Zu- und Wegzüge 2015–2025
Junge Erwachsene sind besonders umzugsfreudig
Die Bevölkerung des Kantons Luzern wächst zu einem grossen Teil durch Zuwanderung. Zwischen 2015 und 2025 zogen insgesamt rund 33'700 Personen mehr in den Kanton Luzern als aus ihm wegzogen (Wanderungssaldo). Die Wanderungsbewegungen waren damit für 71,8 Prozent des Bevölkerungswachstums in diesem Zeitraum verantwortlich. Rund 90 Prozent des Wanderungsgewinns stammten aus dem internationalen Austausch, während die Wanderungsbilanz mit den anderen Kantonen nur leicht positiv ausfiel. Besonders mobil sind junge Erwachsene: Bei ihnen fallen sowohl die Zu- und Wegzüge über die Kantonsgrenze als auch die Umzüge innerhalb des Kantons vergleichsweise hoch aus. Rund um das Pensionsalter ist die Wanderungsbilanz hingegen negativ. Innerhalb des Kantons verlieren die städtischen Gemeinden durch Umzüge in leichtem Ausmass Bevölkerung an die intermediären und ländlichen Gemeinden.
Internationaler Austausch sorgt für den grössten Wanderungsgewinn
Der Wanderungsgewinn des Kantons Luzern ist zu einem Grossteil auf die Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen. Zwischen 2015 und 2025 zogen 78'185 Personen aus dem Ausland in den Kanton Luzern. Im gleichen Zeitraum verliessen 47'878 Personen den Kanton in Richtung Ausland. Daraus ergibt sich ein internationaler Wanderungsgewinn von 30'307 Personen. Er macht rund 90 Prozent des gesamten Wanderungsgewinns in diesem Zeitraum aus. Zu den internationalen Zuzügen zählen auch Personen, die von der nichtständigen in die ständige Wohnbevölkerung wechseln. Dies geschieht beispielsweise, wenn sich ihr Aufenthaltsstatus ändert oder ihre Aufenthaltsdauer zwölf Monate überschreitet.
Anders sieht die Bilanz bei den Wanderungen zwischen den Kantonen aus. Zwar zogen zwischen 2015 und 2025 mit 89'130 Personen mehr Menschen aus anderen Kantonen nach Luzern als aus dem Ausland. Gleichzeitig verliessen aber auch 85'758 Personen den Kanton Luzern in Richtung eines anderen Kantons. Unter dem Strich fiel der Wanderungsgewinn aus dem Austausch mit den anderen Kantonen mit 3'372 Personen deutlich geringer aus als jener aus dem internationalen Austausch. In den Jahren 2016 bis 2018 war die Bilanz sogar negativ: Es zogen jeweils mehr Personen aus Luzern in andere Kantone als umgekehrt.
2025 verliessen mehr Schweizer/innen den Kanton Luzern als zuzogen
Nach Staatsangehörigkeiten betrachtet ist der Wanderungsgewinn des Kantons Luzern seit vielen Jahren hauptsächlich auf Ausländer/innen zurückzuführen. Seit der Jahrtausendwende war die Wanderungsbilanz ausländischer Staatsangehöriger durchgehend positiv. Die Wanderungsbilanz der Schweizer/innen bewegt sich hingegen deutlich näher bei null und fällt in einzelnen Jahren auch negativ aus. So verliessen beispielsweise auch 2025 insgesamt 313 Schweizer/innen mehr Luzern als in den Kanton zuzogen.
Rund ums Rentenalter wird die Wanderungsbilanz negativ
Eine Betrachtung der Wanderungsbewegungen nach Alter zeigt: Zwischen 2015 und 2025 war der Wanderungsgewinn bei den 20- bis 39-Jährigen mit Abstand am grössten. In dieser Altersgruppe zogen insgesamt 19'840 Personen mehr in den Kanton Luzern als ihn verliessen. Dieser Wanderungsgewinn ist fast vollständig auf die Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen. Auch bei den 0- bis 19-Jährigen (+9'328 Personen) und den 40- bis 64-Jährigen (+4'898 Personen) fiel die Wanderungsbilanz insgesamt positiv aus. Bei den 65-Jährigen und Älteren zeigt sich ein anderes Bild: In dieser Altersgruppe verliessen etwas mehr Personen Luzern als in den Kanton zuzogen. Zwischen 2015 und 2025 resultierte bei den Personen im Pensionsalter insgesamt ein Wanderungsverlust von 387 Personen.
Ein Blick auf die einzelnen Altersjahre zeigt zwei auffällige Muster: Bei den 26- bis 34-Jährigen ist die Wanderungsbilanz Luzerns mit den anderen Kantonen fast durchgehend negativ. In diesen Altersjahren ziehen also mehr Personen aus Luzern in einen anderen Kanton als umgekehrt. Der im Total positive Wanderungssaldo ist in diesen Altersjahren somit nur auf den Austausch mit dem Ausland zurückzuführen. Ein zweites Muster zeigt sich ab einem Alter von 58 Jahren: Die Wanderungsbilanz fällt nun häufiger negativ aus, besonders deutlich rund um das Pensionsalter zwischen 60 und 65 Jahren. Verantwortlich dafür sind vor allem die internationalen Wanderungen. In diesen Altersjahren ziehen mehr Personen aus dem Kanton Luzern ins Ausland als aus dem Ausland nach Luzern.
Zürich zieht besonders viele Luzerner/innen an
Im Austausch mit den anderen Kantonen verzeichnete der Kanton Luzern zwischen 2015 und 2025 insgesamt einen Wanderungsgewinn von 3'372 Personen. Gegenüber 20 Kantonen fiel die Bilanz positiv aus: Aus diesen Kantonen zogen mehr Personen nach Luzern als umgekehrt. Verlassen wurde der Kanton Luzern am häufigsten in Richtung der Kantone Aargau, Zürich und Bern. Aus denselben Kantonen zogen umgekehrt auch am meisten Personen in den Kanton Luzern. Mit Abstand die stärkste Anziehungskraft übten auf die Luzerner/innen die Kantone Zürich und Aargau aus. Gegenüber dem Kanton Zürich fiel die Wanderungsbilanz besonders deutlich negativ aus: Zwischen 2015 und 2025 zogen insgesamt 3'361 Personen mehr von Luzern nach Zürich als in die umgekehrte Richtung. Ausschlaggebend für diesen negativen Wanderungssaldo waren die 20- bis 39-Jährigen.
Städtische Gemeinden verlieren leicht durch innerkantonale Umzüge
Ein grosser Teil der Umzüge innerhalb des Kantons Luzern findet innerhalb desselben Raumtyps statt. Besonders ausgeprägt ist dies bei den städtischen Gemeinden: Zwischen 2015 und 2025 wurden rund 71'100 Umzüge von einer städtischen Gemeinde in eine andere städtische Gemeinde gezählt. Deutlich geringer waren die entsprechenden Wanderungsbewegungen innerhalb der intermediären und der ländlichen Gemeinden mit rund 12'400 bzw. 13'100 Umzügen.
Die Stadt/Land-Typologie 2020 geht auf die Gemeindetypologie 2020 des Bundesamts für Statistik (BFS) zurück. Die Gemeinden werden nach Dichte-, Grösse- und Erreichbarkeitskriterien 9 Kategorien zugeordnet, welche zu 3 Hauptkategorien zusammengefasst werden können: Städtische Gemeinden, ländliche Gemeinden und intermediäre Gemeinden. Letztere weisen sowohl städtische wie auch ländliche Merkmale auf.
Intermediär sind Gemeinden von mittlerer und hoher Dichte im periurbanen Raum sowie ländliche Regionalzentren.
Ländlich sind periurbane Gemeinden von geringer Dichte wie auch zentral oder peripher gelegene ländliche Gemeinden, die keine ländlichen Regionalzentren bilden.
Städtisch sind im Kanton Luzern die Kerngemeinden der Agglomeration Luzern und die Gemeinde Wikon (Agglomeration Olten-Zofingen) sowie weitere einzelne Kerngemeinden, die keiner Agglomeration angehören (Oberkirch, Sursee und Schenkon sowie Hochdorf).
Betrachtet man ausschliesslich die Umzüge zwischen unterschiedlichen Raumtypen, war der Austausch zwischen städtischen und intermediären Gemeinden am grössten. Insgesamt wechselten zwischen 2015 und 2025 knapp 39'600 Personen zwischen diesen beiden Raumtypen. Dabei zogen 20'883 Personen aus städtischen in intermediäre Gemeinden, während 18'692 Personen den umgekehrten Weg nahmen. Für die städtischen Gemeinden resultierte daraus ein Wanderungsverlust von 2'191 Personen. Etwas geringer war der Austausch zwischen städtischen und ländlichen Gemeinden. Insgesamt wechselten rund 26'100 Personen zwischen diesen beiden Raumtypen. Auch hier zogen etwas mehr Personen aus den städtischen Gemeinden weg als zu: 13'727 Personen wechselten von einer städtischen in eine ländliche Gemeinde, 12'389 nahmen den umgekehrten Weg. Daraus resultierte für die städtischen Gemeinden ein Wanderungsverlust von 1'338 Personen.
Ähnlich gross war mit rund 25'300 Personen der Austausch zwischen intermediären und ländlichen Gemeinden. Hier hielten sich die beiden Wanderungsrichtungen praktisch die Waage: 12'661 Personen zogen aus intermediären in ländliche Gemeinden und 12'633 aus ländlichen in intermediäre Gemeinden.
Insgesamt verloren die städtischen Gemeinden durch den Austausch mit den intermediären und den ländlichen Gemeinden 3'529 Personen. Die innerkantonalen Wanderungsbewegungen zeigen damit eine leichte Tendenz von den städtischen Gemeinden in Richtung der beiden anderen Raumtypen. Von einer Stadtflucht kann angesichts der insgesamt grossen Wanderungsbewegungen zwischen den Raumtypen jedoch nicht gesprochen werden.
Städtisch, ländlich oder intermediär: Das Alter prägt die Umzüge
Die Umzüge zwischen den verschiedenen Raumtypen hängen deutlich mit dem Alter zusammen. Besonders mobil sind junge Erwachsene: Zwischen etwa 20 und 35 Jahren finden vergleichsweise viele Wechsel zwischen Stadt, Land und intermediären Gebieten statt. Auffällig häufig sind in dieser Lebensphase Umzüge zwischen Städten und intermediären Gebieten. So erreichen im Betrachtungszeitraum 2015 bis 2025 beispielsweise die Umzüge von intermediären Gebieten in die Stadt bei Luzerner/innen im Alter von Mitte 20 ihren Höchststand.
Ein anderes Muster zeigt sich bei Kindern und Erwachsenen im typischen Familienalter. Bei kleinen Kindern sind insbesondere Umzüge aus der Stadt in intermediäre Gebiete oder aufs Land vergleichsweise häufig. Auch bei Erwachsenen im Alter zwischen etwa 25 und 40 Jahren sind diese Wanderungsrichtungen stark vertreten. Dies deutet darauf hin, dass Umzüge aus städtischen Gebieten ins Umland häufig in einer Lebensphase stattfinden, in der auch Familien mit Kindern besonders mobil sind. Die Daten zeigen allerdings nur die Umzüge nach Alter und erlauben keine Aussage über die jeweiligen Umzugsmotive.
Im Alter ab etwa 40 Jahren nimmt die Zahl der Umzüge zwischen den Raumtypen zunehmend ab. Im höheren Alter sind solche Wechsel vergleichsweise selten. Insgesamt konzentrieren sich die Wanderungsbewegungen zwischen Stadt, Land und intermediären Gebieten damit vor allem auf das junge Erwachsenen- und Familienalter.
LUSTAT Statistik Luzern / 23. Oktober 2026
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