Alters- und Pflegeheime im Kanton Luzern 2025
Mehr Eintritte in Luzerner Pflegeheime
Anfang 2025 standen in den insgesamt 68 Luzerner Pflegeheimen (einschliesslich eines Altersheims und eines Klosters) 5'199 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung zur Verfügung – erneut etwas mehr als im Vorjahr (2024: 5'165 Plätze). Der Kanton Luzern verfügt damit über mehr als die Hälfte aller stationären Plätze der Zentralschweiz (ZCH: 9'836 Plätze).
In den Pflegeheimen des Kantons lebten am Jahresende 5'018 Bewohner/innen – leicht mehr als im Vorjahr (+1,3%). Die Luzerner Pflegeheime waren im Jahresdurchschnitt zu 96,9 Prozent ausgelastet, nahezu gleich stark wie im Vorjahr. Die Auslastung lag damit leicht über dem Zentralschweizer Durchschnitt (ZCH: 96,3%).
Frauenanteil steigt mit zunehmendem Alter
Der Anteil der über 65-jährigen Bevölkerung, der in einem Pflegeheim lebt, ist im Kanton Luzern leicht auf 5,9 Prozent gesunken. Der Rückgang entspricht auch der längerfristigen Entwicklung (2016: 7,1%). Bei den 95-Jährigen und Älteren sank der Bevölkerungsanteil, der in einem Pflegeheim lebt, innerhalb von zehn Jahren ebenfalls: von 58,3 Prozent im Jahr 2016 auf 53,6 Prozent im Jahr 2025. Bei den Frauen dieser Altersgruppe lag er 2025 bei 56,9 Prozent, bei den Männern bei 44,3 Prozent.
Gut zwei Drittel der Bewohner/innen der Luzerner Pflegeheime waren 2025 Frauen (67,7%). Mit zunehmendem Alter steigt ihr Anteil: Bei den 95-Jährigen und Älteren waren knapp vier Fünftel der Bewohner/innen weiblich (78,2%). Der hohe Frauenanteil hängt unter anderem mit der höheren Lebenserwartung von Frauen zusammen. Zudem leben Frauen im höheren Alter häufiger allein, während pflegebedürftige Männer häufiger auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen können.
Mehrheit der Eintritte entfällt auf Langzeitaufenthalte
2025 erfolgten von den insgesamt 3'598 Eintritten in die 68 Luzerner Pflegeheime 56,2 Prozent mit der Absicht eines langfristigen Aufenthalts. Gegenüber dem Vorjahr nahm dieser Anteil leicht zu (+1,0 Prozentpunkte). Das Durchschnittsalter beim Eintritt in einen Langzeitaufenthalt lag 2025 bei 83,5 Jahren und damit rund ein halbes Jahr höher als im Jahr 2016.
Vor dem Eintritt in einen Langzeitaufenthalt lebten 37,2 Prozent der Bewohner/innen im eigenen Zuhause. Weitere 32,1 Prozent traten 2025 aus einem Krankenhaus und 25,5 Prozent von einer anderen Institution ins Pflegeheim ein. 86,4 Prozent der Langzeitaufenthalte endeten 2025 mit dem Tod der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2,2 Jahre, wobei Frauen länger im Pflegeheim lebten als Männer (2,4 vs. 1,8 Jahre).
Anteil der Kurzzeiteintritte längerfristig steigend
2025 entfielen 43,8 Prozent aller Eintritte in Luzerner Pflegeheime auf Kurzzeitaufenthalte. Im Jahr 2016 betrug ihr Anteil noch 39,9 Prozent. Die Zahl der Eintritte in Kurzzeitaufenthalte lag 2025 bei 1'575 und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Kurzzeitaufenthalte in Pflegeheimen können Angehörige entlasten oder bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Durchschnittsalter beim Eintritt betrug 83,4 Jahre und lag damit eineinhalb Jahre höher als noch 2016.
Knapp zwei Drittel der Kurzzeiteintritte erfolgten 2025 aus einem Krankenhaus (62,1%) und rund ein Drittel von zu Hause (29,8%). Die übrigen Kurzzeiteintritte wurden aus anderen Institutionen (4,7%) oder anderen Aufenthaltsorten (3,4%) angetreten. Knapp die Hälfte der Kurzzeitaufenthalte endete mit der Rückkehr ins eigene Zuhause (46,7%). Gut ein Viertel endete mit dem Übertritt in eine andere Institution (25,7%). Ein Übertritt in eine andere Institution kann auch einen Wechsel in einen Langzeitaufenthalt bedeuten. 9,6 Prozent der Kurzzeitaufenthalte endeten 2025 mit dem Tod der Bewohner/innen. Die durchschnittliche Dauer eines Kurzzeitaufenthalts betrug 34,3 Tage. Bei Frauen dauerte der Aufenthalt mit durchschnittlich 34,6 Tagen etwas länger als bei Männern (33,8 Tage). Die Dauer der Kurzzeitaufenthalte zeigt im Kanton Luzern langfristig keinen eindeutigen Trend.
Langfristige Zunahme der Aufenthaltstage mit hohem Pflegebedarf
Die Luzerner Pflegeheime fakturierten 2025 gut 1'838'000 Aufenthalts- und Reservationstage und damit 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Reservationstage fallen an, wenn ein stationärer Platz trotz Abwesenheit der Bewohner/innen freigehalten wird. Ohne Reservationstage wurden rund 1'813'000 Aufenthaltstage fakturiert.
Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufen 1–2, 1–40 Min./Tag) entwickelte sich langfristig rückläufig. 2016 betrug der Anteil noch 19,8 Prozent, 2025 waren es 12,7 Prozent. Hingegen stieg der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit mittlerem Pflegeaufwand (Pflegestufen 3–7, 41–140 Min./Tag) auf 52,7 Prozent an (2016: 51,6%). Der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) belief sich 2025 auf 34,6 Prozent und lag damit deutlich höher als zehn Jahre zuvor (2016: 28,6%).
Personalbestand wächst weiter
Die Pflegeheime des Kantons Luzern beschäftigten Ende 2025 insgesamt 8'217 Personen und damit 268 Personen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) im Jahresmittel stieg erneut an und lag 2025 bei 5'855. Von den 5'855 VZÄ waren 3'702 VZÄ mit Pflegepersonal besetzt. Pro 1000 verrechnete Aufenthaltstage standen insgesamt 3,2 VZÄ zur Verfügung, davon 2,1 VZÄ in der Pflege.
2025 entfielen 44,0 Prozent der VZÄ in der Pflege auf Fachpersonal und 7,6 Prozent auf Assistenzpersonal. Der Anteil des Hilfspersonals Pflege/Betreuung (Abschluss Pflegehelfer/in SRK oder Praktikumsstelle) betrug 21,4 Prozent. Weitere 20,8 Prozent entfielen auf Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung und 5,8 Prozent auf Personal ohne oder mit fachfremder Ausbildung.
Über den betrachteten 10-Jahres-Zeitraum hat sich die Zusammensetzung des Pflegepersonals verändert: Während der Anteil des Personals in Aus- oder Weiterbildung um 6,8 Prozentpunkte zunahm, gingen die Anteile des Fachpersonals und des Personals ohne oder mit fachfremder Ausbildung um 3,7 bzw. 3,0 Prozentpunkte zurück.
Knapp die Hälfte des Gesamtaufwands entfällt auf Pflege
Die Gesamtkosten der Luzerner Pflegeheime beliefen sich 2025 auf gut 631 Millionen Franken. Die Kosten entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (51,5%) sowie auf die Pflegeleistungen gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG), die 47,6 Prozent der Gesamtkosten ausmachten. Ein Aufenthaltstag im Pflegeheim kostete durchschnittlich 348 Franken, davon entfielen 167 Franken auf pflegerische Leistungen. Innerhalb von zehn Jahren stiegen die Gesamtkosten der Luzerner Pflegeheime um 27,7 Prozent. Der Aufwand pro Aufenthaltstag erhöhte sich um 23,4 Prozent. Deutlich stärker nahm der Aufwand für pflegerische Leistungen pro Pflegetag zu (+32,5%).
Den Aufwendungen der Luzerner Pflegeheime standen 2025 Betriebserträge von rund 621 Millionen Franken gegenüber. Die Erträge entfielen nahezu vollständig auf die Bereiche Pension und Betreuung (53,4%) sowie auf die Pflegeleistungen (45,7%). Während die Kosten für die Pension und die Betreuung grundsätzlich von den Bewohner/innen getragen werden, wird die Pflege von Krankenversicherern, Bewohner/innen und der öffentlichen Hand gemeinsam finanziert.
LUSTAT Statistik Luzern / 27. Oktober 2026
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