Familien und Generationen 2023 - Familiengründungen
Kinderwunsch nimmt ab
73 Prozent der 20- bis 39-jährigen Luzerner/innen ohne Kinder wünschen sich mindestens ein Kind, wobei am häufigsten zwei Kinder gewünscht werden. 27 Prozent haben keinen Kinderwunsch. Der Anteil derjenigen mit Kinderwunsch ging sowohl im Vergleich zu 2018 als auch im Vergleich zu 2013 zurück. Auch schweizweit zeigt sich eine Abnahme des Kinderwunschs: 2018 hatten 86 Prozent der 20- bis 39-jährigen in der Schweiz wohnhaften Personen einen Kinderwunsch geäussert; 2023 taten dies noch 75 Prozent.
7 von 10 Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren haben Kinder
Im Kanton Luzern haben 71 Prozent der 50- bis 59-jährigen Frauen mindestens ein Kind (2023); 29 Prozent der Frauen haben keine Kinder. Im Vergleich zu den früheren Erhebungen ging der Anteil der Frauen mit Kindern tendenziell zurück: 2013 hatten 80 Prozent und 2018 noch 79 Prozent der 50- bis 59-jährigen Frauen mindestens ein Kind.
Schweizweit haben 77 Prozent der 50- bis 59-jährigen Frauen mindestens ein Kind (2023).
Die Zahlen für die Schweiz für 2023 zeigen, dass Frauen mit einer Ausbildung auf Tertiärstufe seltener Kinder haben als Frauen mit einem tieferen Ausbildungsniveau. Bei den Männern zeigt sich diese Unterscheidung nach Bildungsstand nicht.
7 von 10 Frauen verbinden mit Geburt eines Kindes schlechtere Berufsaussichten
Welche Auswirkungen hat die Geburt eines Kindes auf Beruf und Leben? Von der 20- bis 39-jährigen Luzerner Bevölkerung werden 2023 mehrheitlich negative Auswirkungen auf die Berufsaussichten erwartet. Hingegen überwiegen die positiven Erwartungen bezüglich Freude und Zufriedenheit im Leben gegenüber den negativen Erwartungen.
58 Prozent der Luzerner Bevölkerung im Alter von 20 bis 39 Jahren rechnen nach der Geburt eines Kindes mit negativen Auswirkungen auf die Berufsaussichten, 36 Prozent erwarten keinen Einfluss diesbezüglich, und 7 Prozent sehen die Auswirkungen positiv. Die Luzerner Frauen gehen öfter von negativen Folgen auf die Berufsaussichten aus als die Männer (69 vs. 44%; vgl. 2. Grafik in unten stehendem Slider). Das gilt auch schweizweit. Die Analyse der Gesamtschweiz zeigt zudem, dass Frauen mit einem Tertiärabschluss häufiger mit negativen Auswirkungen auf die Berufsaussichten rechnen als Frauen mit einem tieferen Bildungsabschluss. Bei den Männern zeigt sich dieser Unterschied nicht.
Gut die Hälfte (53%) der 20- bis 39-jährigen Luzerner/innen geht nicht davon aus, dass sich die Geburt eines Kindes auf die Beziehung zum Partner oder zur Partnerin auswirkt. Die weiteren Antworten verteilen sich auf positive und negative Einschätzungen. Weiter erwarten 45 Prozent bei der Geburt eines Kindes keine Auswirkungen auf die Freude und Zufriedenheit im Leben. 32 Prozent rechnen diesbezüglich mit positiven und 23 Prozent mit negativen Effekten.
Gegenüber 2013 erwarten die 20- bis 39-jährigen Luzerner/innen 2023 nach der Geburt eines Kindes häufiger negative Auswirkungen auf die Freude und Zufriedenheit im Leben sowie auf die Beziehung zum Partner oder zur Partnerin. In der Tendenz haben auch die negativen Erwartungen bezüglich den Berufsaussichten zugenommen.
Qualität der Beziehung zu Partner/in beeinflusst Entscheid für Kind am stärksten
Den Entscheid für ein Kind wird 2023 am häufigsten mit der Qualität der Paarbeziehung abgewogen: 73 Prozent der 20- bis 39-jährigen Luzerner Bevölkerung geben an, die Beziehungsqualität beeinflusse den Entscheid stark bis sehr stark. Die finanzielle Situation, die Arbeitsbedingungen der befragten Personen, die Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder sowie die Aufteilung der Kinderbetreuung sind für ebenfalls mehr als die Hälfte entscheidend. Eine deutlich geringere Bedeutung wird der Aufteilung der Hausarbeit beigemessen: Die Entscheidung für ein Kind wird für 33 Prozent der Befragten davon beeinflusst.
2023 wird der Entscheid für ein Kind etwas stärker von den genannten Aspekten beeinflusst als in früheren Erhebungsjahren. Nicht verstärkt hat sich der Einfluss der finanziellen Situation sowie der Beziehungsqualität: Beide Aspekte hatten bereits 2018 über 60 Prozent der damals 20- bis 39-Jährigen Luzerner/innen stark bis sehr stark beeinflusst.
LUSTAT Statistik Luzern / 10. April 2025 / Autorin: Andrea Oppliger
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