene Zuhause. Bei rund einem Viertel erfolgte am Ende des Kurzzeitaufenthalts ein Übertritt in eine andere Institution. Ein Übertritt in eine andere Institutions kann auch einen Wechsel in einen Langzeitaufenthalt bedeuten. Bei 14,8 Prozent endete der Aufenthalt mit dem Tod der Bewohner/innen.

Ein Kurzzeitaufenthalt dauerte 2025 durchschnittlich 41,7 Tage. Männer hielten sich mit 46,2 Tagen deutlich länger im Pflegeheim auf als Frauen (38,4 Tage). Bezüglich der Dauer der Kurzzeitaufenthalte zeigt sich im Kanton Uri langfristig kein eindeutiger Trend.

Fakturierte Aufenthalts- und Reservationstage auf Vorjahresniveau

Mit knapp 198'990 fakturierten Aufenthalts- und Reservationstagen bewegte sich der Kanton Uri 2025 nahezu auf dem Niveau des Vorjahrs. Reservationstage fallen an, wenn ein stationärer Platz trotz Abwesenheit der Bewohner/innen freigehalten wird. Ohne Reservationstage wurden knapp 195'600 Aufenthaltstage fakturiert.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufen 1–2, 1–40 Min./Tag) blieb im Kanton Uri 2025 mit 22,4 Prozent stabil (2024: 22,5%). Der Anteil an fakturierten Aufenthaltstagen mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufen 3–7, 41–140 Min./Tag) ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen auf 53,6 Prozent. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit sehr hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) ist dagegen leicht gesunken auf 24,1 Prozent.

Beschäftigungsvolumen höher als im Vorjahr

In den Urner Pflegeheimen waren Ende 2025 792 Personen beschäftigt, 30 Personen mehr als im Vorjahr. Auch das Beschäftigungsvolumen nahm zu: Im Jahresmittel entsprach es 518 Vollzeitäquivalenten (VZÄ, 2024: 504 VZÄ). Knapp zwei Drittel der VZÄ entfielen auf das Pflegepersonal (64,7%). Pro 1000 verrechnete Aufenthaltstage standen insgesamt 2,6 VZÄ zur Verfügung, davon 1,7 VZÄ in der Pflege.

Den grössten Anteil an den VZÄ des Pflegepersonals hatte 2025 mit 44,2 Prozent das Fachpersonal inne, etwas weniger als im Vorjahr. Auf das Hilfspersonal Pflege/Betreuung (Abschluss Pflegehelfer/in SRK oder Praktikumsstelle) entfielen 29,3 Prozent und auf das Assistenzpersonal 4,7 Prozent. Der Anteil des Pflegepersonals in Aus- oder Weiterbildung betrug 19,3 Prozent, jener des Personals ohne oder mit fachfremder Ausbildung 2,5 Prozent.

Über den betrachteten 10-Jahres-Zeitraum hat sich die Zusammensetzung des Pflegepersonals verändert: Während der Anteil des Assistenzpersonals um 2,7 Prozentpunkte zurückging, nahmen die meisten übrigen Anteile zu. Lediglich der Anteil ohne oder mit fachfremder Ausbildung ging um 0,5 Prozentpunkte leicht zurück.

Pflege verursacht knapp die Hälfte des Gesamtaufwands

Die Gesamtkosten der Urner Pflegeheime beliefen sich 2025 auf gut 57 Millionen Franken. Die Kosten entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (54,0%) sowie auf die Pflegeleistungen gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG), die 45,7 Prozent der Gesamtkosten ausmachten. Ein Aufenthaltstag im Pflegeheim kostete durchschnittlich 294 Franken, davon entfielen 134 Franken auf pflegerische Leistungen. Innerhalb von zehn Jahren stiegen die Gesamtkosten der Urner Pflegeheime um 11,0 Prozent. Der Aufwand pro Aufenthaltstag erhöhte sich um 12,2 Prozent. Etwas stärker nahm der Aufwand für pflegerische Leistungen pro Pflegetag zu (+18,6%).

Den Aufwendungen der Urner Pflegeheime standen 2025 Betriebserträge von rund 56 Millionen Franken gegenüber. Die Erträge entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (53,6%) sowie auf die Pflegeleistungen (46,0%). Während die Kosten für die Pension und die Betreuung grundsätzlich von den Bewohner/innen getragen werden, wird die Pflege von Krankenversicherern, Bewohner/innen und der öffentlichen Hand gemeinsam finanziert.


LUSTAT Statistik Luzern / 27. Oktober 2026

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