Alters- und Pflegeheime im Kanton Obwalden 2025

Mehr stationäre Pflegeplätze im Kanton Obwalden

Anfang 2025 boten 7 Pflegeheime im Kanton Obwalden 481 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an (ohne Kurhaus am Sarnersee). Das sind etwas mehr Plätze als im Vorjahr. Zum Jahresende lebten 446 Bewohner/innen in den Pflegeheimen des Kantons, 1,8 Prozent weniger als 2024.

Die Pflegeheime waren im Jahresdurchschnitt zu 89,3 Prozent ausgelastet, weniger als im Vorjahr (2024: 93,8%). Damit wies der Kanton Obwalden 2025 die tiefste Auslastung unter den Zentralschweizer Kantonen auf und lag unter dem Zentralschweizer Durchschnitt von 96,3 Prozent. Die rückläufige Belegung könnte unter anderem mit der zunehmenden ambulanten Pflege und Hilfe durch Spitex-Organisationen und selbstständigen Pflegefachpersonen zusammenhängen.

Frauen bilden die Mehrheit der Bewohner/innen

2025 lebten im Kanton Obwalden 5,0 Prozent der über 65-jährigen Bevölkerung in einem Pflegeheim. Der Anteil lag tiefer als im Vorjahr (2024: 5,3%) und leicht unter dem Zentralschweizer Durchschnitt (5,4%). Der Rückgang entspricht der längerfristigen Entwicklung (2016: 6,2%). Bei den 95-jährigen und älteren Obwaldner/innen setzt sich längerfristig ebenfalls der Rückgang fort: Der Anteil der in einem Pflegeheim lebenden Personen sank zwischen 2016 und 2025 von 53,2 auf 45,1 Prozent. Bei den Frauen dieser Altersgruppe lag der Anteil 2025 mit 47,1 Prozent höher als bei den Männern (39,1%).

Der Frauenanteil unter den Bewohner/innen der Obwaldner Pflegeheime lag 2025 bei 69,1 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt er an: Bei den 95-Jährigen und Älteren waren 2025 knapp vier Fünftel der Bewohner/innen weiblich (78,0%). Der hohe Frauenanteil hängt unter anderem mit der höheren Lebenserwartung von Frauen zusammen. Zudem leben Frauen im höheren Alter häufiger allein, während pflegebedürftige Männer häufiger auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen können.

Weniger Langzeiteintritte in Obwaldner Pflegeheime

2025 wurden im Kanton Obwalden 243 Eintritte in die Pflegeheime verzeichnet. Das sind erneut weniger als im Vorjahr (–22,6%). Knapp die Hälfte der Eintritte erfolgte mit der Absicht eines langfristigen Aufenthalts (47,3%). Damit ist die Zahl der Langzeiteintritte gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken (–28,1%). Das Durchschnittsalter beim Eintritt in einen Langzeitaufenthalt lag 2025 bei 85,0 Jahren und damit gut zwei Jahre höher als noch 2016.

Bei 36,5 Prozent der Eintritte in einen Langzeitaufenthalt kamen die Bewohner/innen aus dem eigenen Zuhause ins Pflegeheim, 29,6 Prozent hielten sich vor dem Eintritt in einem Krankenhaus und 27,8 Prozent in einer anderen Institution auf. 2025 endeten knapp neun Zehntel der Langzeitaufenthalte mit dem Tod der Bewohner/innen (87,2%). Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,2 Jahre. Frauen lebten länger im Pflegeheim als Männer (2,9 vs. 1,1 Jahre).

Kurzzeiteintritte erneut gesunken

2025 galten im Kanton Obwalden 128 Eintritte einem Kurzzeitaufenthalt. Das sind erneut weniger als im Vorjahr (–16,9%). Der Anteil der Kurzzeitaufenthalte an allen Eintritten beträgt 52,7 Prozent. Seit 2016 ist dieser Anteil um 9,8 Prozentpunkte gestiegen. Kurzzeitaufenthalte in Pflegeheimen können Angehörige entlasten oder bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Durchschnittsalter beim Kurzzeiteintritt lag 2025 bei 83,3 Jahren und damit eineinhalb Jahre tiefer als im Jahr 2016.

Mehr als die Hälfte der Kurzzeiteintritte erfolgte 2025 aus einem Krankenhaus (55,5%), gut ein Drittel von zu Hause (35,2%). Die übrigen Kurzzeitaufenthalte wurden aus einer anderen Institution (5,5%) oder von anderen Aufenthaltsorten (3,9%) aus angetreten. Über die Hälfte der Kurzzeitaufenthalte endete 2025 mit der Rückkehr ins eigene Zuhause. Gut ein Fünftel endete mit dem Übertritt in eine andere Institution (22,8%). Ein Übertritt in eine andere Institution kann auch einen Wechsel in einen Langzeitaufenthalt bedeuten. Bei 16,7 Prozent endete der Kurzzeitaufenthalt mit dem Tod der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Kurzzeitaufenthalts betrug 33,7 Tage. Bei Frauen dauerte der Aufenthalt mit durchschnittlich 37,2 Tagen etwas länger als bei Männern (30,6 Tage). Die Dauer der Kurzzeitaufenthalte zeigt im Kanton Obwalden langfristig keinen eindeutigen Trend.

Pflegeintensive Aufenthaltstage weiterhin ansteigend

2025 wurden im Kanton Obwalden gut 156'800 Aufenthalts- und Reservationstage fakturiert, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Reservationstage fallen an, wenn ein stationärer Platz trotz Abwesenheit der Bewohner/innen freigehalten wird. Ohne Reservationstage belief sich die Zahl der fakturierten Aufenthaltstage auf rund 155'300.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage mit keinem oder niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufen 1–2, 1 bis 40 Min./Tag) ist im Kanton Obwalden 2025 erneut gesunken und betrug 16,8 Prozent (2024: 18,9%). Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufen 3–7, 41–140 Min./Tag) sank ebenfalls, auf 52,7 Prozent (2024: 53,9%). Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) stieg hingegen leicht auf 30,4 Prozent an (2024: 27,2%).

Mehr Beschäftigte und höheres Beschäftigungsvolumen

Die Obwaldner Pflegeheime beschäftigten 2025 insgesamt 867 Personen und damit 89 Personen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) im Jahresmittel erhöhte sich um 7,0 Prozent auf 589. Über die Hälfte der VZÄ entfielen auf das Pflegepersonal. Dessen Beschäftigungsvolumen nahm gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zu (+7,2%). Pro 1000 verrechnete Aufenthaltstage standen insgesamt 3,8 VZÄ zur Verfügung, davon 2,3 VZÄ in der Pflege.

Über den betrachteten 10-Jahres-Zeitraum hat sich die Zusammensetzung des Pflegepersonals verändert: Während der Anteil des Personals in Aus- oder Weiterbildung um 7,8 Prozentpunkte zunahm, gingen die Anteile des Assistenzpersonals und des Personals ohne oder mit fachfremder Ausbildung um 2,3 bzw. 5,2 Prozentpunkte zurück.

Die Förderung der Ausbildung im Pflegebereich ist ein Ziel der Pflegeinitiative. Mit Ausbildungsvereinbarungen und finanzieller Unterstützung soll dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Der Ausbau der Ausbildung kann für die Pflegeheime mit höheren Ausbildungskosten verbunden sein.

Pflege macht gut zwei Fünftel des Gesamtaufwands aus

Die Gesamtkosten der Obwaldner Pflegeheime beliefen sich 2025 auf gut 62 Millionen Franken. Die Kosten entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (55,4%) sowie auf die Pflegeleistungen gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG), die 44,1 Prozent der Gesamtkosten ausmachten. Ein Aufenthaltstag im Pflegeheim kostete durchschnittlich 375 Franken, davon entfielen 166 Franken auf pflegerische Leistungen. Innerhalb von zehn Jahren stiegen die Gesamtkosten der Obwaldner Pflegeheime um 42,1 Prozent. Der Aufwand pro Aufenthaltstag erhöhte sich um 6,8 Prozent. Deutlich stärker nahm der Aufwand für pflegerische Leistungen pro Pflegetag zu (+20,3%). Diese Entwicklung sowie die Zunahme des Pflegepersonals stehen im Zusammenhang mit dem steigenden Pflegebedarf der Bewohner/innen, der sich in einem höheren Anteil an Aufenthaltstagen in den oberen Pflegestufen zeigt.

Den Aufwendungen der Obwaldner Pflegeheime standen 2025 Betriebserträge von rund 58 Millionen Franken gegenüber. Die Erträge entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (55,9%) sowie auf die Pflegeleistungen (43,6%). Während die Kosten für die Pension und die Betreuung grundsätzlich von den Bewohner/innen getragen werden, wird die Pflege von Krankenversicherern, Bewohner/innen und der öffentlichen Hand gemeinsam finanziert.


LUSTAT Statistik Luzern / 27. Oktober 2026

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