Energiequellen von Gebäuden 2023

Etwas weniger als die Hälfte der Wohngebäude mit Öl oder Gas beheizt

2023 wurden im Kanton Luzern 31'939 Gebäude mit Wohnnutzung mit fossilen Energieträgern (Heizöl oder Gas) beheizt. Dies entspricht etwas weniger als der Hälfte aller Wohngebäude (45,4%). Der Wert liegt damit unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 54,4 Prozent. Insgesamt 29,0 Prozent aller Luzerner Wohngebäude wurden mit Wärmepumpen beheizt. Gesamtschweizerisch waren es 21,3 Prozent. Dies zeigen die neusten Zahlen der Gebäude- und Wohnungsstatistik des Bundesamts für Statistik.

Wärmepumpen nach Heizöl am häufigsten

Im Kanton Luzern wurde 2023 in 25'068 Gebäuden, die ganz oder teilweise der Wohnnutzung dienen, Heizöl zum Heizen verwendet (35,6%). In weiteren 6'871 Gebäuden wurde Gas genutzt (9,8%). In 20'399 Wohngebäuden waren Wärmepumpen im Einsatz (29,0%). Damit waren die Energiequellen für Wärmepumpen – wie beispielsweise Luft, Geothermie oder Wasser – nach Heizöl die zweitwichtigsten Energiequellen. 10'732 Wohngebäude wurden mit Holz beheizt, dies entspricht 15,2 Prozent. Deutlich weniger verbreitet waren Elektrizität (5,6%) oder Fernwärme (3,8%).

Mehrheit der Luzerner/innen wohnt in Gebäuden mit fossilen Heizträgern

Mit Blick auf die Bewohner/innen der Gebäude zeigt sich, dass im Kanton Luzern per Ende 2023 insgesamt 153'163 Personen (ständige Wohnbevölkerung mit zugewiesenem eidg. Gebäudeidentifikator) in einem Gebäude wohnten, das mit Heizöl beheizt wurde. 73'090 Personen wohnten in Gebäuden, in welchen Gas als Energieträger für die Heizung verwendet wurde. Damit heizte mehr als die Hälfte aller Luzerner/innen mit fossiler Energie (52,6%). 117'797 Personen (27,4%) lebten in einem Wohngebäude, in dem eine Wärmepumpe zur Wärmegewinnung (ohne Warmwasseraufbereitung) zum Einsatz kam. Insgesamt 41'325 Personen oder 9,6 Prozent aller Luzerner/innen bewohnten Gebäude mit Holz als Energieträger zum Heizen. 6,5 Prozent der Bevölkerung (27'961 Personen) konnten ihre Wohnung mit Hilfe von Fernwärme heizen. Mit 11'433 Personen (2,7%) waren schliesslich vergleichsweise wenige Personen in Wohngebäuden mit elektrischer Heizung zu Hause.

Neubauten überwiegend mit Wärmepumpen

Je neuer die Gebäude, desto häufiger werden Wärmepumpen als Energieträger für die Heizung genutzt. So wurden vier Fünftel (79,4%) der Wohngebäude, welche zwischen 2011 bis 2023 erbaut worden waren, mit Wärmepumpen beheizt. Bei den Gebäuden aus der Dekade davor (Baujahr 2001–2010) waren es mit 52,3 Prozent etwas mehr als die Hälfte. Gebäude der Bauperiode vor 1946 waren 2023 lediglich zu 9,4 Prozent mit Wärmepumpen ausgestattet.

Umgekehrt wurden Gebäude aus der jüngsten Bauperiode (2011–2023) kaum noch mit Heizöl (1,6%) oder Gas (2,3%) beheizt. Der höchste Anteil an Ölheizungen ist bei Gebäuden mit Baujahr 1946 bis 1980 festzustellen (57,4%), während die Verbreitung von Gasheizungen in Gebäuden mit Bauperiode vor 1946 am grössten ist (16,4%).

Gasheizungen im städtischen Raum konzentriert

2023 wurden in 5 der 80 Luzerner Gemeinden über die Hälfte der Wohngebäude mit Wärmepumpen beheizt, nämlich in Schlierbach (56,1%), Mauensee (52,5%), Egolzwil (52,0%), Schenkon (51,3%) und in Oberkirch (50,3%).

Mit fossilen Brennstoffen (Heizöl, Gas) wurde besonders oft in der Stadt Luzern geheizt (83,1%), gefolgt von Kriens (70,3%) und Emmen (62,1%). Dieses Bild ist vor allem auf die vergleichsweise starke Verbreitung von Gasheizungen im städtischen Raum zurückzuführen. Ausserhalb des städtischen Raums sind Gasheizungen kaum verbreitet. In 71 von 80 Gemeinden betrug der Anteil der mit Gas geheizten Gebäude weniger als 5 Prozent. Einzig in der Stadt Luzern, wo mehr als die Hälfte der Gebäude mit Gas beheizt wurde (55,1%), in Kriens (32,3%) sowie in Meggen (15,4%), Rothenburg (13,7%), Emmen (11,8%) und Ebikon (10,5%) lag der Anteil der Gasheizungen über dem kantonalen Schnitt von 9,8 Prozent.

Holz als Energieträger für die Heizung kam 2023 anteilmässig am meisten in ländlichen Gemeinden zum Einsatz, am häufigsten in den Wohngebäuden in Romoos (70,2%), Luthern (59,9%) und Hergiswil bei Willisau (51,4%). Im Gemeindevergleich fand Elektrizität als Energieträger fürs Heizen anteilmässig am häufigsten in Flühli (26,5%), Dierikon (16,7%), Vitznau (15,9%), Adligenswil (15,8%) und Ebikon (15,4%) Verwendung. Grosse Unterschiede zwischen den Gemeinden sind schliesslich auch bei der Nutzung von Fernwärme feststellbar: Am höchsten ist deren Verbreitung in Gebäuden mit Wohnnutzung in Altbüron (29,6%), Greppen (20,1%) und Buchrain (18,7%).

Elektrizität für die Warmwasseraufbereitung am häufigsten

2023 wurde im Kanton Luzern das Warmwasser in 28,7 Prozent aller Wohngebäude mittels Elektrizität aufbereitet. Damit spielt Elektrizität für die Warmwasseraufbereitung eine viel bedeutendere Rolle als für die Heizung. In fast einem Viertel (24,4%) der Gebäude war Heizöl der Energieträger für Warmwasser. Bei gut einem Fünftel (22,7%) der Wohngebäude waren Wärmepumpen für die Warmwasseraufbereitung im Einsatz. Holz (10,3%), Gas (7,7%), Fernwärme (2,9%) und Solarthermie (1,1%) kamen vergleichsweise selten zum Zug.

Quelle und Aktualität der Daten

Seit 2009 werden die Daten zur Wärmeversorgung von Wohngebäuden im Rahmen der Gebäude- und Wohnungsstatistik (GWS) erhoben. Die Angaben zu den Energieträgern für die Heizung und Warmwasserversorgung stammen dabei aus dem Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister (GWR).

Die Nachführung des GWR erfolgt durch die Baubewilligungsbehörden der Gemeinden im Zuge der kontinuierlichen Erhebung von bewilligungspflichtigen Bauprojekten. Dennoch basierte per 31.12.2023 über die Hälfte (52%) der Energieinformationen noch auf der Volkszählung 2000. Um insbesondere die Aktualität der Energiedaten im GWR zu erhöhen, bereinigen die Gemeinden derzeit unter Federführung und mit Unterstützung der Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) die Angaben im GWR systematisch mit Hilfe von ergänzenden, sekundären Informationsquellen (z.B. Angaben der Feuerungskontrolle oder Erdsondenbewilligungen).

Da nicht für alle Gebäude eine sekundäre Informationsquelle besteht, wurde zusätzlich eine der Bevölkerung zugängliche Meldefunktion erstellt: In der Webkarte «Energiequelle Heizungen» im kantonalen Geoportal kann durch Klick auf ein Gebäude und anschliessendem Aufruf des Direktlinks «Nicht korrekte Angaben festgestellt? zum Meldeformular für dieses Gebäude an den Kanton Luzern» ein Korrekturantrag erfasst werden. Korrekturanträge werden an die Standortgemeinde des betroffenen Gebäudes zur Bearbeitung weitergeleitet.

LUSTAT Statistik Luzern / 21. November 2024 / Autor: Enrico Moresi

Kontakt

LUSTAT Statistik Luzern

E-Mail: info@lustat.ch

Telefon: +41 41 228 56 35