Soziales und Sicherheit
Wie zufrieden ist die Stadtbevölkerung mit Angeboten im sozialen Bereich im Kanton? Wie wichtig sind den Luzerner/innen diese Angebote? Und wie sicher fühlen sich die Stadtluzerner/innen, wenn sie in ihrem Quartier unterwegs sind?
Im Bereich Soziales wurde erhoben, wie zufrieden die Stadtbevölkerung mit im Kanton vorhandenen Unterstützungsangeboten für bestimmte Personengruppen oder Familien ist. Im Bereich Sicherheit wurden die Luzerner/innen unter anderem zu ihrem persönlichen Sicherheitsempfinden sowie zur Polizeipräsenz im eigenen Wohngebiet befragt.
Angebote im sozialen Bereich
Unterstützungsangebote für Personen mit besonderen Bedürfnissen wie für Menschen mit Behinderung, Zugewanderte, ältere Menschen oder benachteiligte Personen sind der Stadtbevölkerung ein Anliegen: 86 Prozent finden diese Angebote eher oder sehr wichtig. Frauen schätzen die genannten Angebote häufiger als wichtig ein als Männer (91 vs. 81%).
Familienergänzende und schulergänzende Kinderbetreuungsangebote wie Kitas oder Tagesfamilien finden 74 Prozent der Stadtbevölkerung eher oder sehr wichtig. Auch diese Angebote sind den Frauen häufiger wichtig als den Männern (80 vs. 67%).
Weniger als die Hälfte ist mit vorschulischen Kinderbetreuungsangeboten zufrieden
Die Zufriedenheit der Luzerner Stadtbevölkerung mit den verschiedenen Unterstützungs- und Betreuungsangeboten im Kanton fällt unterschiedlich aus. Am häufigsten sind die Stadtluzerner/innen mit den Unterstützungsangeboten für ältere Menschen eher oder sehr zufrieden (61%). Mit den Unterstützungsangeboten zur Existenzsicherung ist dagegen weniger als die Hälfte eher oder sehr zufrieden (44%).
Die Kinderbetreuungsangebote im Kanton werden ebenfalls eher kritisch beurteilt: So gibt weniger als die Hälfte der Luzerner Stadtbevölkerung an, mit den Angeboten für die familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulbereich wie Kindertagesstätten oder Tagesfamilien eher oder sehr zufrieden zu sein (44%).
Sicherheit im Wohngebiet
Sind Luzerner/innen tagsüber alleine in ihrem Quartier unterwegs, fühlen sich fast alle eher oder sehr sicher (97%). In der Nacht fühlen sich 75 Prozent der Stadtluzerner/innen sicher; 25 Prozent fühlen sich eher oder sehr unsicher. Männer (85%) fühlen sich häufiger sicher als Frauen (66%). Die 25- bis 54-Jährigen fühlen sich nachts häufiger sicher als Personen im Alter ab 55 Jahren. Bewohner/innen des Linken Reussufers und von Littau fühlen sich unsicherer als jene der anderen Stadtkreise.
Das Sicherheitsgefühl in der Nacht hat sich verschlechtert: In der Befragung 2019 hatten noch 83 Prozent der Bevölkerung angegeben, sie fühlten sich nachts in ihrem Wohnquartier sicher; aktuell liegt dieser Wert tiefer (2023: 75%). Auch der Anteil Personen, welcher sich sehr sicher fühlt, nahm im Vergleich zur letzten Befragung ab (2023: 25%; 2019: 32%).
Auch in anderen Schweizer Städten hat das Sicherheitsgefühl in der Nacht abgenommen. So weist die Stadt Zürich in ihrer Bevölkerungsbefragung 2023 im Vergleich mit 2019 ebenfalls einen geringeren Anteil an Personen aus, die sich in ihrem Quartier nachts sehr sicher fühlen (Stadt Zürich 2023). Bei den Bewohner/innen der Stadt Bern hat sich das Sicherheitsgefühl verschlechtert, wenn sie nachts alleine in der Innenstadt unterwegs sind (Stadt Bern 2023).
Rund 7 von 10 Personen beurteilen Polizeipräsenz als angemessen
68 Prozent der Stadtluzerner/innen empfinden 2023 die Polizeipräsenz in ihrem Wohngebiet als angemessen. Dieser Anteil ist bei Frauen und Männern sowie den verschiedenen Altersgruppen ähnlich gross.
24 Prozent aller Befragten sind der Ansicht, die Präsenz der Polizei sei in ihrem Wohngebiet eher ungenügend oder ungenügend. Dieser Anteil ist bei der älteren Stadtbevölkerung im Alter ab 55 Jahren höher als bei den Unter-55-Jährigen (29 vs. 22%).
Der Anteil der Stadtbevölkerung, welcher die Polizeipräsenz als ungenügend beurteilt, hat im Vergleich zur letzten Befragung zugenommen. Die Stadtbewohner/innen empfinden die Präsenz 2023 jedoch seltener ungenügend als die Bevölkerung des übrigen Kantons (24 vs. 31%).
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