Soziales und Gesundheit
Familie und Gesellschaft
Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit ihrer Wohnsituation? Wie familienfreundlich ist der Kanton Luzern? Wie wird das Kinderbetreuungsangebot beurteilt? Wie gross ist die Zufriedenheit mit Unterstützungsangeboten für verschiedene soziale Gruppen? Wie sollen sich die Sozialausgaben weiterentwickeln?
Nicht alle befragten Personen haben die Fragen zum Thema Familie und Gesellschaft beantworten können oder wollen. So haben rund 4 von 10 Personen die Fragen nach der Zufriedenheit mit verschiedenen Unterstützungsangeboten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht beantwortet. Die Frage nach der Zufriedenheit mit den Unterstützungsangeboten für ältere Menschen wurden von einem Drittel der Befragten nicht beantwortet.
Gut 9 von 10 Luzerner/innen sind mit Wohnsituation zufrieden
Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit der persönlichen Wohnsituation? 91 Prozent der Luzerner Bevölkerung sind mit der eigenen Wohnsituation eher oder sehr zufrieden. In der Stadt Luzern ist die Zufriedenheit allerdings weniger ausgeprägt als in den ländlichen Gemeinden.
Die ausländische Bevölkerung ist mit der persönlichen Wohnsituation seltener zufrieden als die Bevölkerung mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Personen im Alter von 15 bis 54 Jahren sind mit der persönlichen Wohnsituation weniger zufrieden als die 55-Jährigen und Älteren. Weiter zeigen sich Familien mit Kleinkindern sowie junge Erwachsene ohne Kinder weniger häufig zufrieden als zum Beispiel Familien mit Kindern im Schulalter.
Insgesamt hat sich die Zufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation über alle Befragungen hinweg betrachtet kaum verändert. Auch in früheren Jahren waren rund 9 von 10 Luzernerinnen und Luzernern mit der persönlichen Wohnsituation zufrieden gewesen.
Rund 4 von 5 Personen beurteilen Aussagen zur Familienfreundlichkeit des Kantons positiv
Wie beurteilt die Bevölkerung die Attraktivität des Kantons für Familien? 80 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner stimmen der Aussage eher oder ganz zu, dass der Kanton Luzern ein attraktiver Wohnkanton für Familien sei.
Im Rahmen der Befragung konnten weitere Aussagen zur Familienfreundlichkeit des Kantons beurteilt werden. Insgesamt wurden alle ähnlich positiv bewertet wie die Frage nach der Attraktivität des Wohnkantons für Familien. Beispielsweise sind 8 von 10 Luzernerinnen und Luzernern der Meinung, es gebe in ihrer eigenen Wohnumgebung genügend Aussenräume (80%) und Angebote für Kinder und Jugendliche (79%).
Familien mit Kleinkindern (bis 5 Jahre) beurteilen die Attraktivität des Wohnkantons für Familien sowie die Frage, ob es genügend Aussenräume für Kinder und Jugendliche gibt, kritischer als die Gesamtbevölkerung oder die Familien mit Schulkindern. Das Angebot für Kinder und Jugendliche schätzen die Familien mit Kleinkindern und die Familien mit Schulkindern jeweils ähnlich ein, insgesamt sind ihre Zufriedenheitswerte jedoch tiefer als diejenigen der Bevölkerung ohne Kinder.
Attraktivität als Wohnkanton für Familien hat wieder zugenommen
Die Frage, ob der Kanton Luzern ein attraktiver Wohnkanton für Familien sei, wurde bereits in früheren Befragungen gestellt. 2023 stimmt die Bevölkerung dieser Frage deutlicher zu als im Rahmen der Befragung 2019. Insgesamt liegen die positiven Werte im ähnlichen Rahmen wie in der Befragung von 2009. Im Lauf der Zeit haben die negativen Stimmen jedoch zugenommen.
Kinderbetreuungsangebot von hoher Bedeutung für Familien mit Kleinkindern
Wie wichtig sind die familien- und schulergänzenden Kinderbetreuungsangebote für die Luzerner Bevölkerung? Sowohl bei den Familien mit Kleinkindern (83%) als auch bei jungen Erwachsenen ohne Kinder (77%) wird dieses Angebot jeweils von einem deutlich grösseren Anteil als wichtig erachtet als bei den Familien mit Schulkindern (70%). Insgesamt hat sich die Bedeutung, die diesem Angebot zugemessen wird, über die Jahre kaum verändert.
Weniger als die Hälfte der Familien mit Kleinkindern sind mit familienergänzender Kinderbetreuung zufrieden
Wie zufrieden sind die Luzernerinnen und Luzerner mit dem familienergänzenden Kinderbetreuungsangebot im Vorschulbereich wie z.B. Kitas oder Tagesfamilien? Und wie zufrieden mit dem schulergänzenden Kinderbetreuungsangebot wie z.B. Betreuung vor der Schule, über den Mittag oder nach der Schule?
Mit der Ausgestaltung des familienergänzenden Kinderbetreuungsangebots im Vorschulbereich sind 48 Prozent der Kantonsbevölkerung eher oder sehr zufrieden. Bei den Familien mit Kleinkindern beträgt der Anteil der Zufriedenen 45 Prozent, bei den Familien mit Kindern im Alter zwischen 6 und 17 Jahren 54 Prozent. Ähnlich kritisch wie die Familien mit Kleinkindern beurteilen auch die jungen Erwachsenen (bis 35 Jahre, in kinderlosen Haushalten) sowie Personen mit hohem Bildungsniveau das Betreuungsangebot. Für Erwerbstätige, die ausserhalb des Kantons zur Arbeit pendeln, ist das Angebot ebenfalls weniger zufriedenstellend als für Erwerbstätige, die im Kanton Luzern arbeiten.
Knapp 2 von 3 Familien mit Schulkindern sind mit schulergänzendem Kinderbetreuungsangebot zufrieden
Mit der schulergänzenden Kinderbetreuung ist die Luzerner Bevölkerung deutlich zufriedener als mit der familienergänzenden Kinderbetreuung. Insgesamt äussern sich 57 Prozent eher oder sehr zufrieden mit der schulergänzenden Kinderbetreuung. Bei den Familien mit Schulkindern beträgt der Anteil, der mit diesem Angebot zufrieden ist, sogar 66 Prozent.
Frauen, Personen aus ländlichen Gemeinden, Personen mit tiefem oder mittleren Bildungsniveau sowie Erwerbstätige, die im Kanton Luzern arbeiten, bewerten das schulergänzende Kinderbetreuungsangebot besser als ihre jeweiligen Vergleichsgruppen.
Weniger als die Hälfte der Bevölkerung ist mit Unterstützungsangeboten zur Existenzsicherung zufrieden
Wie wichtig sind der Bevölkerung Unterstützungsangebote für Personengruppen mit besonderen Bedürfnissen? Und wie zufrieden ist die Bevölkerung mit ausgewählten Unterstützungsangeboten für Personen mit besonderen Bedürfnissen?
Zu den sozialen Dienstleistungen des Gemeinwesens gehören Angebote für ältere Menschen und für Menschen mit Behinderung, Integrationsangebote für Zugewanderte sowie Unterstützungsangebote zur Existenzsicherung für benachteiligte Personen. 84 Prozent der Luzerner Bevölkerung messen Unterstützungsangeboten allgemein eine grosse Bedeutung zu und bezeichnen sie als eher oder sehr wichtig.
Am zufriedensten zeigt sich die Bevölkerung mit den Unterstützungsangeboten für ältere Menschen (60% eher oder sehr Zufriedene). Mit den Unterstützungsangeboten für Menschen mit Behinderung sind 56 Prozent zufrieden, mit den Integrationsangeboten für Zugewanderte 52 Prozent. Am wenigsten zufrieden ist die Bevölkerung mit den existenzsichernden Massnahmen für benachteiligte Personen; mit diesen Angeboten ist weniger als die Hälfte der Luzernerinnen und Luzerner zufrieden (45%).
Finanziell Unzufriedene sehen die Unterstützungsangebote kritischer
Mit den Integrationsangeboten für Zugewanderte sind die Frauen zufriedener als die Männer und die 15- bis 24-Jährigen eher zufriedener als die 25-jährigen und älteren Personen. Mit den Angeboten für ältere Menschen sind 15- bis 24-Jährige, 65-Jährige und Ältere sowie Frauen öfters zufrieden als ihre jeweiligen Vergleichsgruppen. Mit den Angeboten für Menschen mit Behinderung zeigen sich Männer und 15- bis 24-Jährige zufriedener als Frauen und 25-jährige und ältere Personen. Mit den Angeboten zur Existenzsicherung für Benachteiligte sind die 15- bis 24-Jährigen zufriedener als alle anderen Altersgruppen.
Allgemein zeigt sich, dass Personen, die im Sozialbereich höhere Ausgaben wollen, seltener mit den aufgelisteten Unterstützungsangeboten zufrieden sind als Personen, welche die Sozialausgaben als gerade richtig bezeichnen oder diese kürzen wollen. Weiter sind Personen, die mit ihrer eigenen finanziellen Situation zufrieden sind, eher mit den verschiedenen Unterstützungsangeboten zufrieden als Personen, die mit ihrer eigenen finanziellen Situation nicht zufrieden sind.
Fast jede/r Dritte möchte mehr Sozialausgaben
Ist die Ausgabenpolitik des Kantons im Sozialbereich richtig? Etwas mehr als die Hälfte der Luzerner Bevölkerung (54%) findet, dass die derzeitigen Ausgaben für Soziales gerade richtig sind. 14 Prozent sprechen sich für eine Kürzung der Sozialausgaben aus, 32 Prozent für eine Erhöhung.
Frauen verlangen häufiger eine Erhöhung der Sozialausgaben als Männer. Auch ausländische Staatsangehörige sowie Stadtluzernerinnen und -luzerner wünschen sich häufiger höhere Sozialausgaben als ihre jeweiligen Vergleichsgruppen.
Kaum Veränderungen bei der Beurteilung der Sozialausgaben im Vergleich zu 2019
Im Vergleich zur Befragung 2019 ist die Gesamtbeurteilung der Ausgabenpolitik im Bereich Soziales unverändert geblieben: Bereits damals beurteilte etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Sozialausgaben als gerade richtig. Der Bevölkerungsanteil, der mehr Ausgaben im Sozialbereich verlangt, machte ebenfalls rund einen Drittel aus. Und auch der Anteil, der eine Reduktion der Sozialausgaben verlangt, hat sich im Vergleich zur Befragung 2019 kaum verändert.
Im langjährigen Vergleich sprechen sich etwas mehr Personen für einen Abbau und etwas weniger Personen für einen Ausbau der Sozialausgaben aus.
Medizinische Versorgung
Wie steht es um die Zufriedenheit mit den medizinischen Angeboten im Kanton? Wie wird die Erreichbarkeit der Spitäler oder von Hausärzten und Hausärztinnen beurteilt? Wie sollen sich die Gesundheitsausgaben weiterentwickeln?
Nicht alle befragten Personen haben alle Fragen zum Thema Gesundheit beantworten können oder wollen. So haben rund 4 von 10 Personen die Fragen nach der Zufriedenheit mit dem Spitex-Angebot oder dem Angebot an Pflegeheimen nicht beantwortet.
Gesundheitswesen war im Befragungszeitraum schweizweit ein grosses Thema
Im Jahr 2023 wurde das Thema Gesundheitswesen erstmals als grösstes Problem des Kantons Luzern identifiziert. Während des Befragungszeitraums, der von Ende August bis Ende November 2023 gedauert hatte, waren die steigenden Gesundheitskosten und speziell die steigenden Krankenversicherungsprämien schweizweit ein grosses Thema. Es ist möglich, dass dies einen Einfluss auf die Antworten zum Thema Gesundheit hatte.
Zufriedenheit mit medizinischer Versorgung und Pflegeangeboten geht zurück
Wie wichtig ist die medizinische Versorgung für die Luzerner Bevölkerung? Nahezu die gesamte Luzerner Bevölkerung misst der Qualität der medizinischen Versorgung eine grosse Bedeutung zu, 97 Prozent bezeichnen sie als eher oder sehr wichtig.
8 von 10 mit Spitex-Angebot zufrieden, 7 von 10 mit Angebot an Pflegeheimen
Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit der Qualität der medizinischen Versorgung? 77 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner sind mit der medizinischen Versorgung im Kanton eher oder sehr zufrieden. Beim Spitex-Angebot trifft dies auf 80 Prozent und beim Angebot an Pflegeheimen auf 70 Prozent der Bevölkerung zu.
Die Zufriedenheit mit der Qualität der medizinischen Versorgung hat gegenüber der Befragung 2019 etwas abgenommen und die Unzufriedenheit hat deutlich zugenommen. Gleiches gilt für die Zufriedenheit mit dem Spitex-Angebot und die Zufriedenheit mit dem Angebot an Pflegeheimen.
In ländlichen Gemeinden ist Zufriedenheit mit Spitex und Pflegeheimen grösser als in Stadt und Agglomeration
Bei der Zufriedenheit mit dem Spitex-Angebot sowie dem Angebot an Pflegeheimen zeigen sich Unterschiede nach soziodemografischen Merkmalen. So sind die 65-Jährigen und Älteren mit dem Angebot an Pflegeheimen sowie dem Spitex-Angebot zufriedener als die 25- bis 64-Jährigen. Die Frauen sind mit dem Spitex-Angebot zufriedener als die Männer. Die ausländische Bevölkerung ist mit dem Spitex-Angebot weniger zufrieden als die Bevölkerung mit Schweizer Nationalität. Es bestehen zudem regionale Unterschiede bei der Beurteilung. So ist die Bevölkerung ländlicher Gemeinden mit dem Angebot an Pflegeheimen sowie mit dem Spitex-Angebot zufriedener als die Bevölkerung in der Stadt Luzern und in der Agglomeration.
25- bis 54-Jährige sind mit Qualität medizinischer Versorgung am wenigsten zufrieden
Männer zeigen sich mit der Qualität der medizinischen Versorgung zufriedener als Frauen. Die 25- bis 54-Jährigen sind am wenigsten zufrieden, die 65-Jährigen und Älteren hingegen am meisten. Die Werte der 15- bis 24-Jährigen und der 55- bis 64-Jährigen liegen dazwischen. In den ländlichen Gemeinden ist die Zufriedenheit geringer als in der Stadt Luzern oder in der Agglomeration.
Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit der Hausärzte/-innen nimmt ab
Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit der Erreichbarkeit der Spitäler und der Hausärzte respektive Hausärztinnen? Die Beurteilung fällt unterschiedlich aus. Mit der Erreichbarkeit von Spitälern sind 88 Prozent der Luzerner Bevölkerung eher oder sehr zufrieden, mit derjenigen der Hausärzte und -ärztinnen 81 Prozent. Während sich im zeitlichen Vergleich die Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit der Spitäler kaum verändert hat, hat die Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit der Hausärzte und -ärztinnen deutlich abgenommen. Der Anteil der Nichtzufriedenen ist hier deutlich gewachsen.
Zufriedenheit mit Erreichbarkeit der Spitäler und Hausärzte/-innen in ländlichen Gemeinden geringer
Bei der Beurteilung der Erreichbarkeit der Spitäler sind die Unterschiede nach Regionen und Alter unverändert geblieben: Am wenigsten zufrieden ist die jüngste Altersgruppe (15- bis 24-J.), am meisten Zufriedene gibt es bei den 65-Jährigen und Älteren. In der Stadt und der Agglomeration sind gut 9 von 10 Personen zufrieden. In den ländlichen Gemeinden ist der Anteil der Zufriedenen kleiner.
Die Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit der Hausärztinnen und -ärzte ist in allen Bevölkerungsgruppen zurückgegangen. Am wenigsten zufrieden sind die 25- bis 64-Jährigen, am zufriedensten sind die 65-Jährigen und Älteren. Räumlich betrachtet ist die Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit der Hausärzteschaft in der Stadt sowie in der Agglomeration deutlich höher als in den ländlichen Gemeinden.
Gut die Hälfte verlangt mehr Gesundheitsausgaben
Insgesamt sprechen sich 43 Prozent der Luzerner Bevölkerung für gleich bleibende Gesundheitsausgaben aus. Mehr als die Hälfte – nämlich 52 Prozent – wollen die Ausgaben im Bereich Gesundheit jedoch erhöhen. In keiner der früheren Befragungen wollte mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Gesundheitsausgaben erhöhen. Der Anteil, der sich für eine Erhöhung der Ausgaben aussprach, hatte damals jeweils zwischen 34 und 39 Prozent betragen.
Frauen, Unter-55-Jährige sowie ausländische Personen befürworten häufiger eine Erhöhung der Gesundheitsausgaben als Männer, 55-Jährige und Ältere sowie Personen mit Schweizer Nationalität. Auch Personen, die mit der medizinischen Versorgungsqualität nicht zufrieden sind, oder solche, die ihren eigenen Gesundheitszustand nicht als gut einstufen, verlangen häufiger höhere Gesundheitsausgaben als Personen, die mit der Qualität der medizinischen Versorgung zufrieden sind oder über einen guten Gesundheitszustand verfügen.
Ältere sind mit Gesundheitsdienstleistungen zufriedener als Jüngere
Wie beurteilen die älteren Personen die verschiedenen Fragen zur Gesundheitsversorgung? Die 80-Jährigen und Älteren äussern sich zu allen erfragten Gesundheitsangeboten und -leistungen am zufriedensten, gefolgt von den 65- bis 79-Jährigen. Dennoch bezeichnen die 65-jährigen und älteren Personen das Gesundheitswesen häufiger als grösstes Problem des Kantons als dies die unter-65-jährigen Personen tun.
Tabellen
LUSTAT-Newsletter
Aktuelle Analysen, Daten und Erkenntnisse zum Kanton Luzern. Kompakt, verlässlich und direkt per E-Mail.