Bildungsszenarien 2025–2039

Im Kanton Luzern steigt die Zahl der Lernenden weiter

Bildungsszenarien zeigen auf, wie sich die Lernendenzahlen unter Berücksichtigung von bestimmten Modellannahmen zukünftig entwickeln werden. Im Bildungsbereich sind solche Szenarien von hoher Bedeutung, sei es für die Planung im Bereich der Schulinfrastruktur (z.B. Schulraum) oder zur Abschätzung des zukünftigen Bedarfs an Lehrpersonen sowie zur Planung von deren Pensen.

Bevölkerungsentwicklung beeinflusst die Lernendenzahlen massgeblich

Hauptsächlicher Einflussfaktor für die Lernendenzahlen ist die Bevölkerungsentwicklung (vgl. Bevölkerungsszenarien 2025–2055). Im Kanton Luzern hat die Einschulung geburtenstarker Jahrgänge ab dem Schuljahr 2010/11 dazu geführt, dass die Zahl der Kinder in der Kindergartenstufe angestiegen ist. Die Zunahme hat sich danach mit entsprechenden zeitlichen Abständen über die weiteren Schulstufen fortgesetzt. Seit 2024/25 treten nun wieder weniger Kinder in die Kindergartenstufe ein, auf den höheren Schulstufen nimmt die Zahl der Lernenden jedoch vorläufig weiter zu. Auf der Sekundarstufe I steigt die Zahl der Lernenden seit 2018/19 an, und auf der Sekundarstufe II ist seit 2023/24 eine Zunahme zu beobachten. Wie die von LUSTAT aktualisierten Bildungsszenarien zeigen, werden die Lernendenzahlen insgesamt auch in den nächsten Schuljahren weiter ansteigen.

Nebst den demografischen Entwicklungen beeinflussen strukturelle Veränderungen im Bildungssystem die Grundgesamtheit der Schüler/innen. Solche strukturellen Veränderungen werden in das Berechnungsmodell der LUSTAT-Bildungsszenarien mit einbezogen.

Lernendenzahl in Kindergarten/Basisstufe sinkt bis 2028

Gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien wird die Zahl der Lernenden im Kindergarten und in der Basisstufe nach 2025 für drei Jahre abnehmen (2024/25–2028/29: −3%). Im Kindergarten wird die Zahl der Kinder bis ins Schuljahr 2028/29 auf rund 6'800 zurückgehen, während in der Basisstufe die Zahl bis 2029/30 auf rund 1'900 Kinder sinkt. Im Anschluss werden wieder steigende Lernendenzahlen erwartet.

Die Lernendenzahl im Kindergarten und in der Basisstufe ist nicht nur von demografiebedingten Effekten wie der Geburtenzahl abhängig, sondern auch davon, wie viele Kinder das freiwillige Kindergarten- und Basisstufenjahr besuchen. Seit dem Schuljahr 2016/17 verfügen alle Luzerner Gemeinden obligatorisch über ein 2-jähriges Kindergartenangebot (oder eine Basisstufe), wobei nur ein Jahr obligatorisch zu besuchen ist.

In den Primarschulen wird seit dem Schuljahr 2014/15 ein kontinuierliches Wachstum beobachtet. Die Lernendenzahl steigt gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien bis 2028/29 auf rund 26'900 Schüler/innen weiter an (gegenüber 2024/25: +5%). Danach wird die Zahl der Primarschülerinnen und -schüler bis 2032/33 leicht zurückgehen, bevor sie wieder ansteigt. Im Schuljahr 2039/40 werden 27'300 Lernende in der Primarschule erwartet.

Bis 2032 werden gut 15'000 Lernende auf Sekundarstufe I erwartet

Auf der Sekundarstufe I – hierzu zählen die Sekundarschule, die 1. bis 3. Klasse des Langzeitgymnasiums sowie die 1. Klasse des Kurzzeitgymnasiums – steigt die Zahl der Lernenden demografiebedingt seit dem Schuljahr 2018/19 an. Bis ins Schuljahr 2032/33 werden insgesamt gut 15'000 Lernende die Sekundarstufe I besuchen (gegenüber 2024/25: +16%).

An den Luzerner Sekundarschulen werden gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien bis ins Schuljahr 2032/33 gut 12'100 Lernende erwartet (gegenüber 2024/25: +17%). Damit wird der Höchstwert von 2007/08 übertroffen. Im Anschluss sinkt die Lernendenzahl bis zum Schuljahr 2036/37; danach steigt sie wieder an. Bis ins Schuljahr 2039/40 werden wiederum knapp 12'100 Lernende gezählt.

In den Gymnasien werden auf der Sekundarstufe I bis ins Schuljahr 2032/33 knapp 3'000 Lernende erwartet (gegenüber 2024/25: +12%). Dabei gehen die LUSTAT-Bildungsszenarien davon aus, dass im Raum Sursee die Übertritte ins Gymnasium leicht zunehmen werden, dies u.a. aufgrund von Zuzügen bildungsnaher Familien in die Region. Die Zahl der Gymnasiasten/-innen insgesamt (Sekundarstufe I und II) wird voraussichtlich bis zum Schuljahr 2034/35 auf rund 6'200 Lernende ansteigen (gegenüber 2024/25: +12%).

Höchststand der Lernenden in der beruflichen Grundbildung im Jahr 2035 erwartet

Auf der Sekundarstufe II steigen die Lernendenzahlen seit dem Schuljahr 2023/24 kontinuierlich an. Gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien wird die Zahl der Lernenden auf dieser Stufe bis im Schuljahr 2035/36 weiter ansteigen. In der beruflichen Grundbildung wird dann ein Höchststand von rund 18'000 Lernenden erreicht (gegenüber 2024/25: +27%). Gezählt werden Ausbildungen zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ oder Berufsattest EBA (ohne Ausbildungen an privaten Handelsschulen).

In der beruflichen Grundbildung sind die Szenarien mit grösseren Unsicherheiten behaftet, da nebst demografischen Aspekten auch viele weitere Faktoren die Entwicklung wesentlich beeinflussen, wie z.B. die Attraktivität des Ausbildungsangebots oder die Situation auf dem Arbeitsmarkt sowie die persönlichen Ausbildungsentscheide der Lernenden. Zudem ist davon auszugehen, dass sich die verschiedenen Bildungsfelder der beruflichen Grundbildung aufgrund gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen unterschiedlich entwickeln werden.

Bei den Fachmittelschulen gehen die LUSTAT-Bildungsszenarien von zukünftig leicht erhöhten Übertritten aus. Bis in die Schuljahre 2035/36 und 2036/37 wird ein Höchstwert von rund 470 Schüler/innen erwartet (gegenüber 2024/25: +19%).

Die LUSTAT-Bildungsszenarien werden regelmässig aktualisiert

Die LUSTAT-Bildungsszenarien werden in periodischen Abständen auf Basis neuer demografischer Entwicklungen sowie den sich verändernden Gegebenheiten im Bildungssystem aktualisiert. Die verschiedenen Modellannahmen werden jeweils in Zusammenarbeit mit Experten/-innen des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern getroffen. Szenarien sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet, und die Unsicherheit steigt mit zunehmendem Zeithorizont. Die Ergebnisse hängen stark von den in den Berechnungsmodellen getroffenen Annahmen und Hypothesen sowie deren Quantifizierbarkeit und der damit verbundenen Datenverfügbarkeit ab.

Detaillierte Informationen zur Berechnungsweise und zur Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse der LUSTAT-Bildungsszenarien 2025–2039 finden sich im Methodenbericht.

Für das erste Szenarienjahr 2025/26 liegen mittlerweile bereits die aktuell erhobenen Werte vor, vergleiche auch den Webartikel "Bildung im Kanton Luzern 2025/2026".

LUSTAT Statistik Luzern / 12. Mai 2026 / Autorin: Angela Kaufmann

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