Alters- und Pflegeheime im Kanton Nidwalden 2025
Mehr Plätze für stationäre Pflege im Kanton Nidwalden
Die Zahl der stationären Plätze in den 7 Nidwaldner Pflegeheimen nahm 2025 weiter zu. Anfang Jahr standen 522 Plätze für Pflege und Betreuung zur Verfügung, 17 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl kann von derjenigen der bis Ende Jahr bewilligten Plätze abweichen. Zum Jahresende lebten 497 Bewohner/innen in den Pflegeheimen.
Die Nidwaldner Pflegeheime waren im Jahresdurchschnitt zu 94,8 Prozent ausgelastet. Damit setzte sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahr fort (2024: 96,1%). Zugleich lag die Auslastung deutlich unter dem Zentralschweizer Durchschnitt (96,3%).
Höherer Frauenanteil in den älteren Altersgruppen
Der Anteil der über 65-jährigen Bevölkerung, der in einem Pflegeheim lebt, lag im Kanton Nidwalden mit 4,6 Prozent auf dem Niveau des Vorjahrs. In der Zentralschweiz insgesamt lag der entsprechende Anteil bei 5,4 Prozent. Längerfristig zeigt sich im Kanton Nidwalden eine rückläufige Entwicklung (2016: 5,6%). Anders entwickelte sich der Anteil bei den 95-jährigen und älteren Nidwaldner/innen: Er erhöhte sich von 52,7 Prozent im Jahr 2016 auf 56,3 Prozent im Jahr 2025. Von den Nidwaldnerinnen im Alter ab 95 Jahren lebten 65,5 Prozent in einem Pflegeheim (Männer: 40,6%).
Knapp zwei Drittel der Bewohner/innen der Nidwaldner Pflegeheime waren 2025 Frauen (62,4%). Mit zunehmendem Alter steigt ihr Anteil: Bei den 95-Jährigen und Älteren waren knapp drei Viertel der Bewohner/innen weiblich (73,5%). Der hohe Frauenanteil hängt unter anderem mit der höheren Lebenserwartung von Frauen zusammen. Zudem leben Frauen im höheren Alter häufiger allein, während pflegebedürftige Männer häufiger auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen können.
Mehr Eintritte bei rückläufigem Langzeitanteil
Im Kanton Nidwalden wurden 2025 insgesamt 425 Eintritte verzeichnet, 28,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Gut die Hälfte der Eintritte erfolgte mit der Absicht eines langfristigen Aufenthalts. Damit ist der Anteil der Langzeiteintritte gegenüber dem Vorjahr gesunken (–7,5 Prozentpunkte). Das Durchschnittsalter beim Eintritt in einen Langzeitaufenthalt lag 2025 bei 83,1 Jahren und damit ein halbes Jahr tiefer als 2016.
Vor dem Langzeitaufenthalt hielten sich 40,1 Prozent der Bewohner/innen in einem Krankenhaus und 30,6 Prozent in einer anderen Institution auf. Weitere 27,0 Prozent lebten vor dem Eintritt in den Langzeitaufenthalt im eigenen Zuhause. Knapp vier Fünftel der Langzeitaufenthalte endeten 2025 mit dem Tod der Bewohner/innen (79,5%). Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,2 Jahre. Frauen lebten länger im Pflegeheim als Männer (2,6 vs. 1,6 Jahre).
Anteil der Kurzzeiteintritte gestiegen
2025 entfielen 47,8 Prozent der Eintritte in die Nidwaldner Pflegeheime auf Kurzzeitaufenthalte – etwas mehr als im Vorjahr (2024: 40,3%). Seit 2016 hat sich die Zahl der Kurzzeiteintritte mehr als verdoppelt: von 88 auf 203 Eintritte. Kurzzeitaufenthalte in Pflegeheimen können Angehörige entlasten oder bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Durchschnittsalter beim Eintritt lag 2025 bei 83,5 Jahren und damit gut ein Jahr tiefer als im 10-Jahres-Vergleich.
Knapp drei Viertel der Kurzzeiteintritte erfolgten 2025 aus einem Krankenhaus (72,4%) und gut ein Fünftel von zu Hause (21,7%). Die übrigen Kurzzeiteintritte wurden aus anderen Institutionen (4,9%) oder anderen Aufenthaltsorten (1,0%) angetreten. Knapp zwei Drittel der Kurzzeitaufenthalte endeten mit der Rückkehr ins eigene Zuhause (61,4%). Gut ein Fünftel endete mit einem Übertritt in eine andere Institution (20,3%). Ein Übertritt in eine andere Institution kann auch einen Wechsel in einen Langzeitaufenthalt bedeuten. Bei rund 12,2 Prozent endete der Kurzzeitaufenthalt mit dem Tod der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Kurzzeitaufenthalts betrug 29,2 Tage. Bei Frauen dauerte der Aufenthalt mit durchschnittlich 31,3 Tagen etwas länger als bei Männern (26,9 Tage). Der Anteil der Kurzzeitaufenthalte mit einer Dauer von mehr als 60 Tagen sank von 46,7 Prozent im Jahr 2016 auf 32,0 Prozent im Jahr 2025. Bezüglich der Dauer der Kurzzeitaufenthalte ist im Kanton Nidwalden langfristig kein eindeutiger Trend erkennbar.
Anteil pflegeintensiver Aufenthaltstage leicht gestiegen
Die Zahl der fakturierten Aufenthalts- und Reservationstage belief sich im Kanton Nidwalden 2025 auf knapp 180'700 und lag damit 1,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Reservationstage fallen an, wenn ein stationärer Platz trotz Abwesenheit der Bewohner/innen freigehalten wird. Ohne Reservationstage wurden rund 177'700 Aufenthaltstage fakturiert.
Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit keinem oder niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufen 1–2, 1 bis 40 Min./Tag) ist im Kanton Nidwalden 2025 mit 12,4 Prozent erneut gesunken. Der Anteil der Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufen 3–7, 41–140 Min./Tag) stieg leicht von 52,1 auf 53,1 Prozent. Der Anteil der Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) verzeichnete ebenfalls einen leichten Anstieg auf 34,5 Prozent.
Beschäftigungsvolumen leicht gestiegen
Die Nidwaldner Pflegeheime beschäftigten 2025 insgesamt 803 Personen und damit gleich viele wie im Vorjahr. Im Jahresmittel entsprach dies 549 Vollzeitäquivalenten (VZÄ). Das sind etwas mehr als im Vorjahr (2024: 541 VZÄ). Auch beim Pflegepersonal nahm das Beschäftigungsvolumen zu: Die Zahl der VZÄ stieg auf 341 (2024: 333). Pro 1000 verrechnete Aufenthaltstage standen insgesamt 3,1 VZÄ zur Verfügung, davon 1,9 VZÄ in der Pflege.
Den grössten Anteil an den VZÄ des Pflegepersonals hatte 2025 mit 43,6 Prozent das Fachpersonal inne – unverändert gegenüber dem Vorjahr. Auf das Assistenzpersonal entfielen 5,2 Prozent und auf das Hilfspersonal Pflege/Betreuung (Abschluss Pflegehelfer/in SRK oder Praktikumsstelle) 28,5 Prozent. Der Anteil des Pflegepersonals in Aus- oder Weiterbildung stieg auf 19,8 Prozent, und jener des Personals ohne oder mit fachfremder Ausbildung sank auf 2,9 Prozent.
Über den betrachteten 10-Jahres-Zeitraum hat sich die Zusammensetzung des Pflegepersonals leicht verändert: Während der Anteil des Hilfspersonals Pflege/Betreuung um 4,2 Prozentpunkte zunahm, gingen die Anteile des Fachpersonals und des Personals in Aus- und Weiterbildung um 1,4 bzw. 1,8 Prozentpunkte zurück.
Knapp die Hälfte des Gesamtaufwands entfällt auf Pflege
Die Gesamtkosten der Nidwaldner Pflegeheime beliefen sich 2025 auf gut 62 Millionen Franken. Die Kosten entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (51,2%) sowie auf die Pflegeleistungen gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG), die 48,3 Prozent der Gesamtkosten ausmachten. Ein Aufenthaltstag im Pflegeheim kostete durchschnittlich 351 Franken. Davon entfielen 169 Franken auf pflegerische Leistungen. Innerhalb von zehn Jahren stiegen die Gesamtkosten der Nidwaldner Pflegeheime um 45,7 Prozent. Der Aufwand pro Aufenthaltstag erhöhte sich um 35,0 Prozent. Deutlich stärker nahm der Aufwand für pflegerische Leistungen pro Pflegetag zu (+43,2%).
Den Aufwendungen der Nidwaldner Pflegeheime standen 2025 Betriebserträge von rund 61 Millionen Franken gegenüber. Die Erträge entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (52,2%) sowie auf die Pflegeleistungen (46,0%). Während die Kosten für die Pension und die Betreuung grundsätzlich von den Bewohner/innen getragen werden, wird die Pflege von Krankenversicherern, Bewohner/innen und der öffentlichen Hand gemeinsam finanziert.
LUSTAT Statistik Luzern / 27. Oktober 2026
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