Konjunktur 1. Quartal 2026 – Industrie
Lage in der Luzerner Industrie bleibt fragil
26 Prozent der befragten Luzerner Industriebetriebe stuften Anfang April ihre Geschäftslage als "gut" ein und 20 Prozent als "schlecht" (Saldo: 5 Punkte). Gut die Hälfte (54%) bezeichnete die Lage als "befriedigend". Gegenüber dem Vorquartal (Saldo: –8 Punkte) ist in der Luzerner Industrie somit eine leichte Verbesserung der Geschäftslage festzustellen.
Auch auf Ebene Gesamtschweiz wurde unter dem Strich von einer "befriedigenden" Lage gesprochen (Saldo: 4 Punkte). Die Urteile der Industriebetriebe waren dabei schweizweit praktisch gleich verteilt wie im Kanton Luzern: 23 Prozent berichteten von einer "guten", 20 Prozent von einer "schlechten" und 57 Prozent von einer "befriedigenden" Geschäftslage.
Gesteigerte Produktion trotz anhaltend knappem Auftragsbestand
Anfang April beklagten die befragten Luzerner Industrieunternehmen zwar seltener einen "zu kleinen" Auftragsbestand (34%) als drei Monate zuvor (46%). Unter dem Strich wurde jedoch weiterhin deutlich von einem "zu kleinen" Auftragsbestand gesprochen (Saldo: –30 Punkte). Ungeachtet des knappen Auftragsbestands und obwohl eine ungenügende Nachfrage von 59 Prozent der Befragten als Hemmnis genannt wurde, wurde gleichwohl von einer im März gesteigerten Produktion berichtet, sowohl verglichen mit dem Vormonat (Saldo: 16 Punkte) als auch gegenüber dem Vorjahresmonat (Saldo: 21 Punkte).
Etwas entspannt hat sich in der Luzerner Industrie momentan die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit im Ausland ausserhalb der EU: Zwar sprachen 13 Prozent der Befragten Anfang April erneut von einer Verschlechterung gegenüber dem Vorquartal. Allerdings rapportierten auch 12 Prozent eine Verbesserung, womit erstmals seit Juli 2024 auch wieder positive Veränderungen wahrgenommen wurden. Während sich im Kanton Luzern positive und negative Urteile Anfang April also die Waage hielten (Saldo: –1 Punkt), konstatierten die Industriebetriebe schweizweit erneut eine Verschlechterung der Wettbewerbsposition ausserhalb der EU (Saldo: –15 Punkte).
Aussichten bleiben verhalten – Preissteigerungen erwartet
Gegenwärtig deutet wenig auf einen baldigen Aufschwung in der Luzerner Industrie hin: Die befragten Betriebe erwarteten Anfang April für die Zeit bis Ende September insgesamt eine "unveränderte" Geschäftslage (Saldo: –4 Punkte). Auch gesamtschweizerisch wurde mit einer "unveränderten" Geschäftslage gerechnet (Saldo: 7 Punkte). Damit blickten die Befragten aus der Industrie Anfang April sowohl im Kanton Luzern als auch schweizweit wieder pessimistischer in die Zukunft als unmittelbar vor Ausbruch des Kriegs im Iran, als zwischenzeitlich etwas Zuversicht aufgekeimt war und per Saldo eine positive Erwartung resultiert hatte (Saldo Februar CH: 20 Punkte, LU: 15 Punkte).
Die jüngsten Preissteigerungen für Erdöl scheinen sich auch in den erwarteten Preisentwicklungen für die Zeit bis Ende Juni niederzuschlagen: So war der Anteil jener Industriebetriebe, die mit steigenden Einkaufspreisen rechneten, im 1. Quartal 2026 spürbar angestiegen. Das Gesamturteil (Saldo LU: 56 Punkte, CH: 50 Punkte) fiel Anfang April entsprechend viel deutlicher aus als noch im Januar (Saldo LU, CH: je 19 Punkte). Während die Luzerner Industrie im Januar unter dem Strich zudem noch nicht von steigenden Verkaufspreisen ausgegangen war (Saldo: 4 Punkte), hat sich das Blatt in der Zwischenzeit gewendet: In der Tendenz wurde Anfang April für die kommenden Monate bis Ende Juni eine Erhöhung der Verkaufspreise erwartet (Saldo LU: 14 Punkte, CH: 20 Punkte).
Im Kanton Luzern wurde in der Industrie insgesamt Anfang April knapp mit einer Reduktion des Personalbestands bis Ende Juni gerechnet (Saldo: –11 Punkte). Gesamtschweizerisch gingen die befragten Industrieunternehmen für denselben Zeitraum indes von einer unveränderten Beschäftigtenzahl aus (Saldo: –5 Punkte).
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