Am 28. April 2024 wurde in den Luzerner Gemeinden der Gemeinderat für die Amtsdauer 2024–2028 neu gewählt. Der zweite Wahlgang fand am 9. Juni 2024 statt. In den Gemeinden Root und Honau, welche auf den 1. Januar 2025 fusionieren, fanden die Neuwahlen am 22. September 2024 statt. Insgesamt zeigt sich, dass die zur Wahl angetretenen Frauen eine leicht höhere Erfolgsquote hatten als die Männer. Die Frauen bleiben aber in den Luzerner Gemeinderäten nach wie vor untervertreten.
LUSTAT hat im Rahmen der Luzerner Gemeinderatswahlen 2024 zum zweiten Mal verschiedene Merkmale zu den Kandidierenden und Gewählten erhoben. Diese werden in der nachfolgenden Kurzanalyse thematisiert.
Zur Wahl in die Luzerner Gemeinderäte 2024 traten 280 Männer und 167 Frauen an, also insgesamt 447 Personen. 385 Gemeinderatssitze waren zu besetzen. In wenigen Fällen erhielten auch Personen ohne Kandidatur Stimmen. Im nachfolgenden Text werden auch sie als Kandidierende mitberücksichtigt. Am meisten Kandidierende stellte die Mitte mit 181 Personen, gefolgt von der FDP mit 107 und der SVP mit 53 Kandidierenden. Die SP präsentierte 17 Personen, die GLP 7 und die Grünen 4. 71 Kandidierende gehörten keiner Partei oder Gruppierung an und bezeichneten sich als Parteilose. 7 Personen traten auf Wahllisten anderer Gruppierungen an.
Insgesamt waren 63 Prozent der Kandidierenden Männer und 37 Prozent Frauen. Nach Parteien betrachtet war der Frauenanteil bei der SP und den Grünen mit 53 respektive 50 Prozent am höchsten. Bei der Mitte betrug der Frauenanteil 43 Prozent, bei der FDP 36 Prozent, bei der SVP 30 Prozent und bei den Parteilosen 27 Prozent. Am tiefsten war er bei der GLP (14%). Unter den bisherigen Kandidierenden lag der Frauenanteil bei 36 Prozent, unter den neu angetretenen Kandidierenden bei 40 Prozent.
66 Prozent aller Kandierenden traten als bisherige Gemeinderäte oder -rätinnen zur Wahl an. Der Bisherigenanteil war bei den Männern höher als bei den Frauen (68 vs. 63%). Am meisten Bisherige stellten die Mitte und die FDP mit 77 respektive 68 Prozent. Bei den parteilosen Kandidierenden waren 59 Prozent Bisherige, bei der SVP 57 Prozent und bei der SP 47 Prozent. Auf den Wahlvorschlägen anderer Parteien oder Gruppierungen machten die Bisherigen 29 Prozent aus; bei den Grünen 25 Prozent und bei der GLP 14 Prozent.
2024 waren im Vergleich zu den Wahlen vor vier Jahren fast gleich viele Kandidierende zur Wahl angetreten oder zur Wahl vorgeschlagen worden (2024: 447; 2020: 449). 2024 fanden in 79 Gemeinden Wahlen statt, 2020 war dies in 80 Gemeinden der Fall gewesen. 2024 gab es mehr Frauenkandidaturen und etwas weniger Männerkandidaturen als 2020. Dennoch lag 2024 der Anteil Frauen (37,4%) ähnlich hoch wie 2020 (36,5%). 2024 traten im Vergleich zu 2020 mehr Bisherige zur Wahl an (2024: 66%; 2020: 64%).
2024 waren im Vergleich zu den Wahlen vor vier Jahren fast gleich viele Kandidierende zur Wahl angetreten oder zur Wahl vorgeschlagen worden (2024: 447; 2020: 449). 2024 fanden in 79 Gemeinden Wahlen statt, 2020 war dies in 80 Gemeinden der Fall gewesen. 2024 gab es mehr Frauenkandidaturen und etwas weniger Männerkandidaturen als 2020. Dennoch lag 2024 der Anteil Frauen (37,4%) ähnlich hoch wie 2020 (36,5%). 2024 traten im Vergleich zu 2020 mehr Bisherige zur Wahl an (2024: 66%; 2020: 64%).
2024 sind insgesamt 385 Personen als Gemeinderäte oder -rätinnen gewählt worden (Stand nach 1. und 2. Wahlgang), 240 Männer und 145 Frauen. 176 Gewählte gehören der Mitte an, 101 der FDP und 38 der SVP. 13 Gewählte vertreten die SP, 3 die Grünen und 2 die GLP. 48 Gewählte sind parteilos und 4 gehören weiteren Parteien oder Gruppierungen an.
Der Frauenanteil unter den gewählten Exekutivmitgliedern beträgt insgesamt 38 Prozent. Bei den Grünen stellen die Frauen 67 Prozent der gewählten Gemeinderatsmitglieder, bei der SP 46 Prozent und bei der Mitte 44 Prozent. Bei der FDP haben die Frauen 33 Prozent der Sitze inne, bei den Parteilosen 31 Prozent und bei der SVP 24 Prozent. In der Gruppe der anderen Parteien besetzen die Frauen 75 Prozent der eroberten Sitze.
75 Prozent aller Gewählten sind Bisherige, 25 Prozent neue Gemeinderatsmitglieder. Der Frauenanteil bei den Bisherigen liegt bei 36 Prozent, bei den Neugewählten bei 43 Prozent.
Der Anteil der gewählten Frauen liegt 2024 mit 38 Prozent leicht über demjenigen von 2020 (37%). 2024 sind anteilmässig mehr Bisherige gewählt worden als 2020 (75 vs. 72%).
Bei den Gemeinderatswahlen 2024 waren 37 Prozent der Kandidierenden Frauen und 63 Prozent Männer. Dies entspricht auch in etwa der Verteilung nach Geschlecht bei den Gewählten: 38 Prozent der Gewählten waren Frauen, 62 Prozent Männer. Die angetretenen Frauen weisen damit eine Erfolgsquote von 87 Prozent aus, die Männer eine von 86 Prozent.
Mitentscheidend für den Wahlerfolg war, ob eine Kandidatin oder ein Kandidat als Bisherige oder Bisheriger zur Wahl antrat. Unter den Bisherigen betrug die Erfolgschance 98 Prozent, unter den Neukandidierenden 63 Prozent. Die Erfolgsquote bei den Bisherigen war für Frauen sowie für Männer gleich hoch (je 98%). Bei den Neukandidierenden realisierten die Frauen (67%) eine höhere Erfolgsquote als die Männer (60%).
Nach Parteien betrachtet hängt die Wahlerfolgsquote unter anderem davon ab, mit wie vielen Bisherigen eine Partei zur Wahl antritt. Mit zunehmendem Anteil an Bisherigen steigt der Wahlerfolg. So wiesen 2024 die Mitte und die FDP, bei denen 77 respektive 68 Prozent der Kandidierenden zu den Bisherigen gehörten, je eine Wahlerfolgsquote von mehr als 90 Prozent aus. Parteien mit kleineren Bisherigen-Anteilen wie die GLP (14%) hatten eine tiefere Wahlerfolgsquote (29%). Die Erfolgsquote pro Partei lag jeweils rund 15 bis 30 Prozentpunkte über dem jeweiligen Anteil an kandidierenden Bisherigen. Eine Ausnahme bilden die Grünen: Sie erreichten mit einem unterdurchschnittlichen Anteil an Bisherigen (25%) eine überdurchschnittlich hohe Erfolgsquote (75%). Bei den parteilos Kandidierenden lagen beide Werte dicht beieinander: Der Bisherigen-Anteil betrug 59 Prozent und die Erfolgsquote 68 Prozent.
Die Wahlerfolgsquote insgesamt sowie diejenige der Frauen ist 2024 im Vergleich zu 2020 gleich geblieben. Diejenige der Männer hat sich leicht erhöht (2024: 86%, 2020: 85%). Verändert hat sich auch der Wahlerfolg nach Kandidierenden-Status: Die Wahlerfolgsquote der Neukandidierenden reduzierte sich (2024: 63%, 2020: 67%), jene der Bisherigen stieg an (2024: 98%; 2020: 96%). 2024 waren mehr Bisherige angetreten als 2020.
In 74 der 79 Luzerner Gemeinden waren 2024 pro Gemeinde jeweils 5 Gemeinderatssitze zu vergeben, in 5 Gemeinden jeweils 3 Sitze. In 77 Gemeinden wurde mindestens 1 Frau in den Gemeinderat gewählt, 2 Gemeinden verfügen über keine Frauenvertretung im Gemeinderat. In insgesamt 17 Gemeinden erreichten die Frauen eine Mehrheit im Gemeinderat. Bereits 2020 hatte es in 17 Gemeinden eine Frauenmehrheit in der Exekutive gegeben.
Im Durchschnitt traten 2024 pro Gemeinde 2,2 Frauen zu den Gemeinderatswahlen an. Gewählt wurden im Schnitt 1,8 Frauen pro Gemeinde. Nach Gemeindegrösse zeigen sich 2024 nur geringe Differenzen in der Frauenvertretung. Der Trend, dass sich in den grösseren Gemeinden deutlich mehr Personen zur Wahl stellen, als Sitze zu vergeben sind, zeigt sich bei Männern und Frauen gleichermassen.
Autorin: Andrea Oppliger / 3. Juli 2024 (aktualisiert am 8. November 2024)