Teilnahme an Abstimmungen und Wahlen im Kanton

Teilnahme im Kanton Luzern höher als in der Gesamtschweiz

Die Teilnahme an Abstimmungen lag im Kanton Luzern in den Jahren 2016 bis 2025 zwischen 28,9 Prozent (18. Mai 2025) und 69,6 Prozent (28. November 2021). Über die Jahre zeigt sich die Abstimmungsteilnahme je nach Thema stark volatil.

Seit 2016 lag die Abstimmungsteilnahme bei vier Urnengängen zumindest für einen Teil der Vorlagen über der 60-Prozent-Marke. Drei dieser vier Abstimmungen fanden in den Jahren 2020 und 2021 statt. Bei einem Urnengang (18. Mai 2025) blieb die Teilnahme unter der 30-Prozent-Marke.

Tiefste Teilnahmewerte bei Urnengängen mit ausschliesslich kantonalen Vorlagen

Eidgenössische Vorlagen mobilisierten die Luzerner Stimmbevölkerung in den letzten Jahren in den meisten Fällen stärker als kantonale Vorlagen. Kamen an einem Abstimmungswochenende sowohl eidgenössische als auch kantonale Vorlagen an die Urne, wies in der Regel mindestens eine der vorgelegten eidgenössischen Fragen eine höhere Teilnahme auf als die gleichentags zur Abstimmung gebrachten kantonalen Vorlagen. Der 9. Februar 2025 bildet hier eine Ausnahme: Bei der kantonalen Verfassungsinitiative “Ja zum Stimmrechtsalter 16!” lag die Teilnahme bei 44,8 Prozent. Bei der gleichentags zur Abstimmung vorgelegten eidgenössischen Umweltverantwortungsinitiative waren es 43,9 Prozent.

Die beiden tiefsten Teilnahmewerte wurden im Zeitraum von 2016 bis 2025 bei Urnengängen mit ausschliesslich kantonalen Vorlagen registriert: So lag die Teilnahme am 18. Mai 2025 bei 28,9 bis 29,1 Prozent und am 26. November 2023 bei 31,5 bis 31,7 Prozent.

Kommen an einem Abstimmungswochenende mehrere Vorlagen zur Abstimmung, können einzelne Vorlagen von der mobilisierenden Wirkung anderer, gleichzeitig vorgelegter Abstimmungsvorlagen profitieren. Dennoch können sich die Teilnahmen der gleichentags vorgelegten Volksabstimmungen voneinander unterscheiden. Dies, weil die Stimmenden nicht für alle Vorlagen einen Stimmzettel einlegen oder Abstimmungsfragen unbeantwortet lassen. Insgesamt nähern sich die Teilnahmewerte aber an. Seit 2016 betrug die Differenz der Teilnahmen bei Vorlagen, über die gleichentags abgestimmt wurde, maximal 6,5 Prozentpunkte. Das war am 29. November 2020 der Fall, als die Teilnahme bei der eidgenössischen Konzernverantwortungsinitiative im Kanton Luzern (47,3%) deutlich über derjenigen beim Gegenvorschlag zur Gesetzesinitiative Luzerner Kulturlandschaft (40,7%) lag.

Abstimmungsteilnahme im Kanton Luzern etwas höher als in der Gesamtschweiz

Im Zeitraum von 2016 bis 2025 mobilisierten die eidgenössischen Vorlagen die Stimmberechtigten im Kanton Luzern jeweils ähnlich stark wie in der Gesamtschweiz. So nahmen an der Abstimmung zur Änderung des Covid-19-Gesetzes am 28. November 2021 im Kanton Luzern 69,6 Prozent der Stimmberechtigten teil, schweizweit taten dies 64,8 Prozent. Bei der Vorlage zum Bundesgesetz über Geldspiele am 10. Juni 2018 legten im Kanton Luzern 34,8 Prozent der Stimmberechtigten eine gültige Antwort ein, schweizweit taten dies 33,7 Prozent.

In den Jahren 2016 bis 2025 war die Teilnahme an Urnengängen im Kanton Luzern häufiger grösser als in der Gesamtschweiz als umgekehrt. Insbesondere fällt die Mobilisierung im Kanton Luzern bei stärker mobilisierenden Vorlagen jeweils etwas stärker aus als in der Gesamtschweiz. Auch kantonale Vorlagen können zu einer kantonal etwas erhöhten Teilnahme bei eidgenössischen Vorlagen führen, so zum Beispiel am 9. Februar 2025. An diesem Tag konnten die Luzerner Stimmenden über die kantonale Verfassungsinitiative “Ja zum Stimmrechtsalter 16!” befinden, welche im Kanton Luzern stärker zu mobilisieren vermochte als die gleichzeitig vorgelegte eidgenössische Vorlage. Die Teilnahme im Kanton Luzern lag an diesem Urnensonntag um 6,3 Prozentpunkte über dem schweizerischen Durchschnitt.

Sachfragen mobilisieren stärker als Wahlen

Die Luzerner Stimmberechtigten lassen sich jeweils stärker zu einer Stimmabgabe an eidgenössischen als an kantonalen Wahlen motivieren. Die Teilnahme an eidgenössischen Wahlen (Nationalratswahlen) lag im Kanton Luzern 2019 und 2023 bei 47,7 respektive 50,3 Prozent. An den kantonalen Wahlen (Kantonsratswahlen), die jeweils im Frühjahr des eidgenössischen Wahljahrs stattfinden, lag die Teilnahme 2019 (40,9%) und 2023 (39,8%) jeweils etwas tiefer als bei den eidgenössischen Wahlen in demselben Jahr.

Da die eidgenössischen und kantonalen Wahlen alle vier Jahre stattfinden, wird für die Einordnung der Teilnahme an den Wahlen auf eine längere Beobachtungsspanne zurückgegriffen und die Wahljahre ab 2003 mitberücksichtigt. So zeigt sich, dass die Wahlteilnahme bei den eidgenössischen Wahlen 2023 im langjährigen Mittel lag. Mit Ausnahme von 2019 (47,7%) betrug die Teilnahme bei den Nationalratswahlen jeweils zwischen 50 und 52 Prozent. Die Teilnahme an kantonalen Wahlen lag jeweils etwas tiefer: Ab 2003 und bis 2015 zeichnete sich bei den Kantonsratswahlen ein stetiger Rückgang ab; seit 2019 stagniert die Teilnahme zwischen 40 und 41 Prozent.

Insgesamt vermögen Abstimmungen über Sachfragen stärker zu mobilisieren als Wahlen. Die Abstimmungen über Sachfragen weisen bezüglich der Teilnahme aber auch die grösseren Schwankungen auf als die Wahlen. Die Wahlteilnahme fiel demgegenüber wesentlich konstanter aus.

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