Familien und Generationen 2023 - Hausarbeit und Kinderbetreuung
Haushalt und Kinderbetreuung häufig Frauensache
Hausarbeit
Die Hausarbeit wird in 49 Prozent der Luzerner Haushalte hauptsächlich durch die Frau erledigt, in weiteren 47 Prozent leisten beide Partner die Hausarbeit gemeinsam. Leben Kinder unter 4 Jahren im Haushalt, ist in 51 Prozent der Haushalte die Frau allein für die Hausarbeit zuständig; in 46 Prozent teilen sich beide Partner diese Verantwortung. Wohnen Kinder ab 4 Jahren im Haushalt, kümmert sich in 64 Prozent der Haushalte die Frau alleine um die Hausarbeit; in 33 Prozent fühlen sich beide Partner zuständig. In Haushalten ohne Kind beteiligen sich häufiger beide Partner an der Hausarbeit als in Haushalten mit Kindern: In 59 Prozent der kinderlosen Haushalte sind Mann und Frau zusammen für die Hausarbeit verantwortlich; in weiteren 36 Prozent liegt die Verantwortung ausschliesslich bei der Frau.
Die Hausarbeit wird in Luzerner Paarhaushalten mit Kindern unter 4 Jahren sowie in Paarhaushalten ohne Kinder ähnlich zwischen den Partnern aufgeteilt wie schweizweit. In Paarhaushalten mit Kindern ab 4 Jahren sind die Luzerner Frauen etwas häufiger hauptsächlich für die Hausarbeit zuständig als in der Schweiz insgesamt (64 vs. 58%); schweizweit wird die Hausarbeit etwas öfter von beiden Partnern gemeinsam geleistet als in Luzern (38 vs. 33%).
Frauen verantworten weiterhin in Hälfte der Haushalte die Hausarbeit alleine
Über alle Haushaltstypen hinweg hat sich im Lauf der Jahre (vgl. 2. Grafik in unten stehendem Slider) der Anteil der Luzerner Haushalte, in welchen die Hausarbeit hauptsächlich durch die Frau erledigt wird, zu anderen Modellen hin verschoben ("beide Partner zusammen", "hauptsächlich Mann zuständig" und andere Formen). Dabei hat vor allem die Variante "beide Partner zusammen" zugelegt. Auch bei der Erfragung einzelner Hausarbeiten zeichnet sich eine entsprechende Verschiebung ab (vgl. unten). Trotzdem tragen in den Luzerner Haushalten die Frauen auch 2023 in rund der Hälfte der Haushalte die Hauptverantwortung für die Hausarbeit.
Aufteilung der Hausarbeit unterliegt teilweise deutlicher Geschlechtertrennung
Die Aufteilung der Hausarbeit zwischen Mann und Frau innerhalb von Paarhaushalten unterscheidet sich 2023 je nach konkreter Aufgabe: Für das Organisieren von Geschenken wie auch für die Wäsche ist bei der Mehrheit der Luzerner Haushalte die Frau allein verantwortlich (je 65%). Auch das Putzen und die Organisation des Alltags wird bei rund der Hälfte der Haushalte von der Frau wahrgenommen. Anders bei den administrativen Arbeiten: Hier ist häufiger der Mann allein zuständig (38%) als die Frau (23%). In weiteren 39 Prozent der Haushalte verantworten beide Partner gemeinsam die administrativen Arbeiten. Kleinere Reparaturen werden mehrheitlich vom Mann erledigt (69%).
In Haushalten mit Kindern unter 13 Jahren erfolgt die Aufteilung der verschiedenen Hausarbeiten geschlechter-stereotypischer als in Paarhaushalten ohne Kinder: Die Frau (vgl. 2. Grafik in unten stehendem Slider) übernimmt hier häufiger allein die eher den Frauen zugesprochenen Arbeiten (z.B. Wäsche waschen, Organisation des Alltags, Putzen, Mahlzeiten zubereiten), während der Mann (vgl. 3. Grafik in unten stehendem Slider) häufiger typische "Männerarbeiten" wie administrative Arbeiten und Reparaturen allein übernimmt. Keine Unterscheidung zeigt sich beim Organisieren von Geschenken: Das wird in Paarhaushalten mit und ohne Kinder ähnlich häufig durch die Frau allein erledigt.
Zufriedenheit grösser, wenn Hausarbeit gemeinsam erledigt wird
Männer und Frauen in Luzerner Paarhaushalten zeigen sich zu grossen Teilen zufrieden mit der Aufteilung der Hausarbeit in ihrem Haushalt (85%). Dabei sind in Haushalten mit Kindern die Frauen seltener zufrieden als die Männer. Zudem sind Personen in Haushalten, in denen hauptsächlich die Frau für die Hausarbeit zuständig ist, deutlich seltener zufrieden als Personen in Haushalten, in denen die Hausarbeit von beiden Partnern gemeinsam erledigt wird. In letzteren Haushalten sind nahezu alle Befragten mit der Aufteilung zufrieden (96%).
Kinderbetreuung
2023 bleibt in 62 Prozent der Luzerner Paarhaushalten mit Kindern unter 13 Jahren ausschliesslich die Frau zu Hause, wenn die Kinder krank sind; in weiteren 33 Prozent tun dies beide Partner. Andere Aufgaben, wie mit den Kindern spielen oder die Kinder ins Bett bringen, übernehmen in einer Mehrheit der Haushalte (76 resp. 71%) beide Partner.
Frauen übernehmen öfter Aufgaben der Kinderbetreuung als Männer
Insgesamt werden in Luzerner Paarhaushalten mit Kindern unter 13 Jahren bestimmte Aufgaben der Kinderbetreuung häufiger von der Frau wahrgenommen als vom Mann. Gegenüber früheren Erhebungsjahren werden jedoch die meisten Kinderbetreuungsarbeiten 2023 deutlich seltener von der Frau allein geleistet und häufiger von beiden Partnern gemeinsam wahrgenommen. Keine solche Verschiebung fand beim "ins Bett bringen der Kinder" statt: Bereits 2013 war diese Aufgabe in 63 Prozent der Luzerner Paarhaushalte mit Kindern unter 13 Jahren gemeinsam von beiden Partnern wahrgenommen worden. Seither hat sich dieser Wert nicht signifikant erhöht (2023: 71%).
Frauen sind mit Aufteilung Kinderbetreuung etwas weniger zufrieden als Männer
Insgesamt ist ein Grossteil der Luzerner Paarhaushalte mit Kindern unter 13 Jahren mit der Aufteilung der Kinderbetreuung zufrieden (86%). Die Männer sind 2023 mit der Aufteilung der Kinderbetreuung zufriedener als die Frauen. Personen aus Paarhaushalten, in denen die Hausarbeit von beiden Partnern gemeinsam erledigt wird, sind mit der Aufteilung der Kinderbetreuung zufriedener als solche, in denen die Frau die ganze Hausarbeit allein leistet.
3 von 4 Haushalten mit Kindern nutzen familienergänzende Kinderbetreuung
75 Prozent der Luzerner Haushalte mit Kindern unter 13 Jahren lassen ihre Kinder familienergänzend betreuen. Haushalte mit dem jüngstem Kind im Alter von 0 bis 3 Jahren greifen häufiger auf eine familienergänzende Kinderbetreuung zurück als Haushalte mit einem jüngsten Kind im Alter von 4 bis 12 Jahren (82 vs. 70%). 2018 war das noch bei weniger Familien der Fall gewesen (61%). 2023 wird am häufigsten auf die Betreuung durch die Grosseltern zurückgegriffen (vgl. 2. Grafik in unten stehendem Slider): In über der Hälfte der Luzerner Paarhaushaushalte (53%) helfen die Grosseltern bei der Betreuung der Kinder. 33 Prozent der Haushalte lassen die Kinder durch eine Kita oder eine schulergänzende Einrichtung betreuen. Gegenüber 2018 hat der Anteil der Familien, welche auf die Unterstützung der Grosseltern zurückgreift, 2023 deutlich zugenommen (34 vs. 53%).
Schweizweit liegt der Anteil der Familien, welche die Kinder unter 13 Jahren fremdbetreuen lässt, ähnlich hoch wie im Kanton Luzern (CH: 74%). Im Vergleich zur Gesamtschweiz erfolgt die Fremdbetreuung im Kanton Luzern aber öfter durch die Grosseltern (LU: 53%, CH: 39%). Kitas und schulergänzende Kinderbetreuung werden anderseits im Kanton Luzern seltener genutzt als in der Gesamtschweiz (LU: 33%, CH: 44%).
Luzerner Grosseltern haben regelmässig Kontakt zu den Enkelkindern
Grosseltern sind für Familien eine wichtige Unterstützung in der Kinderbetreuung: 37 Prozent der Luzerner Bevölkerung im Alter von 50 bis 80 Jahren haben Enkelkinder (2023). Drei Viertel (75%) der Luzerner Grosseltern haben mindestens einmal pro Woche persönlichen oder telefonischen Kontakt mit ihren Enkelkindern. Gut die Hälfte (51%) der Luzerner Grosseltern betreut das am häufigsten betreute Enkelkind mindestens einmal pro Woche.
Geschlechterrollen
Für eine grosse Mehrheit (72%) der Luzerner Bevölkerung sind Männer und Frauen gleich geeignet, den Unterhalt der Familie zu verdienen; 27 Prozent schreiben diese Eignung den Männern zu. Für 82 Prozent eignen sich Männer und Frauen gleichermassen gut dafür, sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern; 17 Prozent sind der Meinung, Frauen seien dafür besser geeignet. Je rund zwei Drittel der Bevölkerung halten Männer und Frauen gleichermassen für fähig, sich um Kleinkinder oder um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern; je rund ein Drittel sind der Meinung, Frauen seien dafür besser geeignet.
Stereotypische Geschlechterrollen weichen etwas auf
Männer scheinen traditioneller eingestellt als Frauen (vgl. 2. Grafik in unten stehendem Slider): So halten sich Männer selber häufiger für besser geeignet, das Geld für den Unterhalt der Familie zu verdienen, als sie dies den Frauen zutrauen. Im Gegenzug sind Männer häufiger als Frauen davon überzeugt, Frauen sollten sich um Haushalt und Kinder kümmern oder Frauen seien besser geeignet, sich um Kleinkinder zu kümmern.
Seit 2013 haben sich die Anteile derjenigen Personen, welche Männer und Frauen für diese Aufgaben geeignet erklären, erhöht. Im Gegenzug haben die Anteile derjenigen Personen abgenommen, welche gewisse Fähigkeiten allein der Frau oder allein dem Mann zuschreiben.
Herausforderungen für Familien
Erwerbstätige Personen können durch Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit belastet werden. So gibt 2023 jeweils knapp die Hälfte der erwerbstätigen Luzerner Bevölkerung, die mit Kindern unter 13 Jahren im Haushalt lebt, an, sie kämen mindestens manchmal wegen langen Arbeitszeiten in Schwierigkeiten, den familiären Verpflichtungen nachzukommen. Männer und Frauen äussern sich dabei gleichermassen betroffen.
Frauen stärker mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf überlastet
Bei rund einem Viertel führen familiäre Verpflichtungen zu Konzentrationsschwierigkeiten bei der Arbeit. Auch von dieser Einschränkung zeigen sich Frauen und Männer ähnlich betroffen. Frauen haben jedoch deutlich häufiger als Männer das Gefühl, überlastet zu sein und Schwierigkeiten zu haben, verschiedene Aktivitäten unter einen Hut zu bringen (58 vs. 47%).
Gemäss den Auswertungen für die Gesamtschweiz hängt die Belastung unter anderem vom Beschäftigungsgrad ab: Erwerbstätige Frauen mit Kindern im Haushalt und einem Vollzeit-Erwerbspensum haben häufiger Schwierigkeiten, aufgrund von langen Arbeitszeiten familiären Verpflichtungen nachzukommen als Frauen mit einem niedrigeren Stellenpensum.
Personen aus Familienhaushalten fehlt Zeit zum Entspannen und Abschalten
Rund drei Viertel der Luzerner/innen, die in einem Haushalt mit Kindern unter 13 Jahren leben, geben 2023 an, einen Mangel an Zeit zum Entspannen und Abschalten zu haben. Frauen und Männer äussern sich ähnlich häufig in diesem Sinn. Bei 36 Prozent treten familiäre Schwierigkeiten aufgrund gesundheitlicher Probleme einer Person im Haushalt auf. 32 Prozent geben an, mindestens manchmal Schwierigkeiten mit dem Verhalten der Kinder zu haben; 31 Prozent nennen Schwierigkeiten zwischen Eltern und Kindern. Frauen sind häufiger von Schwierigkeiten zwischen Eltern und Kindern betroffen als Männer (36 vs. 26%). Von weiteren erfragten familiären Schwierigkeiten zeigen sich Männer und Frauen in gleichem Ausmass betroffen.
Hausarbeit führt am häufigsten zu Meinungsverschiedenheiten
Die Meinungsverschiedenheiten von Luzerner Paaren mit Kindern unter 13 Jahren gehen am häufigsten auf die Hausarbeit zurück: Jede dritte Person (33%) aus dieser Bevölkerungsgruppe gibt an, manchmal bis immer Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Hausarbeit zu haben. Ähnlich häufig werden Meinungsverschiedenheiten zu den Themen Geld (30%) sowie Freizeitgestaltung und Kindererziehung (je 28%) genannt. Die Beziehung zu den Eltern oder den Schwiegereltern gibt etwas seltener Anlass zu Meinungsverschiedenheiten (22%); das Verhältnis zu Freunden nochmals deutlich seltener (9%). Männer und Frauen äussern sich bezüglich den Meinungsverschiedenheiten in ihrer Beziehung nicht signifikant verschieden.
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