Abfall und Entsorgung 2024

Leichte Zunahme beim Siedlungsabfall

Wie haben sich die verschiedenen Abfallarten im vergangenen Jahr im Kanton Luzern entwickelt? Die jährliche Publikation zu den Abfallstatistiken gibt Auskunft.

Die Medienmitteilung kann hier in ausdruckbarer Form heruntergeladen werden.

Die Gesamtmenge des Siedlungsabfalls veränderte sich kaum. Im Vorjahresvergleich wurde weniger Altpapier, jedoch mehr Grüngut gesammelt.
Die Menge der verarbeiteten biogenen Abfälle nahm erneut zu.
Aufgrund von Grossprojekten auf belasteten Standorten fiel eine Rekordmenge an Sonderabfällen an.
Die Menge der eingesetzten rezyklierten Baustoffe nahm im Vorjahresvergleich etwas ab.
Die Menge an deponiertem Bauschutt blieb stabil. Die Ablagerung von sauberem Aushub war rückläufig.

Ergebnisse im Detail

Siedlungsabfall und Kehrichtverbrennung / Klärschlamm

Siedlungsabfall wächst leicht wegen Zunahme beim Hauskehricht

Im Jahr 2024 kamen in den 80 Luzerner Gemeinden rund 172'000 Tonnen Siedlungsabfälle (Hauskehricht und Separatabfälle) zusammen. Die Menge ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (+2'000 t).

Weniger Papier, dafür mehr Grüngut gesammelt

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Menge des Hauskehrichts im Jahr 2024 um rund 2'200 Tonnen zu und betrug knapp 87'500 Tonnen. Die Menge der separat gesammelten Siedlungsabfälle veränderte sich gegenüber dem Vorjahr hingegen kaum. Sie betrug rund 84'700 Tonnen.

Innerhalb des separat gesammelten Siedlungsabfalls gab es jedoch Verschiebungen. So nahm die Menge an gesammeltem Papier und Karton im Vergleich zum Vorjahr um 1'800 Tonnen ab, während die gesammelte Menge an Grüngut um 1'300 Tonnen stieg.

49,2 Prozent waren separat gesammelte und der stofflichen Verwertung zugeführte Abfälle. Diese Recyclingquote liegt im Kanton Luzern seit Jahren bei rund 50 Prozent.

Datenqualität separat gesammelter Siedlungsabfälle

Die Sammlung von wiederverwertbaren Siedlungsabfällen aus Haushaltungen ist in den Verbänden GALL, GKRE und REAL über Holsammlungen, Sammelstellen in den Quartieren sowie mit zentralen Sammelstellen organisiert. Die Verantwortung dafür liegt bei den Gemeinden. Im Gebiet REAL wurde die Aufgabe dem Gemeindeverband übertragen. Die Gemeinden, die nicht REAL angehören, können den Auftrag für die Sammlungen oder den Betrieb von Sammelstellen an private Unternehmen weitergeben, was immer öfter auch gemacht wird.

Es gibt Sammelbetriebe, die neben den Separatabfällen der Bevölkerung auch solche aus Industrie und Gewerbe entgegennehmen. Oft unterscheiden sie bei der Mengenangabe nicht zwischen Siedlungs- und Industrie-/Gewerbeabfällen. Auch Doppelzählungen zwischen Gemeinden und privaten Sammelstellen können nicht komplett ausgeschlossen werden. Eine eindeutige Zuordnung der Abfallmengen nach ihrer Herkunft ist daher nicht immer möglich. Das kann zu nicht nachvollziehbaren Schwankungen bei den erhobenen Mengen führen.

Pro-Kopf-Menge des Siedlungsabfalls verändert sich im Vorjahrsvergleich kaum

Im Jahr 2024 erzeugten die Luzernerinnen und Luzerner pro Person 398 Kilogramm Siedlungsabfall. Davon waren 202 Kilogramm Hauskehricht (inkl. Sperrgut) und 196 Kilogramm separat gesammelte Abfälle.

Im Vorjahresvergleich veränderte sich die Pro-Kopf-Menge kaum (vgl. Kennzahl Kanton Luzern Siedlungsabfälle). Im vergangenen Jahrzehnt wuchs die Luzerner Bevölkerung jedoch stärker als die Menge des Siedlungsabfalls (2014–2024: +11% resp. +6%).

Grösster Teil des Luzerner Hauskehrichts wird in der KVA Renergia verbrannt

Der grösste Teil des Hauskehrichts aus dem Kanton Luzern wird in der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia Zentralschweiz AG in Perlen thermisch verwertet, nämlich rund 86'000 Tonnen. In der KVA Oftringen wurden rund 1'400 Tonnen thermisch verwertet.

Neben Hauskehricht aus der Zentralschweiz wird in der KVA Renergia auch Marktkehricht (brennbare Abfälle aus Industrie und Gewerbe) thermisch verwertet. Im Jahr 2024 wurden insgesamt rund 283'000 Tonnen Abfälle verbrannt. Mit der erzeugten Wärme produziert die Renergia Zentralschweiz AG Strom und versorgt die Perlen Papier AG mit Dampf sowie die am Fernwärmenetz angeschlossenen Gebäude mit Wärme, und ersetzt damit Wärme aus fossilen Energieträgern (Erdöl, Gas).

Kleines Abfallglossar
  • Siedlungsabfälle: Aus Haushalten stammende oder Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung aus Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben (seit 2019 exkl. Abfälle aus Betrieben mit mehr als 250 Vollzeitstellen)
  • Hauskehricht: Gemischte brennbare Siedlungsabfälle aus Haushaltungen
  • Grüngut: Zur Kompostierung oder Vergärung separat gesammelte biogene Abfälle
  • Separatsammlungen: Separate Sammlung von Wertstoffen aus Haushaltungen wie Karton/Papier, Alu/Weissblech oder Glas
  • Sperrgut: Brennbare Siedlungsabfälle, die aufgrund ihrer Sperrigkeit nicht über die üblichen Abfallbehältnisse entsorgt werden können.
  • Kehrichtverbrennungsanlage: Anlage zur thermischen Behandlung von Kehricht

Stabilisierung beim Klärschlamm

Klärschlamm ist der bei der Behandlung von Abwasser in Abwasserreinigungsanlagen anfallende Schlamm. Klärschlamm gilt als Abfall und muss entsorgt oder verwertet werden. Der Klärschlamm, der in den Luzerner Kläranlagen anfällt, wird in den Schlammverbrennungsanlagen (SVA) in Emmen (SVA REAL) und Oftringen (SVA erzo) verbrannt.

Im Jahr 2024 wurden den Schlammverbrennungsanlagen insgesamt rund 6'900 Tonnen Trockensubstanz (TS) zugeführt. Die Menge des zu entsorgenden Klärschlamms nahm über längere Zeit tendenziell ab, dies unter anderem aufgrund der Optimierung der Schlammbehandlungsanlagen in den Kläranlagen. Zuletzt hat sich die anfallende Menge stabilisiert.

Phosphor aus Klärschlammasche soll künftig zurückgewonnen werden.

Die Asche aus der Klärschlammverbrennung wird derzeit in Deponien abgelagert. Die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) sieht vor, dass künftig wenigstens ein Teil des Phosphors aus der Asche zurückgewonnen werden muss. Der so gewonnene Phosphor kann beispielsweise als Dünger in der Landwirtschaft wiederverwendet werden.

Biomasse und Biogas / Hofdünger

Erneut werden deutlich mehr biogene Abfälle verwertet

Biogene Abfälle sind organische Abfälle tierischer oder pflanzlicher Herkunft, die durch Mikroorganismen, Bodenlebewesen oder Enzyme abgebaut werden können. Sie entstehen zum Beispiel in der Landwirtschaft oder in der Lebensmittelindustrie, aber auch in den privaten Haushaltungen. Zu den biogenen Abfällen gehören unter anderem Gartenabraum, Rüst- oder Speiseabfälle.

Biogene Abfälle können stofflich durch Kompostierung oder die Vergärung in einer Biogasanlage verwertet werden. So entstehen aus den biogenen Abfällen wieder organische Dünger wie Kompost, Gärmist, Gärgülle oder Gärgut sowie Energie aus der Biogasproduktion.

Verarbeitete Biomasse nimmt im langfristigen Vergleich zu

In den vergangenen fünfzehn Jahren wurde im Kanton Luzern fast jedes Jahr mehr biogene Abfälle verwertet. Im Jahr 2024 wurden rund 133'100 Tonnen Frischsubstanz verarbeitet.

Menge des verarbeiteten Hofdüngers nimmt zu

Neben den biogenen Abfällen werden vor allem in den Vergäranlagen auch grosse Mengen an Hofdünger (Gülle und Mist) verarbeitet. Hofdünger gelten nicht als biogene Abfälle.

Im Jahr 2024 belief sich die Menge an verarbeiteten Hofdüngern auf rund 145'400 Tonnen. Das waren gut 9'600 Tonnen mehr als im Vorjahr und liegt auch über dem Schnitt der letzten Jahre.

Mehr als die Hälfte der verarbeiteten biogenen Abfälle stammt aus dem Kanton Luzern

Im Kanton Luzern stieg die Gesamtmenge an verarbeiteten biogenen Abfällen im Jahr 2024 um rund 13'000 Tonnen an, womit rund 11 Prozent mehr als im Vorjahr verarbeitet wurden. Die Steigerung der verarbeiteten Menge biogener Abfälle war vor allem auf eine erhöhte Annahme von Abfallbiomasse von anderen Anlagen (+5'700 t) sowie aus der Industrie (+4'000 t) zurückzuführen. Um die Auslastung von Anlagen zu optimieren, werden biogene Abfälle zwischen den Anlagebetreibern weitergeleitet (Annahme von resp. Abgabe an andere Anlagen).

Den grössten Anteil an den insgesamt verarbeiteten Abfallmengen stellten biogene Abfälle aus der Industrie mit rund 40 Prozent dar, rund 30 Prozent stammten aus der Separatsammlung von Grüngut. Rund 56 Prozent der Gesamtabfallmenge kamen aus dem Kanton Luzern.

Grösster Teil der biogenen Abfälle werden in industriellen Vergärungs- und Kompostieranlagen verarbeitet

Im Jahr 2024 waren im Kanton Luzern insgesamt 26 Anlagen im Einsatz, die biogene Abfälle verwerteten. Der grösste Anteil der biogenen Abfälle wurde in den drei industriellen Vergärungs- und Kompostierungsanlagen verwertet, nämlich rund 75 Prozent. Etwa 15 Prozent der Abfallbiomasse wurden in landwirtschaftlichen Co-Vergärungsanlagen verarbeitet und die restlichen rund 10 Prozent gelangten in Anlagen zur Platz- und Feldrandkompostierung.

Total wurden rund 33'800 Kubikmeter Gärmist/festes Gärgut und rund 23'000 Kubikmeter Kompost produziert. Zudem wurden rund 170'000 Kubikmeter flüssiges Gärgut gewonnen.

Sonderabfälle

Rekordmenge an Sonderabfällen im Jahr 2023

Die Sonderabfälle stellen eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt dar. Sie entstehen sowohl in Industrie und Gewerbe als auch in den Haushalten. Ihre Entsorgung und Behandlung muss überwacht werden.

Zunahme der Mineralischen Abfälle in Zusammenhang mit Grossprojekten

Im Jahr 2023 fielen im Kanton Luzern 120'500 Tonnen Sonderabfälle an. Das waren 44'500 Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Zunahme der Sonderabfälle geht fast ausschliesslich auf eine starke Zunahme der mineralischen Abfälle zurück (+42'400 t). Die Zunahme kann grösstenteils auf zwei Grossprojekte auf belasteten Standorten zurückgeführt werden.

Rund 87'000 Tonnen der Luzerner Sonderabfälle wurden in anderen Kantonen entsorgt und etwa 13'500 Tonnen zur Entsorgung ins Ausland exportiert. Umgekehrt werden auch Sonderabfälle importiert. Im vergangenen Jahr wurden 26'000 Tonnen Sonderabfälle aus anderen Kantonen in den Kanton Luzern überführt und hier entsorgt.

Kleines Glossar der Sonderabfälle

Die Sonderabfälle werden nach ihrer Verschiedenartigkeit kategorisiert:

  • Chemische Abfälle: Dazu gehören Lösungsmittel, Säuren, Farben, explosive Abfälle und Chemikalien.
  • Mineralische Sonderabfälle: Die mineralischen Sonderabfälle hängen eng mit der Bautätigkeit auf belasteten Standorten und mit Altlastensanierungen zusammen. Sie umfassen beispielsweise mit gefährlichen Stoffen verschmutztes Aushubmaterial, Ausbauasphalt mit hohem Gehalt an Schadstoffen oder asbesthaltige Abfälle. Die seit 1. Juli 2016 neu als „andere kontrollpflichtige Abfälle mit Begleitscheinpflicht (akb)“ klassierten Abfälle (stark belasteter abgetragener Ober- oder Unterboden, stark verschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial sowie stark verschmutzter Gleisaushub) sind im vorliegenden Bericht bei den mineralischen Sonderabfällen enthalten.
  • Anlagen, Maschinen, Fahrzeuge und Zubehör: Darunter fallen Chemikalien und problematische Teile aus Anlagen und Maschinen, Bleibatterien und -akkumulatoren sowie mit Schadstoffen belastete Geräte und Bestandteile.
  • Behandlungsrückstände und Schlämme: Dazu gehören unter anderem ölhaltige oder problematische Schlämme, Rauchgasreinigungsrückstände sowie Schlacken oder Aschen.
  • Biogene Abfälle: Dazu gehören mit Holzschutzmitteln imprägnierte Holzabfälle (z.B. Telefonstangen und Eisenbahnschwellen) oder Beschichtungen, die schadstoffhaltige Verbindungen enthalten.
  • Übrige Abfälle: Dazu zählen unter anderem kontaminationsgefährliche und infektiöse Abfälle, Altmedikamente und pharmazeutische Abfälle, Altkabel mit gefährlichen Stoffen oder Sonderabfälle aus Sammlungen.

Keine Veränderung bei der Menge der gesammelten Haushaltschemikalien

Im Jahr 2024 wurden im Kanton Luzern insgesamt rund 46 Tonnen Haushaltschemikalien entsorgt. Rund 35 Tonnen wurden über die 70 offiziellen Giftsammelstellen und rund 11 Tonnen an drei regionalen Giftsammlungen entgegengenommen. Die Sammelmenge ist somit etwa gleich gross wie im Vorjahr geblieben (2023: 46 t).

Bauabfälle und Baustoffe / Altholz

Rückgang beim Einsatz rezyklierter Baustoffe

Mineralische Bauabfälle werden im Kanton Luzern auf 42 Umschlagplätzen aufbereitet und können als Recyclingbaustoffe wieder eingesetzt werden. So sind zum Beispiel Recycling-Kiessande für ungebundene Fundationsschichten im Tiefbau einsetzbar, Asphaltgranulate gehen wieder in die Beläge, und Recycling-Beton ist eine gute Alternative zum Beton mit natürlicher Gesteinskörnung.

Im langfristigen Vergleich zeigt sich kein klarer Trend

Im Jahr 2024 wurden im Kanton Luzern rund 419'000 Kubikmeter (lose) Recyclingbaustoffe aus Bauschutt aufbereitet und als Baumaterialien eingesetzt. Die Gesamtmenge ging gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent zurück (2023: 434'000 Kubikmeter). Der Rückgang ist auf die Abnahme beim Betongranulat und beim Recycling-Kies (A+B) zurückzuführen.

Im vergangenen Jahrzehnt zeigt sich kein klarer Trend beim Einsatz recyclierter Baustoffe, zum Teil schwanken die Mengen deutlich von Jahr zu Jahr. Die Schwankungen hängen auch mit der Bautätigkeit zusammen.

Erneuter Rückgang bei Altholzverwertung

Im Kanton Luzern wurden 2024 rund 111'000 Tonnen Altholz verwertet (2023: 156'000 t), davon 99'000 Tonnen (2023: 109'000 t) thermisch in den fünf bewilligten Altholzfeuerungen. Etwa 11'000 Tonnen (2022: 47'000 t) wurden in der Produktion von Spanplatten verarbeitet. Die starke Abnahme bei der Spanplattenproduktion ist auf ein Brandereignis im Jahr 2023 zurückzuführen.

Zum Altholz gehören Holzbauteile und Holzmaterialien aus Gebäuden (z.B. Balken, Täfer, Türen), Holzmöbel ohne Bezüge und Verbund mit anderen Materialien, hölzerne Verpackungen, Gemische aus Altholz und anderen Holzmaterialien ohne problematische Holzabfälle.

Deponien und Rohstoffabbau

Rückgang bei Ablagerung von sauberem Aushub

Die grössten Abfallflüsse im Kanton Luzern stammen aus dem Bauwesen. Ein Grossteil der anfallenden Bauabfälle wird heute rezykliert. Das Potenzial dieser Ressourcen ist aber nicht ausgeschöpft und es werden noch immer erhebliche Mengen an mineralischen Bauabfällen deponiert.

Ungefähr ein Drittel des sauberen Aushubs zum Wiederauffüllen von Abbaustellen verwendet

Die im Kanton Luzern abgelagerte Menge an unverschmutztem, überschüssigem Aushub- und Ausbruchmaterial sank im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent und lag bei 819'900 Festkubikmetern. In dieser Menge sind auch Lieferungen aus anderen Kantonen enthalten. Deren Anteil nahm im Vergleich zum Vorjahr auf 15 Prozent zu (2023: 9%).

Im Vorjahresvergleich wurde weniger Aushub- und Ausbruchmaterial auf Deponien des Typs A abgelagert und es wurde auch weniger solches Material zum Wiederauffüllen von Abbaustellen (Kiesgruben) verwendet. In den letzten fünf Jahren konnte jeweils ungefähr ein Drittel des gesamten anfallenden sauberen Aushubs zum Wiederauffüllen von Abbaustellen verwendet werden. Der Bedarf an Deponievolumen für die Ablagerung von sauberem Aushub bleibt somit weiterhin hoch.

Mehr Aushub- und Ausbruchmaterialien sollen künftig verwertet werden

Neben Bauschutt sind Aushub- und Ausbruchmaterial die mengenmässig wichtigsten Fraktionen der Bauabfälle. Auch diese Bauabfälle sind gemäss der Abfallverordnung VVEA soweit möglich zu verwerten und erst in zweiter Linie auf Deponien abzulagern. Verschiedene Akteure haben dies erkannt: Im Kanton Luzern sind aktuell zwei Aushubwaschanlagen und eine Gleisaushubwaschanlage in Betrieb. Zwei Bodenwaschanlagen, die unter anderem auch in der Lage sein werden, verschmutzten Aushub aufzubereiten, werden im laufenden Jahr in Betrieb genommen.

Keine Veränderung bei abgelagerter Menge auf Deponien Typ B

Auf den Luzerner Deponien des Typs B wurden im Jahr 2024 rund 198'500 Festkubikmeter Material abgelagert, das ist gleich viel wie im Vorjahr. Insgesamt lag die Menge leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Beim deponierten Material handelte es sich vor allem um nicht verwertbare mineralische Bauabfälle und um verschmutztes Aushubmaterial.

Der Importanteil stieg gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozentpunkte auf 25 Prozent und lag somit über dem Zielwert, der in der kantonalen Abfallplanung festgehalten ist (20%).

 

Deponien Typ A und Typ B

Rückstände aus der Abfallverbrennung oder Abfälle, die sich nicht für eine stoffliche oder energetische Verwertung eignen, werden in bewilligten Deponien abgelagert. Erfüllen die Abfälle die Anforderungen an die Ablagerung nicht, müssen sie entsprechend behandelt werden. In der Schweiz gibt es fünf Deponietypen, die mit den Buchstaben A bis E bezeichnet sind. Diese stehen in aufsteigender Folge für zunehmendes Gefährdungspotenzial der dort abgelagerten Abfälle.

  • Deponien Typ A sind für Abfälle wie beispielsweise Aushub- und Ausbruchmaterial bestimmt, bei denen Verdacht auf Verschmutzung ausgeschlossen werden kann.
  • Deponien Typ B sind für einzeln bezeichnete Abfälle sowie andere mineralische Abfälle bestimmt, sofern sie die Anforderungen u.a. an Grenz- und Eluatwerte nachweislich erfüllen.

Abbau von Kies und Sand nimmt etwas zu

Im Jahr 2024 wurden im Kanton Luzern insgesamt rund 593'900 Festkubikmeter Kies und Sand abgebaut. Das sind rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Tendenziell ging die Menge des abgebauten Kieses im Kanton Luzern in den letzten zehn Jahren zurück.

Die Importmenge von Kies ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 Prozent auf total 632'400 Festkubikmeter gesunken. Die grössten Importe stammten aus den Kantonen Zürich, Aargau und Nidwalden.

Im Jahr 2024 wurden im Kanton Luzern wurden rund 245'600 Festkubikmeter Aushub- und Ausbruchmaterial zum Auffüllen von Materialabbaustellen verwendet, 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Das ist die zweitniedrigste Auffüllmenge der letzten zwanzig Jahre.

LUSTAT-Newsletter

Aktuelle Analysen, Daten und Erkenntnisse zum Kanton Luzern. Kompakt, verlässlich und direkt per E-Mail.