Sicherheit
Das Gefühl von Sicherheit in der öffentlichen und privaten Umgebung trägt entscheidend zur Lebensqualität der Bevölkerung bei. Sicherheit wird unter anderem als Grundlage einer freien Gesellschaft und einer prosperierenden Wirtschaft gesehen. Der Kanton Luzern räumt diesem Aspekt eine hohe Priorität ein (Kanton Luzern 2023: 10).
Sicherheit als Schwerpunktthema der Bevölkerungsbefragung
Seit 2013 befasst sich die kantonale Bevölkerungsbefragung in regelmässigen Abständen vertieft mit dem Thema Sicherheit. Das war auch in der jüngsten Befragung 2023 der Fall. Im Vergleich zur Befragung 2019 stuft die Luzerner Bevölkerung die Fragen zur Sicherheit 2023 kritischer ein: Die Bevölkerung fühlt sich etwas weniger sicher und die Polizeipräsenz wird weniger oft als angemessen beurteilt.
Die Fragen zum Thema Sicherheit haben die meisten befragten Personen beantwortet. So wurde z.B. die Frage nach dem subjektiven Sicherheitsgefühl nachts von beinahe allen Teilnehmenden der Befragung (99%) beantwortet. Die weiteren Fragen zum Thema Sicherheit wurden von jeweils über 90 Prozent der befragten Bevölkerung beantwortet.
Wahrnehmung und Einschätzung der Sicherheit
Wie die Sicherheit aus persönlicher Sicht wahrgenommen wird, trägt massgebend zum Wohlbefinden bei (BFS 2024). Im Rahmen der Bevölkerungsbefragung wurden deshalb mehrere Fragen zur subjektiven Sicherheit gestellt. Wie sicher fühlen sich die Luzernerinnen und Luzerner, wenn sie in ihrem Wohngebiet unterwegs sind? Wie gross ist ihre Zufriedenheit mit der Sicherheit in privaten und öffentlichen Bereichen im Kanton? Oder was sehen sie als grösstes kantonales Sicherheitsproblem?
Nachts fühlen sich 8 von 10 Personen sicher
Wie sicher fühlt sich die Luzerner Bevölkerung, wenn sie tagsüber allein in ihrem Wohngebiet unterwegs ist? Und wie sicher fühlt sie sich, wenn sie nachts allein in ihrem Wohngebiet unterwegs ist? Wenn die Luzernerinnen und Luzerner tagsüber in ihrem Wohnquartier allein unterwegs sind, fühlen sich nahezu alle eher oder sehr sicher (97%). Anders sieht es aus, wenn sie nachts allein unterwegs sind: Dann fühlen sich lediglich 79 Prozent eher oder sehr sicher. 21 Prozent bewerten die Sicherheitslage während der Nacht als ungenügend (eher oder sehr unsicher).
Unsicherheit in der Nacht nimmt wieder zu
Der Anteil der Luzernerinnen und Luzerner, die sich bei Tag sicher fühlen, hat sich im zeitlichen Vergleich kaum verändert. Er bewegte sich auch in früheren Befragungen zwischen 97 und 99 Prozent.
Der Anteil der Personen, die sich in der Nacht sicher fühlen, hat gegenüber der Befragung 2019 abgenommen; damals wurde mit 85 Prozent ein einmalig hoher Wert erreicht. Nun liegt der Wert mit 79 Prozent wieder auf dem Niveau der Befragungen von 2015 und früherer Jahre. Über alle Befragungsjahre betrachtet ist der Anteil der Personen geschrumpft, die sich nachts sehr sicher fühlen.
Im Gegenzug nahm gegenüber 2019 der Anteil der Personen, die sich nachts unsicher fühlen, wieder klar zu (2023: 21%; 2019: 15%). Vor allem zugenommen hat der Anteil der Luzernerinnen und Luzernern, die sich während der Nacht sehr unsicher fühlen (2023: 6%; 2019: 3%).
Ausgeprägtes Sicherheitsgefühl bei den Männern und bei Personen mit hohem Bildungsniveau
Personen, die sich nachts in ihrem Wohngebiet unsicher fühlen, finden sich vergleichsweise häufig in folgenden Bevölkerungsgruppen: bei den Frauen, bei Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Luzern oder der Agglomeration, bei Personen mit tiefem bis mittlerem Bildungsniveau sowie bei Personen, die in den vergangenen fünf Jahren einen Angriff erlebt haben.
Umgekehrt betrachtet finden sich Personen, die sich nachts sicher fühlen, besonders häufig unter den Männern, den Personen mit hohem Bildungsniveau sowie den Einwohnerinnen und Einwohnern von ländlichen Gemeinden.
Im Vergleich zur Befragung 2019 ist 2023 in allen vier Regionen ein Rückgang beim subjektiven Sicherheitsgefühl zu beobachten. Die Unterschiede zwischen den Regionen bleiben bestehen. So ist der Anteil der Personen, die sich nachts sicher fühlen, in ländlichen Regionen (82%) grösser als in der Agglomeration (78%) oder in der Stadt Luzern (75%).
Junge Frauen fühlen sich weniger sicher
Das subjektive Sicherheitsgefühl in der Nacht hat sich in fast allen Bevölkerungsgruppen verschlechtert.
Deutlich war die Abnahme seit der letzten Befragung bei den 65-jährigen und älteren Frauen. Bei dieser Gruppe zeigt sich aber trotz dieses Rückgangs im langfristigen Trend eine Verbesserung des Sicherheitsgefühls. So liegt der Anteil der sich sicher fühlenden Frauen in dieser Altersgruppe aktuell mit 61 Prozent über den Werten der Befragungen 2009 bis 2015 (41–55%). Auch bei den 15- bis 24-jährigen Frauen ging das subjektive Sicherheitsgefühl gegenüber 2019 tendenziell zurück: Der Anteil der sich sicher fühlenden Frauen in dieser Altersgruppe ist 2023 so klein wie in keiner der früheren Befragungen. Der langfristige Trend deutet in dieser Altersgruppe auf ein abnehmendes subjektives Sicherheitsgefühl hin.
Männer fühlen sich deutlich sicherer als Frauen
Männer fühlen sich im Allgemeinen sicher, besonders diejenigen, die im Alter zwischen 15 und 64 Jahren sind. Allerdings ist auch bei den Männern gegenüber 2019 in allen Altersgruppen tendenziell ein Rückgang beim subjektiven Sicherheitsgefühl in der Nacht zu beobachten. Bei den 25- bis 54-Jährigen sowie bei den 65-Jährigen und Älteren war dieser Rückgang sogar deutlich.
Subjektives Sicherheitsgefühl hat sich schweizweit leicht verändert
Auch schweizweit zeichnet sich in den letzten Jahren eine leichte Veränderung beim subjektiven Sicherheitsgefühl ab. Zwar blieb das allgemeine Sicherheitsempfinden gemäss der jährlichen Sicherheitsbefragung der ETH Zürich unverändert, seit 2021 fand jedoch eine leichte Verschiebung des Anteils der sich sehr sicher Fühlenden zu den sich eher sicher Fühlenden statt (Szvircsev Tresch et al. 2023: 95ff.). Im Rahmen der Bevölkerungsbefragung 2023 der Stadt Zürich zeigt sich dieser Trend bei der Frage nach dem Sicherheitsempfinden im Quartier (Stadt Zürich 2023: 32). Auch im Kanton Basel-Stadt fühlt sich die Bevölkerung 2023 im Vergleich zu 2019 etwas weniger sicher (Kanton Basel-Stadt: Grundauswertung Bevölkerungsbefragung 2023: 89)
Für grosse Mehrheit hat sich die Sicherheit im eigenen Wohngebiet nicht verändert
Hat die allgemeine Sicherheit im eigenen Wohngebiet in den vergangenen fünf Jahren zugenommen oder abgenommen? Oder ist sie gleich geblieben? Für eine grosse Mehrheit der Luzerner Bevölkerung (78%) hat sich die Sicherheitslage in ihrem Wohngebiet in den vergangenen fünf Jahren nicht verändert. Für 19 Prozent nahm die Sicherheit im Wohngebiet ab, für 4 Prozent zu. Im Vergleich mit der letzten Befragung im Jahr 2019 mehrten sich die Stimmen, die eine Verschlechterung wahrnehmen.
Für 1 von 5 Frauen hat die Sicherheit abgenommen
Verschlechtert hat sich die Sicherheitslage vor allem aus Sicht der Frauen, der Bevölkerung mit Schweizer Nationalität sowie der Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Luzern. Auch eine persönliche schlechte Erfahrung kann beeinflussen, wie die Sicherheit im eigenen Wohngebiet wahrgenommen wird. So hat für beinahe die Hälfte (45%) der Personen, die in den letzten fünf Jahren einen persönlichen Angriff erlitten haben, die Sicherheit in ihrem Wohngebiet abgenommen.
8 von 10 Luzerner/innen sind mit der öffentlichen Sicherheit zufrieden
Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit der öffentlichen Sicherheit im Kanton Luzern? 79 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner sind mit der öffentlichen Sicherheit im Kanton eher oder sehr zufrieden. Damit nahm der Anteil der Zufriedenen gegenüber der Befragung 2019 ab, er ist aber immer noch grösser als im Jahr 2013.
Im Vergleich zur letzten Befragung nahm die Zufriedenheit mit der öffentlichen Sicherheit in allen betrachteten Bevölkerungsgruppen ab.
Es zeigen sich kleine regionale Unterschiede: So ist die Zufriedenheit mit der öffentlichen Sicherheit in der Stadt Luzern grösser als in den ländlichen Gemeinden (82% vs. 78/77%). In der Agglomeration liegt die Bewertung dazwischen (80%).
Bei den Männern ging die Zufriedenheit ausgeprägter zurück als bei den Frauen. Die Männer sind in der jüngsten Befragung mit der öffentlichen Sicherheit weniger zufrieden als die Frauen (78% vs. 81%). Im Jahr 2019 hatte es diesbezüglich noch keinen Unterschied gegeben.
Bevölkerung fühlt sich im Strassenverkehr und an Grossanlässen weniger sicher
Wie gross ist die Zufriedenheit mit der Sicherheit im öffentlichen und im privaten Raum? Die Luzernerinnen und Luzerner konnten in der Bevölkerungsbefragung die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen, im Strassenverkehr, bei Grossanlässen, im eigenen Wohngebiet und in der eigenen Wohnung bewerten.
Allgemein wird die Sicherheit im öffentlichen Raum kritischer gesehen als die Sicherheit im privaten Raum. So wird die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen und an Grossanlässen von 73 respektive 70 Prozent der Bevölkerung mit Werten im zufriedenen Bereich (eher oder sehr zufrieden) beurteilt, die Sicherheit im Strassenverkehr von 68 Prozent. Mit der Sicherheit in der eigenen Wohnung sind 95 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner zufrieden, mit der Sicherheit im eigenen Wohngebiet 90 Prozent.
Zufriedenheit mit Sicherheit an Grossanlässen nimmt ab
Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung an Grossanlässen, auf öffentlichen Plätzen und im Strassenverkehr hat sich gegenüber der letzten Befragung verschlechtert: In allen drei Bereichen ist der Anteil der Unzufriedenen gegenüber dem Anteil der Zufriedenen deutlich gewachsen.
Die Sicherheit in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus sowie die Sicherheit im eigenen Wohngebiet schätzt die Luzerner Bevölkerung ähnlich gut ein wie im Jahr 2019.
Mit Sicherheit im Strassenverkehr sind Velofahrer/innen am seltensten zufrieden
Die Bewertungen der verschiedenen Sicherheitsbereiche unterscheiden sich je nach Bevölkerungsgruppe.
Mit der Sicherheit auf öffentlichen Plätzen, an Grossanlässen und im Strassenverkehr ist die ausländische Bevölkerung zufriedener als die Bevölkerung mit Schweizer Nationalität. Zudem wird die öffentliche Sicherheit auf Plätzen und an Grossanlässen von der jüngeren Bevölkerung besser beurteilt als von 55-jährigen und älteren Personen.
Mit der Sicherheit im Strassenverkehr am wenigsten zufrieden sind die Velofahrer/innen (59%). Am zufriedensten sind die Auto- und Motorradfahrenden (72%) mit ihr. Wer in den letzten fünf Jahren keinen Verkehrsunfall erlebt hat, ist zufriedener mit der Sicherheit im Strassenverkehr als Personen, die von einem Unfall betroffen waren (69% vs. 56%). Des Weiteren sind die 15- bis 24-Jährigen zufriedener mit der Sicherheit im Strassenverkehr als Personen ab 25 Jahren.
Während sich die Luzerner Männer häufiger über die Sicherheit im Strassenverkehr zufrieden zeigen (Männer: 69% vs. Frauen: 66%), sind die Frauen häufiger mit der Sicherheit an Grossanlässen zufrieden (Männer: 68% vs. Frauen: 72%).
"Gewalt und Gewaltbereitschaft" ist wieder das grösste Sicherheitsproblem im Kanton
Welches ist das grösste Sicherheitsproblem im Kanton Luzern? Im Rahmen der Bevölkerungsbefragung wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu aufgefordert, das für sie grösste Sicherheitsproblem aus einer Liste mit verschiedenen Problemen auszuwählen.
In der aktuellen Befragung haben die Luzernerinnen und Luzerner "Gewalt und Gewaltbereitschaft" am häufigsten (16%) genannt, als sie nach dem grössten Sicherheitsproblem im Kanton gefragt worden sind. An zweiter Stelle folgen "Belästigung via Telefon oder Internet" sowie "Strassenverkehr" (je 12%). Als weitere Sicherheitsprobleme werden "Vandalismus" (11%) und "Internet-Kriminalität" (10%) genannt.
Je nach Bevölkerungsgruppe steht teilweise ein anderes Sicherheitsproblem an der Spitze: So sehen die 15- bis 24-Jährigen "physische Belästigungen" und die Bevölkerung der Stadt Luzern den Strassenverkehr an erster Stelle der Sicherheitsprobleme.
Im Lauf der Zeit standen verschiedene Sicherheitsprobleme an der Spitze
Welche Themen als besonders gravierende Sicherheitsprobleme eingestuft werden, hat sich im Lauf der Zeit verändert. In der letzten Befragung von 2019 stand der "Strassenverkehr" an der Spitze. Er rangiert nun an der dritten Stelle. "Gewalt und Gewaltbereitschaft", das in der aktuellen Befragung an der Spitze steht, belegte damals den dritten Rang. "Gewalt und Gewaltbereitschaft" war bereits 2013 als das grösste Sicherheitsproblem bezeichnet worden. Deutlich an Relevanz verloren hat aus Sicht der Bevölkerung im Lauf der Jahre die Thematik "Einbruch, Diebstahl und Raub".
Beurteilung von Massnahmen
Im Rahmen des Schwerpunktthemas Sicherheit steht auch die Arbeit der Luzerner Polizei im Fokus. Unter anderem konnten die Befragten die Präsenz der Polizei beurteilen. Oder es konnte angegeben werden, für wie geeignet einzelne Massnahmen gehalten werden, um die Sicherheit zu fördern.
Knapp 2 von 3 Personen beurteilen die Polizeipräsenz als angemessen
Wie beurteilen die Luzernerinnen und Luzerner die sichtbare Polizeipräsenz in ihrem Wohngebiet? 65 Prozent der Luzerner Bevölkerung empfinden diese als angemessen. 30 Prozent bewerten sie als eher ungenügend oder ungenügend und 5 Prozent als eher hoch oder zu hoch.
Es zeigen sich regionale Unterschiede. So stufen Personen, die ausserhalb der Stadt wohnen, die Polizeipräsenz häufiger als zu gering ein als Personen, die in der Stadt wohnen.
Personen, die sich nachts unsicher fühlen, sowie Personen, die in den letzten fünf Jahren einen Angriff erlebt haben, stufen die Polizeipräsenz deutlich häufiger als zu gering ein als Personen, die sich sicher fühlen oder keinen Angriff erlebt haben. Die Frauen bewerten die Polizeipräsenz häufiger als ungenügend als die Männer (32% vs. 28%).
Polizeipräsenz wird häufiger als ungenügend bewertet als früher
Der Anteil der Personen, welche die Polizeipräsenz als ungenügend bewerten, hat im Vergleich zur Befragung im Jahr 2019 zugenommen. Gleichzeitig ging der Anteil derjenigen Personen zurück, welche die Polizeipräsenz als angemessen betrachten.
Diese Verschiebung der Beurteilung von angemessen zu ungenügend war verstärkt bei den Frauen, den 55- bis 64-Jährigen sowie in grösseren ländlichen Gemeinden zu beobachten.
"Stärkere Polizeipräsenz" gilt als die geeignetste Massnahme zur Verbesserung der Sicherheit
Welche Massnahmen sind für die Verbesserung der Sicherheit geeignet? Im Rahmen der Befragung konnte angegeben werden, welche Massnahmen sich zur Verbesserung der Sicherheit der Bevölkerung eignen.
Am häufigsten als eher oder sehr geeignet beurteilt werden "stärkere Polizeipräsenz" sowie die "Vergrösserung des Polizeikorps" (66% resp. 62% der Befragten). Es folgen die Massnahmen "härtere Strafen" (58%), "mehr Polizeikontrollen" (58%), "Erhöhung der Verkehrssicherheit“ (57%) sowie "mehr Informationen zur Sicherheit" (54%). Deutlich weniger Zuspruch erhält die Massnahme "Einstellung privater Sicherheitsleute" (21%).
Die "stärkere Polizeipräsenz" war bereits 2019 als die geeignetste Massnahme zur Verbesserung der Sicherheit angesehen worden.
Jüngere Personen beurteilen die Eignung der vorgeschlagenen Massnahmen kritischer
Bei der Beurteilung der Massnahmen zeigen sich Unterschiede nach Alter und Geschlecht.
So stufen die 15- bis 24-Jährigen die von einer Bevölkerungsmehrheit favorisierten Sicherheitsmassnahmen ("stärkere Polizeipräsenz", "mehr Polizeikontrollen", "Vergrösserung des Polizeikorps", "härtere Strafen") deutlich seltener als geeignet ein als 25-jährige und ältere Personen. Die Befragten der jüngsten Altersgruppe bevorzugen die Massnahmen "mehr Informationen zum Thema Sicherheit" sowie "Erhöhung der Verkehrssicherheit".
Generell sehen die Frauen alle vorgeschlagenen Massnahmen als geeigneter an als die Männer. Tendenziell finden die meisten vorgeschlagenen Massnahmen auch mehr Zustimmung bei Personen, die sich nachts unsicher fühlen, bei Angriffsopfern sowie bei Personen, die mit der Sicherheit unzufrieden sind.
Es zeigen sich zudem Stadt-Land-Unterschiede. Eine "stärkere Polizeipräsenz“ sowie "härtere Strafen“ werden von Personen ausserhalb der Stadt häufiger als geeignet gewertet als von Personen in der Stadt Luzern. In der Stadt Luzern rangiert hingegen die "Erhöhung der Verkehrssicherheit" weiter vorn als ausserhalb der Stadt.
Personen, die sich nachts unsicher fühlen, stufen Massnahmen als geeigneter ein
Personen, die sich nachts unsicher fühlen, finden häufiger als sich sicher fühlende Personen, dass die aufgelisteten Massnahmen geeignet seien, um die Sicherheit zu fördern. So betrachten zum Beispiel rund 4 von 5 der sich nachts unsicher fühlenden Personen eine stärkere Polizeipräsenz als geeignete Massnahme für die Erhöhung der Sicherheit. Bei den Personen, die sich nachts sicher fühlen, tun dies gut 3 von 5 Personen.
Allgemein sind Personen, die sich nachts unsicher fühlen, sowohl mit der Sicherheit insgesamt als auch mit der Sicherheit in den Teilbereichen weniger zufrieden als Personen, die sich nachts sicher fühlen. Sie geben zudem häufiger als Letztere an, dass die Sicherheit abgenommen habe und die Polizeipräsenz ungenügend sei.
Knapp 3 von 4 Personen sind mit der Arbeit der Luzerner Polizei zufrieden
Wie wird die Arbeit der Luzerner Polizei beurteilt? 74 Prozent der Luzerner Bevölkerung zeigen sich 2023 mit der Luzerner Polizei eher oder sehr zufrieden. 18 Prozent sind weder zufrieden noch unzufrieden und 8 Prozent sind unzufrieden. Männer, 15- bis 24-Jährige, Personen, die sich unsicher fühlen, und Angriffsopfer beurteilen die Arbeit der Polizei kritischer als ihre jeweiligen Vergleichsgruppen.
Fand der letzte Kontakt der Befragten mit der Luzerner Polizei vor mehr als zwei Jahre statt oder hatten sie keinen Kontakt mit der Luzerner Polizei, zeigten sie sich zufriedener mit der Arbeit der Luzerner Polizei, als wenn der Kontakt vor weniger als einem Jahr oder vor ein bis zwei Jahren stattgefunden hat (77% vs. 70/68%).
Zufriedenheit mit Luzerner Polizei nimmt ab
Die Zufriedenheit mit der Luzerner Polizei hat im Vergleich zur letzten Sicherheitsbefragung abgenommen. So ist nicht nur der Anteil der Zufriedenen geschrumpft, sondern auch der Anteil der Nichtzufriedenen (Beurteilung "unzufrieden" und "weder noch") ist grösser geworden.
Im zeitlichen Vergleich hat der Anteil der Befragten zugenommen, die mit der Polizeiarbeit unzufrieden sind. Hoch ist der Anteil der Unzufriedenen unter den Angriffsopfern (19%), den 15- bis 24-Jährigen (11%) sowie unter den nachts Unsicheren (10%). In diesen drei Gruppen ist die Unzufriedenheit gewachsen und die Zufriedenheitswerte liegen tiefer als in der Befragung 2019.
Diejenigen Luzernerinnen und Luzerner, die mit der Arbeit der Luzerner Polizei nicht zufrieden sind, konnten im Rahmen der Befragung ihr Urteil weiter differenzieren und den Grund ihrer Unzufriedenheit angeben. Am häufigsten nannten sie "falsche Schwerpunkte". Es folgten "zu wenig Präsenz", "zu wenig Personal" oder "zu wenig hartes Durchgreifen".
Bereits im Rahmen der Befragung 2019 waren "falsche Schwerpunkte" und "zu wenig Präsenz" am häufigsten als Grund für die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Luzerner Polizei genannt worden.
Ausgaben für die öffentliche Sicherheit
Der letzte Teil des thematischen Schwerpunkts ist den Ausgaben im Bereich Sicherheit gewidmet. Soll die öffentliche Hand für die öffentliche Sicherheit weniger, gleich viel oder mehr Geld ausgeben?
Etwas mehr als die Hälfte der Befragten ist mit Sicherheitsausgaben zufrieden
57 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner finden, der Kanton gebe die richtige Summe Geld für die öffentliche Sicherheit aus. 38 Prozent wollen, dass die Sicherheitsausgaben erhöht werden, und 4 Prozent, dass sie reduziert werden.
Jüngere Personen verlangen seltener mehr Ausgaben im Bereich der öffentlichen Sicherheit als ältere Personen: Der Wunsch nach Mehrausgaben nimmt mit steigendem Alter der Befragten zu. So wünschen 31 Prozent der 15- bis 24-Jährigen mehr Sicherheitsausgaben, bei den 65-Jähringen und Älteren sind es 43 Prozent. Nach Regionen betrachtet werden in der Agglomeration Luzern am häufigsten Mehrausgaben verlangt, in kleinen ländlichen Gemeinden am seltensten.
Grosse Unterschiede zeigen sich zwischen den Personen, die sich in der Nacht unsicher respektive sicher fühlen. Von den Personen, die sich nachts unsicher fühlen, wollen 59 Prozent die Sicherheitsausgaben erhöhen; unter den Personen, die sich nachts sicher fühlen, ist das bei 33 Prozent der Fall.
Personen, die im Bereich der öffentlichen Sicherheit mehr Ausgaben fordern, würden diese finanziellen Mittel am häufigsten für mehr Polizeipräsenz, für die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen sowie für die Aufdeckung krimineller Straftaten einsetzen.
Im Vergleich zur letzten Befragung wollen mehr Personen die Sicherheitsausgaben erhöhen
Im Vergleich zur Befragung 2019 ist der Anteil der Personen, die sich zusätzliche Ausgaben für die öffentliche Sicherheit wünschen, leicht gewachsen (2023: 38%; 2019: 35%). Entsprechende Zunahmen zeigen sich in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, so namentlich bei den Frauen, den 15- bis 24-Jährigen, den Personen mit Schweizer Nationalität sowie bei den Städter/innen.
Bis zur Bevölkerungsbefragung 2013 hatte der Anteil der Personen, die sich mehr Ausgaben im Bereich Sicherheit wünschen, zwischen 40 und 48 Prozent betragen und lag damit über dem heutigen Wert. Seit 2015 liegt dieser Wert zwischen 35 und 38 Prozent.
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