Löhne 2024

Differenz zwischen höchsten und niedrigsten Löhnen bleibt unverändert

Im Jahr 2024 betrug der Medianlohn der Beschäftigten in Luzerner Unternehmen des 2. und 3. Sektors 6'800 Franken brutto pro Monat. "Median" bedeutet, dass die eine Hälfte der Löhne über diesem Wert lag, die andere Hälfte darunter. Seit der letzten Erhebung im Jahr 2022 hat sich das Lohnniveau um 3 Prozent erhöht.

Die ausgewiesenen monatlichen Bruttolöhne sind auf ein einheitliches Vollzeitpensum hin standardisiert und enthalten anteilmässig den 13. Monatslohn sowie die jährlichen Sonderzahlungen.

Die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik (BFS) wird alle zwei Jahre bei einer repräsentativen Auswahl an Unternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse der LSE hat LUSTAT bisher fast ausschliesslich auf die Privatwirtschaft bezogen. Vorliegende Analyse kommentiert sie erstmals für die Gesamtheit des privaten und öffentlichen Sektors. Neu steht auch ein um den öffentlichen Sektor erweitertes Tabellenangebot zur Verfügung.

Mit dieser Anpassung werden die kantonal kommentierten Resultate besser mit den vom BFS veröffentlichten nationalen Ergebnissen vergleichbar. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass sich die Datengrundlage der aktuellen Publikation von jener früherer Jahre unterscheidet und die Vergleichbarkeit mit älteren Ausgaben daher eingeschränkt ist.

Der private Sektor umfasst unter anderem Unternehmen mit den Rechtsformen Einzelunternehmen, einfache Gesellschaft, Aktiengesellschaft (AG), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), Genossenschaft, Verein und Stiftung. Der öffentliche Sektor umfasst öffentlich-rechtliche Körperschaften (Kanton, Gemeinden) mit ihren Verwaltungseinheiten sowie verselbständigte Organisationen des öffentlichen Rechts (insbesondere öffentlich-rechtliche Anstalten/Institute).

Luzerner Medianlohn bleibt unter Schweizer Niveau

Im Mittel bezahlten die Unternehmen des 2. und 3. Sektors 2024 schweizweit um 200 Franken höhere Löhne (Median 7'000 Fr.) als im Kanton Luzern. Der grösste Unterschied findet sich bei den oberen und mittleren Kaderlöhnen (LU: 10'200 Fr.; CH: 11'200 Fr.); der geringste bei den Beschäftigten ohne Kaderfunktion (LU: 6'300 Fr.; CH: 6'400 Fr.).

Unveränderter Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern

2024 verdienten Frauen in Luzerner Unternehmen mit einem Bruttomedianlohn von 6'500 Franken pro Monat im Schnitt 600 Franken oder 9 Prozent weniger als Männer (7'100 Fr.). Im Jahr der letzten Erhebung, 2022, hatte der Unterschied ebenfalls 9 Prozent betragen. In der längeren Frist haben sich die Löhne beider Geschlechter jedoch deutlich angeglichen: Seit 2008 sank die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen von 16 Prozent auf 9 Prozent und wurde damit um 7 Prozentpunkte kleiner.

Die Lohndifferenzen zwischen Frauen und Männern sind teilweise mit Unterschieden bei lohnrelevanten Personen-, Arbeitsplatz- und Unternehmensmerkmalen begründbar. Zum Beispiel haben erwerbstätige Frauen tendenziell tiefere Bildungsabschlüsse als Männer, besetzen seltener Kaderstellen und arbeiten häufiger in Tieflohnbranchen wie dem Detailhandel oder dem Gastgewerbe. Auch im Karriereverlauf entwickeln sich Frauen- und Männerlöhne unterschiedlich, was mit unterschiedlichen Erwerbsbiografien zusammenhängen dürfte.

Frauenlöhne stagnieren im Karriereverlauf, während Männerlöhne steigen

Zu Beginn der beruflichen Karriere sind die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen relativ gering. Bei den Unter-20-Jährigen lagen 2024 die mittleren Löhne der Männer bei 4'900 Franken, jene der Frauen bei 4'700 Franken monatlich. Weil die Löhne der Männer aber im Lauf des Berufslebens länger anwachsen, vergrössert sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern mit zunehmendem Alter. In der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen ist der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen mit 1'300 Franken am grössten.

Die mittleren Frauenlöhne steigen von 4'700 Franken auf 6'800 Franken in der Alterskategorie der 30- bis 39-Jährigen an. Danach wachsen sie bis zur Altersgruppe der 40-49-Jährigen (6'900 Franken) bzw. der 50- 64-Jährigen (6'800 Franken) kaum bzw. gar nicht mehr. Anders die Männerlöhne: Bei den Männern liegt der mittlere Lohn der 30- bis 39-Jährigen bei 7'000 Franken und steigt mit zunehmendem Alter weiter an. Bei den 40- bis 49-Jährigen liegt er bei 7'600 Franken und bei den 50- bis 64-Jährigen bei 8'000 Franken.

Im Mittel steigt der Lohn der Frauen ungefähr bis vor das 40. Altersjahr an und nimmt danach nur noch geringfügig oder gar nicht mehr zu. Ein möglicher Grund für die schlechtere Lohnentwicklung sind familienbedingte Einschränkungen im Beruf. Mit einem Unterbruch der Erwerbstätigkeit oder der Reduktion auf ein Teilzeitpensum machen die Frauen oft nicht dieselben beruflichen Entwicklungsschritte wie die Männer, was sich in der Lohnentwicklung widerspiegelt.

Eine Rolle dürften auch Kohorteneffekte spielen: Die Gruppe der heute 50- bis 64-jährigen Frauen stieg ab Ende der 1970er-Jahre ins Berufsleben ein und durchlebte andere Erwerbsbiografien als jüngere Generationen von Frauen. Für Letztere wurden höhere Ausbildungsniveaus, berufliche Karrieren und der Verbleib im Erwerbsleben bei Familiengründung leichter realisierbar, als dies noch bei Generationen vor ihnen der Fall gewesen war.

Lohndifferenzen zwischen öffentlichem und privatem Sektor

Im Kanton Luzern lag 2024 der monatliche Bruttomedianlohn im privaten Sektor bei 6'600 Franken, während er im öffentlichen Sektor 8'100 Franken betrug. Die insgesamt höheren Löhne im öffentlichen Sektor erklären sich in erster Linie durch die Konzentration des öffentlichen Sektors auf vier Wirtschaftsabschnitte des Dienstleistungssektors (Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherungen, Erziehung und Unterricht sowie Gesundheits- und Sozialwesen) mit meist überdurchschnittlichen Löhnen. Bemerkenswert ist, dass im Bereich Erziehung und Unterricht im öffentlichen Sektor im Mittel höhere Löhne entrichtet werden als im privaten Sektor (8'800 Fr. vs. 7'700 Fr.). Umgekehrt lag 2024 der Bruttomedianlohn im Gesundheits- und Sozialwesen im öffentlichen Sektor mit 6'200 Franken unter dem entsprechenden Wert im privaten Sektor (6'800 Fr.).

Finanz- und Versicherungsbranche mit grösster Lohnspanne

Im Branchenvergleich wies 2024 im Kanton Luzern das Gastgewerbe den tiefsten Bruttomedianlohn aus (4'900 Fr./Mt.). Die Angestellten in der Informations- und Kommunikationsbranche verdienten im Mittel 8'700 Franken pro Monat und standen damit an der Spitze der Bruttomedianlöhne.

Der Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei war die Branche mit der kleinsten Lohnspanne: Die Hälfte der Beschäftigten verdiente zwischen 5'100 und 6'500 Franken monatlich (25. und 75. Perzentil). Die Finanz- und Versicherungsbranche wies die grösste Lohnspanne aus: Die Hälfte ihrer Mitarbeitenden erhielt zwischen 6'800 und 11'200 Franken monatlich.

Über alle Branchen hinweg lagen 2024 im Kanton Luzern die Hälfte der standardisierten Bruttomonatslöhne zwischen 5'600 und 8'600 Franken (Median: 6'800 Fr.). Bei der letzten Erhebung, 2022, hatte die Hälfte der standardisierten Bruttomonatslöhne zwischen 5'300 und 8'400 Franken gelegen (Median: 6'600 Fr.). Die Bandbreite betrug sowohl 2022 als auch 2024 um die 3'000 Franken. Auch der Abstand zwischen den höchsten bzw. den niedrigsten Löhnen (10. und 90. Perzentil sowie 5. und 95. Perzentil) blieb 2024 gegenüber 2022 praktisch konstant. Die Lohnschere hat sich somit weder weiter geöffnet noch geschlossen.

Gastgewerbe mit grösstem Anteil an Tieflöhnen

Eine Anstellung gilt als Tieflohnstelle, wenn der auf Basis eines Vollzeitpensums von 40 Wochenstunden berechnete Lohn weniger als zwei Drittel des standardisierten Bruttomedianlohns beträgt. Angewendet auf den Medianlohn der Luzerner Unternehmen des 2. und 3. Sektors ergibt sich für das Jahr 2024 eine kantonale Tieflohngrenze von 4'539 Franken. Der Anteil der Tieflohnstellen lag 2024 im Kanton Luzern bei 7 Prozent.

Je nach Wirtschaftszweig sind Tieflöhne sehr unterschiedlich verbreitet. Mit Abstand am grössten war 2024 der Anteil der Tieflohnstellen im Gastgewerbe: Der standardisierte monatliche Bruttolohn lag in dieser Branche bei einem Drittel der Stellen (33%) unter der kantonalen Tieflohngrenze von 4'539 Franken. Am zweithöchsten war der Anteil der Tieflohnstellen im Bereich Kunst, Unterhaltung, Erholung mit 16 Prozent, gefolgt vom Bereich Sonstige Dienstleistungen (14%). Zu letzterer Branche zählen unter anderem Coiffeur- und Kosmetiksalons, Wäschereien und chemische Reinigungen.

Am kleinsten war der Anteil der Tieflohnstellen in der Finanz- und Versicherungsbranche (1%), im Bereich Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherungen (1%), in der Informations- und Kommunikationsbranche (2%), im Bereich Erziehung und Unterricht (2%) sowie im Baugewerbe (3%).

LUSTAT Statistik Luzern / 30. April 2026 / Autor: Enrico Moresi

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