Familien und Generationen - Erwerbsarbeit und finanzielle Situation

Jeder fünfte Haushalt gerät durch eine unerwartete Rechnung unter Druck

Erwerbsarbeit

Die Hälfte (50%) der Luzerner Paarhaushalte im Alter von 25 bis 65 Jahren leben 2023 das Erwerbsmodell mit einem Vollzeit arbeitenden Mann und einer Teilzeit arbeitenden Frau. Bei gut einem Viertel (27%) arbeiten beide Partner Vollzeit; bei 12 Prozent beide Teilzeit, und bei 11 Prozent arbeitet der Mann Vollzeit und die Frau ist nicht erwerbstätig.

Bei Paaren mit Kindern arbeitet Mann am häufigsten Vollzeit und Frau Teilzeit

Nach welchem Erwerbsmodell ein Paarhaushalt seinen Lebensunterhalt bestreitet, wird unter anderem dadurch beeinflusst, ob ein Paar Kinder hat oder nicht. Paare mit Kindern leben 2023 am häufigsten die Variante mit einem Vollzeit (mind. 90%) erwerbstätigen Mann und einer Teilzeit (weniger als 90%) erwerbstätigen Frau, wobei dieses Erwerbsmodell bei Paaren mit Kindern im Alter ab 4 Jahren deutlich häufiger gewählt wird als bei Paaren mit einem jüngsten Kind unter 4 Jahren (70 vs. 48%). In Paarhaushalten ohne Kind arbeiten bei der Mehrheit der Paare (60%) beide Partner Vollzeit oder beide Teilzeit.

Im Vergleich zu früheren Erhebungsjahren hat sich hier nichts Wesentliches verändert: So ist auch 2023 bei Paaren mit Kindern die Aufteilung "Mann Vollzeit, Frau Teilzeit" am häufigsten, und bei Paaren ohne Kind sind nach wie vor am häufigsten beide Partner erwerbstätig, entweder beide Vollzeit oder beide Teilzeit.

Im Kanton Luzern wird die Aufteilung der Erwerbsarbeit in Paarhaushalten mehrheitlich ähnlich vorgenommen wie in der Gesamtschweiz (vgl. 2. Grafik im unten stehenden Slider). Ein Unterschied zeigt sich bei den Paarhaushalten mit Kindern ab 4 Jahren: Bei diesen Haushalten kommt im Kanton Luzern die Aufteilung mit einem Vollzeit erwerbstätigen Mann und einer Teilzeit erwerbstätigen Frau häufiger vor, als dies schweizweit der Fall ist (70 vs. 59%).

Ideale Erwerbsaufteilung Eltern: beide Partner Teilzeit

Die Luzerner Bevölkerung erachtet 2023 das Modell "beide Partner Teilzeit erwerbstätig" mehrheitlich als ideal für Familien mit Kindern im Vorschulalter (60%). Die Aufteilung "Mutter Teilzeit und Vater Vollzeit erwerbstätig" ist für 40 Prozent ideal; für 24 Prozent liegt die ideale Arbeitsaufteilung bei "Mutter zuhause, Vater Vollzeit erwerbstätig". Weitere Varianten erhalten deutlich weniger Zustimmung ("Vater Teilzeit erwerbstätig oder zuhause und Mutter Vollzeit erwerbstätig"; "beide Vollzeit erwerbstätig").

Nach Geschlecht und Alter differenziert zeigen sich Unterschiede (siehe 2. Grafik in unten stehendem Slider): Alle vier betrachteten Bevölkerungsgruppen sehen jeweils im Modell "beide Teilzeit" am häufigsten die ideale Aufteilung der Erwerbsarbeit. Frauen im Alter unter 50 Jahren nennen jedoch die Kombination "beide Teilzeit" deutlich häufiger als Männer jeden Alters. Die Frauen im Alter ab 50 Jahren liegen mit ihren Werten dazwischen.

Finanzielle Situation

Wie kommt die Luzerner Bevölkerung mit ihren finanziellen Mitteln zurecht? Wie sieht es im Besonderen bei Haushalten mit Kindern aus?

Gut jeder vierte Haushalt hat finanzielle Schwierigkeiten

Insgesamt ist es 2023 für 73 Prozent der Haushalte einfach, finanziell über die Runden zu kommen; für 27 Prozent ist das schwierig. Haushalte, in welchen das jüngste Kind zwischen 4 und 12 Jahre alt ist, haben am häufigsten Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen (37%). Ebenfalls häufiger Schwierigkeiten mit den Finanzen haben Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren (33%) sowie Haushalte mit mindestens einem Kind unter 4 Jahren (31%). In Paarhaushalten ohne Kinder, in denen beide Partner jünger als 65 Jahre sind, und in Haushalten mit Personen im Alter ab 65 Jahren sind die Anteile jener, die finanzielle Schwierigkeiten haben, tiefer (15 vs. 20%).

Gut die Hälfte der Haushalte legt Geld auf die Seite

Wie handhaben die Luzerner Haushalte ihre Einnahmen und ihre Ausgaben? Etwas mehr als die Hälfte der Haushalte (53%) können 2023 Geld auf die Seite legen und damit sparen. Weitere 33 Prozent geben alles aus, was sie einnehmen, und 12 Prozent sind dabei, ihre Ersparnisse oder Vermögen aufzubrauchen. Wenige Haushalte (2%) machen Schulden.

Von den Haushalten mit Kindern können jene, die mindestens ein Kind unter 4 Jahren haben, etwas häufiger Geld auf die Seite legen (58%). Sind die Kinder älter, ist das Sparen für rund die Hälfte der Haushalte möglich (49–51%).

Grosse Unterschiede zeigen sich zu den Haushalten ohne Kinder: Sparen können am häufigsten Paarhaushalte, deren Partner jünger sind als 65 Jahre (70%). Bei den Einpersonenhaushalten im Alter unter 65 Jahren ist es für 52 Prozent möglich zu sparen; bei Haushalten im Rentenalter gelingt dies 36 Prozent. In letzterer Gruppe gibt die Mehrheit (64%) entweder das aus, was hereinkommt, oder greift auf Ersparnisse und Vermögen zurück. Dabei greift ein Teil der Haushalte im Rentenalter auf Vorsorgeersparnisse aus der früheren Erwerbszeit zurück (z.B. Säule 3a oder 3b, Kapitalbezüge aus den Pensionskassen).

Jeder fünfte Haushalt gerät durch eine unerwartete Rechnung unter Druck

80 Prozent der Luzerner Haushalte sind in der Lage, eine unerwartete Rechnung von 2'500 Franken zu begleichen; 20 Prozent können dies nicht. Bei Familien mit Kindern liegt der Anteil jener, die eine solche Rechnung nicht bezahlen kann, bei 23 bis 26 Prozent. Am schwierigsten ist es für Einpersonenhaushalte im Alter unter 65 Jahren: Hier ist für 29 Prozent das Bezahlen einer unerwarteten Rechnung nicht möglich. Paarhaushalte im Alter unter 65 Jahren wie auch Haushalte im Rentenalter haben diesbezüglich weniger Schwierigkeiten: Hier geben 10 respektive 9 Prozent an, eine unterwartete Rechnung in besagter Höhe nicht finanzieren zu können.

Im Vergleich zu früheren Erhebungsjahren hat der Anteil der Haushalte zugenommen, welcher eine unerwartete Rechnung nicht bezahlen kann (2013 und 2018: 12%, 2023: 20%). Diese Zunahme ist in der Tendenz sowohl bei den Haushalten mit Kindern ersichtlich als auch deutlich bei den Paar- und den Einpersonenhaushalten im Alter unter 65 Jahren. 2018 hatten bei Letzteren 13 Prozent angegeben, eine unerwartete Rechnung von 2'500 Franken nicht bezahlen zu können; 2023 ist das für 29 Prozent nicht möglich. Auch schweizweit nahm der Anteil der Haushalte zu, welche eine unerwartete Rechnung nicht bezahlen können (2018: 16%, 2023: 22%).

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