Teilnahme an Abstimmungen und Wahlen 2016–2025

Eidgenössische Vorlagen mobilisieren stärker als kantonale

Die eidgenössischen Vorlagen haben die Luzerner Stimmbevölkerung in den letzten Jahren stärker mobilisiert als die kantonalen. Zudem beteiligten sich die Luzerner Stimmberechtigten häufiger an eidgenössischen Abstimmungen als die Gesamtschweizer Stimmbevölkerung. Insbesondere bei eidgenössischen Abstimmungen mit hoher Teilnahme zeigt sich der Unterschied zwischen dem Kanton Luzern und der Gesamtschweiz.

Die Teilnahme an Abstimmungen in den Luzerner Gemeinden ist teilweise sehr unterschiedlich. So mobilisieren zum Beispiel kommunale Abstimmungen oder Vorlagen, welche bestimmte Regionen stärker betreffen, die jeweilige Stimmbevölkerung verstärkt. Im Vergleich zum Kantonsdurchschnitt war die Abstimmungsteilnahme von 2022 bis 2025 in den Gemeinden Adligenswil, Greppen, Horw, Meggen, Rothenburg, Sempach, Udligenswil, Vitznau und Weggis häufig überdurchschnittlich.

Zur Berechnung der Stimmbeteiligung wird üblicherweise pro Abstimmungsfrage die Zahl der eingelegten Stimmzettel zur Zahl der stimmberechtigten Personen ins Verhältnis gesetzt. Leer eingelegte Stimmzettel und ungültige Stimmzettel werden dabei mitgezählt. Wenn an einem Abstimmungswochenende mehrere Vorlagen zur Abstimmung kommen, kann sich also die Zahl der eingelegten Stimmzettel je nach Vorlage unterscheiden.

In der Stadt Luzern werden die Stimmergebnisse seit Ende 2018 mittels Scanning (E-Counting) erfasst. Die Stadtluzerner Stimmbevölkerung beantwortet seither alle Abstimmungsfragen, die am gleichen Tag zur Abstimmung kommen, auf einem einzigen Stimmzettel. Die Stimmbeteiligung kann aufgrund dessen nicht mehr differenziert nach einzelnen Abstimmungsvorlagen ausgewertet werden.

Um in vorliegender Analyse die Unterschiede bei den verschiedenen Abstimmungsvorlagen trotzdem analysieren zu können, wird deshalb eine angepasste Berechnungsart der Stimmbeteiligung verwendet. Es werden jeweils nur die eingegangenen gültigen Stimmen berücksichtigt und diese zur stimmberechtigten Bevölkerung ins Verhältnis gesetzt. Die berechneten Teilnahmewerte sind deshalb etwas tiefer als die Werte der herkömmlich berechneten Stimmbeteiligung. Aufgrund dieser Anpassung wird in vorliegender Analyse nicht von "Stimmbeteiligung" gesprochen, sondern die Bezeichnung "Teilnahme an der Abstimmung" oder "an den Wahlen" verwendet.

Vorliegende Analyse behandelt die Teilnahme an eidgenössischen und kantonalen Abstimmungen und Wahlen im Kanton Luzern. Dabei wird einerseits die Abstimmungs- und Wahlteilnahme seit 2016 auf Ebene des Kantons betrachtet. Anderseits steht das Abstimmungsverhalten in den Luzerner Gemeinden seit 2016 im Fokus.

LUSTAT Statistik Luzern / 24. Februar 2026 / Autorin: Andrea Oppliger

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