Abstimmung vom 9. Februar 2025

Stimmrechtsalter 16

Am 9. Februar 2025 wird im Kanton Luzern über die Verfassungsinitiative "Ja zum Stimmrechtsalter 16!" abgestimmt. Das Stimm- und Wahlrecht liegt auf eidgenössischer sowie auf kantonaler Ebene seit 1991 bei 18 Jahren.
In der Schweiz gab es in den letzten Jahren sowohl auf kantonaler als auch auf nationaler Ebene mehrere Bestrebungen, das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre zu senken. Diese blieben jedoch fast überall erfolglos. Der Kanton Glarus ist bisher der einzige Kanton, der 2007 das Stimmrechtsalter 16 eingeführt hat. Auch im Kanton Luzern wurde die Herabsetzung bereits mehrfach im Kantonsrat diskutiert, jedoch jeweils abgelehnt.

7'000 Stimmberechtigte mehr durch Senkung Stimmrechtsalter

Gemäss den neuesten Bevölkerungszahlen hatten Ende 2023 insgesamt 6'919 Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 16 oder 17 Jahren ihren ständigen Wohnsitz im Kanton Luzern. Bei Annahme der Verfassungsinitiative "Ja zum Stimmrechtsalter 16!" würde sich die Zahl der Stimmberechtigten also um etwa 7'000 Personen erhöhen. Der Anteil der 16- und 17-Jährigen an der Schweizer Bevölkerung ab 16 Jahren im Kanton Luzern beträgt aktuell 2,4 Prozent. In den kommenden Jahren wird die Zahl der Stimmberechtigten im Kanton weiter steigen. Trotz der fortschreitenden demografischen Alterung (vgl. Webartikel Altersstruktur der Bevölkerung) wird der Anteil der 16- und 17-jährigen Schweizerinnen und Schweizer an der Bevölkerung ab 16 Jahren laut LUSTAT-Bevölkerungsszenarien bis 2050 stabil zwischen 2,4 und 2,6 Prozent bleiben.

Stimmbeteiligung variiert nach Thema der vorgelegten Abstimmungsfragen

Im Kanton Luzern lag die durchschnittliche Stimmbeteiligung pro Urnengang in den Jahren 2005 bis 2024 zwischen 25 und 69 Prozent: Am 13. Juni 2010 als ausschliesslich 6 kantonale Vorlagen zur Abstimmung kamen, fiel die durchschnittliche Stimmbeteiligung mit 25 Prozent  am tiefsten aus. Die höchste Stimmbeteiligung mit 69 Prozent wurde am 28. November 2021 verzeichnet, als unter anderem über die Änderung des Covid-19-Gesetzes sowie über die Pflegeinitiative zu entscheiden war. Über die betrachteten Jahre zeigte sich eine je nach Thema stark volatile Beteiligung.

Um die Beteiligung an eidgenössischen und kantonalen Vorlagen zu unterscheiden, wird die konkrete Teilnahme, also der Anteil der gültigen Stimmen an allen Stimmberechtigten pro Abstimmungsfrage betrachtet. Eidgenössische Vorlagen mobilisierten die Luzerner Stimmbevölkerung in den letzten Jahren stärker als kantonale Vorlagen. Kamen an einem Abstimmungswochenende eidgenössische und kantonale Vorlagen an die Urne, wies in der Regel mindestens eine der vorgelegten eidgenössischen Fragen eine höhere Teilnahme auf als die gleichentags zur Abstimmung gebrachten kantonalen Vorlagen. An den drei Abstimmungswochenenden mit den tiefsten Teilnahmen in den letzten 20 Jahren, waren an zweien ausschliesslich kantonale Vorlagen zur Abstimmung vorgelegt worden.

18- bis 29-Jährige beteiligen sich weniger häufig an Abstimmungen

Die Stimmbeteiligung nach Alter wird im Kanton Luzern lediglich in der Stadt Luzern erfasst und als durchschnittliche Stimmbeteiligung pro Urnengang ausgewertet. Diese Daten zeigten für 2024, dass die Stimmbeteiligung bei den 18- bis 29-Jährigen am tiefsten lag und mit dem Alter anstieg. Bei den 80-Jährigen und Älteren reduzierte sich die Beteiligung dann wieder.

Knapp jede/r Dritte der 15- bis 24-Jährigen informiert sich nie zu kantonaler Politik

In der kantonalen Bevölkerungsbefragung 2023 wurde die Luzerner Bevölkerung ab 15 Jahren gefragt, wie oft sich die Bevölkerung zu Themen der kantonalen Politik informiert. Dabei gaben insgesamt 46 Prozent der Luzerner Bevölkerung an, sich mindestens einmal pro Woche über die kantonale Politik zu informieren. 38 Prozent taten dies weniger häufig und 16 Prozent konsultierten keine kantonalen Informationen. Jüngere Personen informierten sich generell weniger häufig über die kantonale Politik als ältere Personen: So gaben 31 Prozent der 15- bis 24-Jährigen an, sich nie über die kantonale Politik zu informieren. Mit steigender Altersgruppe nahm der Anteil der Nicht-Informierten ab. Bei den 65-Jährigen und älteren Personen gaben 5 Prozent an, sich nicht über die kantonale Politik zu informieren.

LUSTAT Statistik Luzern / 13. Januar 2025 / Autorinnen: Sibylle Haas und Andrea Oppliger

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