Schulpersonal der obligatorischen Schulstufen

Das Schulpersonal der Kindergärten, Basisstufen, Primar- und Sekundarschulen nimmt verschiedene Funktionen wahr. Direkt mit dem Unterricht der Schülerinnen und Schüler beauftragt sind die Lehrpersonen. Für die Förderung von Lernenden mit besonderen Bildungsbedürfnissen ist spezifisches Fachpersonal zuständig, wie zum Beispiel Lehrpersonen für den Förderunterricht für mehrsprachig aufwachsende Lernende. Das qualifizierte Fachpersonal wird von Klassenassistenzen unterstützt. Schulleiterinnen und Schulleiter sind für die operative Führung einer Bildungsinstitution zuständig.

Weiter sind Fachpersonen im Einsatz, welche eine therapeutische Unterstützung bieten, damit Lernende dem Unterricht an der Regelschule folgen können (z.B. Logopädie oder Psychomotorik). Die Fachpersonen der Schuldienste unterstützen die Lehrpersonen, Eltern, Schülerinnen und Schüler zudem in den Bereichen Schulpsychologie und Schulsozialarbeit.

Das Fachpersonal für Integrative Sonderschulung (IS) fördert Lernende mit Behinderung innerhalb der Regelschule. Lernende mit Behinderung, welche mit Massnahmen der Integrativen Sonderschulung in der Regelschule nicht angemessen geschult werden können, besuchen eine spezialisierte Sonderschule.

Lehrpersonen an Regelschulen

Unter Lehrpersonen werden im Folgenden diejenigen Personen verstanden, die direkt mit dem Unterricht beauftragt sind. Nicht zu den Lehrpersonen gezählt werden die Fachpersonen für die Integrative Förderung (IF) und die Integrative Sonderschulung (IS) sowie die Klassenassistenzen.

Lehrerinnen und Lehrer können mehrere Anstellungen und unterschiedliche Funktionen innehaben: Sie können beispielsweise an mehreren Schulen und/oder auf verschiedenen Schulstufen unterrichten. Eine Lehrperson kann zudem zusätzlich zu ihrer Unterrichtstätigkeit weitere Aufgaben an der Schule wahrnehmen, zum Beispiel in der Schulleitung oder als Förderlehrperson.

Die folgenden Analysen beschränken sich auf die Unterrichtstätigkeit der Lehrpersonen: Zusätzlich wahrgenommene Aufgaben werden nicht berücksichtigt. Aus methodischen Gründen ebenfalls nicht berücksichtigt sind die Gymnasien: Die dort tätigen Lehrpersonen sind oft sowohl auf obligatorischer als auch auf nachobligatorischer Schulstufe tätig.

Regelschulen der obligatorischen Schulstufen zählen rund 5'400 Lehrpersonen

Im Schuljahr 2023/24 unterrichteten im Kanton Luzern rund 5'400 Lehrpersonen an Regelschulen der obligatorischen Schulstufen (ohne Gymnasien). Rund 5'250 Lehrpersonen waren an öffentlichen Schulen angestellt, rund 150 an Privatschulen. Sie besetzten an den öffentlichen Schulen rund 3'160 Vollzeitstellen (Vollzeitäquivalente), an den Privatschulen 85 Vollzeitstellen.

Von den auf obligatorischer Schulstufe tätigen Lehrerinnen und Lehrern unterrichteten im Schuljahr 2023/24 rund 3'900 an einem Kindergarten, einer Basisstufe oder einer Primarschule und rund 1'400 an einer Sekundarschule (ohne Gymnasien). Zusätzlich unterrichteten rund 100 Personen auf beiden Schulstufen.

Zahl der Lehrpersonen an Kindergärten, Basisstufen und Primarschulen nimmt zu

In den vergangenen zehn Jahren nahm die Zahl der Lehrpersonen auf obligatorischer Schulstufe um rund 1'000 Personen zu (+23%). Gleichzeitig stieg die Zahl der Stellen um rund 440 Vollzeitstellen (+16%). Die Zahl der Lehrpersonen an Kindergärten, Basisstufen und Primarschulen nahm in diesem Zeitraum um rund 860 Personen bzw. 450 Vollzeitstellen zu (+27% bzw. +24%). An den Sekundarschulen hatte die Zahl der Lehrpersonen und Vollzeitstellen bis im Schuljahr 2019/20 abgenommen. Seit Schuljahr 2020/21 war wieder eine Zunahme zu verzeichnen, sodass die Zahl der Vollzeitstellen aktuell ein ähnliches Niveau erreicht wie im Schuljahr 2014/15. Die Zahl der Lehrpersonen an den Sekundarschulen ist aktuell leicht höher als im Schuljahr 2014/15 (+6%).

Der wachsende Bedarf an Lehrpersonen ist vor allem auf die Entwicklung der Lernendenzahlen zurückzuführen (vgl. Kap. Lehrkräftebedarf). Auf Kindergarten- und Primarstufe stieg die Zahl der Kinder in den vergangenen zehn Jahren um rund 5'200 Lernende beziehungsweise 18 Prozent an. Die Zahl der Sekundarschülerinnen und -schüler war im Schuljahr 2023/24 hingegen fast gleich gross wie zehn Jahre zuvor.

Knapp 4 von 10 Lehrpersonen sind unter 35 Jahre alt

Wird die Entwicklung nach Altersklassen betrachtet, wuchs die Anzahl der unter-35-jährigen Lehrpersonen in den vergangenen zehn Jahren am stärksten (+38%). Der Anteil dieser jüngsten Altersklasse stieg in diesem Zeitraum um 4 Prozentpunkte auf 38 Prozent an. Der Anteil der Personen zwischen 35 und 54 Jahre ging um 2 Prozentpunkte auf 45 Prozent zurück, der Anteil der Personen ab 55 Jahre sank ebenfalls um 2 Prozentpunkte auf 17 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Lehrpersonen ist demzufolge im gleichen Zeitraum etwas gesunken, nämlich von 42 auf 41 Jahre.

Leicht rückläufige Zahl der Lernenden pro Vollzeitäquivalent

Das Betreuungsverhältnis zwischen Lernenden und Lehrpersonen an den öffentlichen Regelschulen im Kanton Luzern liegt aktuell etwas tiefer als vor zehn Jahren. Das bedeutet, dass eine Lehrperson im Durchschnitt weniger Lernende betreut als damals. Im Schuljahr 2023/24 lag die Betreuungsquote bei 13,8 Lernenden pro Vollzeitäquivalent, im Schuljahr 2014/15 waren es noch 14,2 Lernende pro Vollzeitäquivalent gewesen (vgl. Bildungsindikator Betreuungsverhältnis obligatorische Schulstufen). Sonderpädagogisches und therapeutisches Personal, Förderlehrpersonen sowie Assistenzen werden in dieser Kennzahl nicht berücksichtigt.

Je jünger die Lernenden sind, desto höher ist die Betreuungsquote: Auf Kindergartenstufe betreute eine Lehrperson im Durchschnitt 17,7 Kinder, in den Sekundarschulen im Schnitt 11,2 Lernende. Auf diesen beiden Stufen ist das Betreuungsverhältnis aktuell ähnlich wie vor zehn Jahren. Auf der Primarstufe lag das Betreuungsverhältnis im Schuljahr 2023/24 bei 14,3 Lernenden pro Vollzeitäquivalent, während es 2014/15 noch 15,3 Lernende pro Vollzeitäquivalent betragen hatte. Auch auf der Basisstufe betreute eine Lehrperson im Schuljahr 2023/24 im Schnitt weniger Kinder als noch vor zehn Jahren (13,7 vs. 15,1 Lernende).

Bei den Lehrpersonen über 55 Jahre nimmt Frauenanteil weiter zu

Im Schuljahr 2023/24 unterrichteten an den obligatorischen Schulstufen rund 1'000 Männer und rund 4'400 Frauen. Das entsprach einem Frauenanteil von 81 Prozent. Der Frauenanteil nahm mit dem Alter der Lernenden ab: An den Luzerner Kindergärten und Basisstufen unterrichten zu 98 Prozent Frauen, an den Primarschulen zu 87 Prozent und an den Sekundarschulen zu 60 Prozent.

Der Anteil der Lehrerinnen stieg in den vergangenen zehn Jahren leicht an; im Schuljahr 2014/15 hatte er noch 78 Prozent betragen. Der Frauenanteil stieg vor allem in der Gruppe der Lehrpersonen ab 55 Jahren an, nämlich von 64 Prozent im Schuljahr 2014/15 auf 77 Prozent im Schuljahr 2023/24. Bei den 35- bis 54-jährigen Lehrpersonen nahm der Frauenanteil ebenfalls leicht zu (+3 Prozentpunkte auf 82%), in der jüngsten Altersklasse sank der Frauenanteil hingegen leicht (2014/15: 84%; 2023/24: 83%).

Im Schuljahr 2023/24 zeigte sich insgesamt aber weiterhin ein sinkender Frauenanteil mit zunehmendem Alter der Lehrpersonen.

Viele Lehrpersonen haben mehrere Anstellungen inne

Die rund 5'400 Lehrpersonen der obligatorischen Schulstufen teilten sich im Schuljahr 2023/24 rund 5'900 Anstellungen. Knapp ein Zehntel dieser Lehrerinnen und Lehrer hatte in diesem Schuljahr gleichzeitig mehr als eine Anstellung als Lehrperson auf der obligatorischen Schulstufe inne (9%).

Das Unterrichtspensum pro Lehrperson an den obligatorischen Regelschulen kann ermittelt werden, indem die Pensen der verschiedenen Anstellungen pro Lehrperson zusammengezählt werden. Das durchschnittliche Unterrichtspensum ging in den vergangenen zehn Jahren leicht zurück (−4 Prozentpunkte) und betrug im Schuljahr 2023/24 60 Stellenprozente.

Das an den obligatorischen Regelschulen unterrichtete Pensum einer Lehrperson muss jedoch nicht zwingend deren Erwerbspensum im Total entsprechen. Lehrerinnen und Lehrer können zusätzlich zu ihrem Unterrichtspensum auf obligatorischer Stufe weitere Anstellungen innehaben. Im Schuljahr 2023/24 waren zum Beispiel 32 Prozent der Lehrpersonen gleichzeitig in der Integrativen Förderung oder Integrativen Sonderschulung tätig. Dieser Anteil nahm in den vergangenen Jahren zu (2014/15: 22%).

Gut 7 von 10 Lehrpersonen unterrichten in einem Teilzeitpensum

Viele Lehrerinnen und Lehrer unterrichten in einem Teilzeitpensum (<90%), im Schuljahr 2023/24 war dies bei 73 Prozent der Fall. In den vergangenen zehn Jahren stieg der Anteil der Teilzeit unterrichtenden Lehrpersonen leicht an (2014/15: 70%). Tendenziell nahm der Anteil der Lehrpersonen mit Vollzeitpensum eher ab, während Unterrichtspensen von weniger als 50 Stellenprozent etwas häufiger wurden.

Nach Schulstufen betrachtet wird an Kindergärten und Basisstufen am häufigsten Teilzeit unterrichtet (79%). Anders als in früheren Jahren war im Schuljahr 2023/24 die Teilzeitquote auf der Primarstufe (73%) nicht mehr höher als auf der Sekundarstufe (74%). Jedoch waren auf der Sekundarstufe Unterrichtspensen unter 50 Stellenprozenten weiterhin seltener als auf Kindergarten- und Primarstufe (35 vs. 44%).

Lehrpersonen unter 35 Jahren unterrichten am häufigsten Vollzeit

Gut 4 von 10 Lehrpersonen unter 35 Jahren unterrichteten im Schuljahr 2023/24 Vollzeit an der obligatorischen Regelschule (≥90 Stellenprozente). Dieser Anteil war deutlich höher als bei den oberen Altersklassen: Von den Lehrpersonen ab 35 Jahren unterrichteten knapp 2 von 10 Vollzeit.

In den vergangenen Jahren wuchs der Anteil Lehrpersonen mit einem Unterrichtspensum von weniger als 50 Stellenprozenten. Vor allem ältere Lehrerinnen und Lehrer waren deutlich häufiger in kleinen Pensen tätig: 2014/15 hatten rund 3 von 10 Lehrpersonen ab 55 Jahren in einem Pensum unter 50 Stellenprozent unterrichtet, 2023/24 war dies bei knapp 4 von 10 Personen dieser Altersgruppe der Fall. Auch bei der jüngsten Altersgruppe ist seit dem Schuljahr 2020/21 ein Anstieg bei den kleinen Unterrichtspensen zu beobachten. Mit ein Grund dafür dürfte die hohe Nachfrage nach Lehrpersonal auf dem Arbeitsmarkt sein: Lehrerinnen und Lehrer können schon während der Ausbildung Teilzeit an einer Schule unterrichten.

Teilzeitanteil der Männer nimmt zu

Wie in den vergangenen Jahren unterrichteten Lehrerinnen auch im Schuljahr 2023/24 deutlich häufiger in Teilzeitpensen als ihre männlichen Kollegen (77 vs. 58%). Diese Differenz hat sich in den vergangenen zehn Jahren jedoch verringert: Die Teilzeitquote der Männer stieg in diesem Zeitraum um 9 Prozentpunkte, während sie bei den Frauen nahezu stabil blieb (+1 Prozentpunkt). Im Schuljahr 2023/24 unterrichtete rund ein Viertel der Männer in einem Teilzeitpensum von unter 50 Stellenprozent, 2014/15 war dieser Anteil noch deutlich kleiner gewesen (18%). Frauen unterrichten jedoch nach wie vor deutlich häufiger als Männer in einem Pensum von weniger als 50 Stellenprozenten (42%).

Lehrpersonen an Sonderschulen

Kinder und Jugendliche mit einer geistigen, körperlichen, sprachlichen Behinderung oder mit einer Hör-, Seh- oder Verhaltensbehinderung werden mit sonderpädagogischen Massnahmen gefördert und unterstützt. Diese Sonderschulung erfolgt wenn immer möglich integrativ, das heisst, innerhalb der Regelklasse.

Lernende, die aufgrund ihrer Behinderung in der Regelschule nicht genügend gefördert werden können oder starke Verhaltensschwierigkeiten aufweisen, besuchen stufenübergreifende Sonderschulen. Separative Sonderschulung kann im Rahmen einer Tagesschule (inkl. schul- und familienergänzende Betreuung) oder eines Wocheninternats erfolgen.

Anzahl der Lehrpersonen an Sonderschulen steigt wieder leicht an

Im Schuljahr 2023/24 waren 365 Lehrpersonen in rund 200 Vollzeitstellen in der Separativen Sonderschulung tätig (ohne Assistenzen). Rund die Hälfte unterrichtete an einer öffentlichen Schule, die andere Hälfte an einer privat organisierten Schule mit öffentlicher Subventionierung. Bis im Schuljahr 2020/21 gingen die Anzahl Lehrpersonen sowie die Vollzeitäquivalente an Sonderschulen kontinuierlich zurück. Seit dem Schuljahr 2021/22 ist wieder ein leichter Anstieg zu beobachten. Zu beachten ist, dass an den Sonderschulen die Assistenzpersonen einen grossen Teil des Schulpersonals ausmachen: So wurden die 192 Lehrpersonen an den öffentlichen Sonderschulen im Schuljahr 2023/24 von 145 Assistenzpersonen unterstützt.

Durchschnittliches Unterrichtspensum bleibt stabil

Die an den Sonderschulen tätigen Lehrpersonen waren im Schuljahr 2023/24 durchschnittlich älter als die Lehrerinnen und Lehrer der Regelschulen: Knapp 3 von 10 Lehrpersonen waren mindestens 55 Jahre alt, 2 von 10 Personen waren unter 35 Jahre alt. Im Schuljahr 2023/24 waren 8 von 10 Lehrpersonen an den Luzerner Sonderschulen Frauen.

9 von 10 Lehrerinnen und Lehrern an Sonderschulen unterrichteten im Schuljahr 2023/24 in einem Teilzeitpensum: gut 5 von 10 (52%) in einem Pensum zwischen 50 und 89 Stellenprozenten und knapp 4 von 10 (38%) in einem Pensum von weniger als 50 Stellenprozenten. Das durchschnittlich unterrichtete Pensum an den Sonderschulen war mit 56 Stellenprozent leicht tiefer als an den Regelschulen (60%). In den vergangenen Jahren blieb das durchschnittlich unterrichtete Pensum an den Sonderschulen stabil (2014/15: 56%).

Integrative Sonderschulung und Förderung

Lernende werden wenn immer möglich in einer Regelklasse integrativ geschult und gefördert. Fachpersonen mit einer Aus- oder Weiterbildung in schulischer Heilpädagogik unterstützen Kinder und Jugendliche individuell darin, Stärken weiterzuentwickeln und Schwächen zu verringern.

Die Integrative Sonderschulung (IS) bezieht sich auf einzelne Lernende mit einer Behinderung. Die Integrative Förderung (IF) ist ein Unterstützungsangebot für Klassen und einzelne Lernende. Sie richtet sich unter anderem an Lernende mit Lernschwierigkeiten, Lernende mit besonderen schulischen Begabungen oder mehrsprachig aufwachsende Kinder.

Mehr Fachpersonal für Integrative Förderung und Sonderschulung

Die Anzahl Fachpersonen und die Vollzeitstellen in der Integrativen Sonderschulung und Integrativen Förderung sowie für den Unterricht in Deutsch als Zweitsprache sind im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich gewachsen: Im Schuljahr 2014/15 waren rund 1'820 Personen angestellt gewesen, welche sich 550 Vollzeitstellen teilten. Bis im Schuljahr 2023/24 stieg die Zahl der angestellten Personen auf rund 2'600 (+43%), die Zahl der Vollzeitstellen auf 756 (+37%).

Mehrheit der IF- und IS-Fachpersonen arbeitet gleichzeitig als Lehrperson

Im Schuljahr 2023/24 arbeiteten rund 2'370 Fachpersonen in der Integrativen Sonderschulung und/oder der Integrativen Förderung an Luzerner Regelschulen (ohne DaZ-Lehrpersonen). Sie teilten sich 680 Vollzeitstellen und waren mehrheitlich in kleinen Pensen angestellt: 76 Prozent arbeiteten 2023/24 in einem Pensum von weniger als 50 Stellenprozenten für die Integrative Schulung. Die Mehrheit der IF- und IS-Fachpersonen war gleichzeitig als Lehrperson tätig (72%).

Der Frauenanteil am Fachpersonal für die Integrative Schulung betrug 87 Prozent und war damit höher als beim Lehrpersonal an Regelschulen (81%) und Sonderschulen (80%).

Rund 400 Lehrpersonen unterrichten Deutsch als Zweitsprache

Lernende, die noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, besuchen den Unterricht in "Deutsch als Zweitsprache" (DaZ). Das Angebot unterstützt sie dabei, dem Unterricht sprachlich zu folgen und in der Klasse Anschluss zu finden.

Im Schuljahr 2023/24 teilten sich die rund 400 DaZ-Lehrpersonen rund 75 Vollzeitstellen. Wie die anderen Förderangebote ist auch das DaZ-Angebot in kleinen Pensen organisiert: Über 9 von 10 Lehrpersonen hatten ein Pensum von weniger als 50 Stellenprozent inne (92%). Das durchschnittliche DaZ-Pensum aller Personen betrug 19 Stellenprozent.

Neu zugezogene Lernende mit keinen oder sehr geringen Deutschkenntnissen können auch in speziellen DaZ-Aufnahmeklassen unterrichtet werden. Im Schuljahr 2023/24 wurden in den Gemeinden Emmen, Kriens und Luzern Aufnahmeklassen geführt, welche von 11 Lehrpersonen, die sich 9 Vollzeitstellen teilten, unterrichtet wurden.

Schulische Dienste, Assistenzpersonen, Schulleitung

Neben den Lehrpersonen und den Fachpersonen für Integrative Sonderschulung und Förderung sind weitere Personen an den Schulen im Einsatz. Die Schuldienste unterstützen die Lehrpersonen, Eltern und Lernenden in den Fachbereichen Logopädie, Psychomotorik, Schulpsychologie und Schulsozialarbeit. Den Schulleitungen obliegt die Führung der Schulen im pädagogischen und personellen Bereich sowie in allen organisatorischen Angelegenheiten. Klassenassistentinnen und -assistenten unterstützen Lehrpersonen während des Unterrichts sowie in organisatorischen und administrativen Aufgaben.

Fast ausschliesslich Frauen in den Bereichen Logopädie und Psychomotorik tätig

Die Schuldienste sind ein Unterstützungsangebot für Lehrpersonen, Eltern und Lernende in den Fachbereichen Schulpsychologie, Schulsozialarbeit, Logopädie und Psychomotorik.

Im Schuljahr 2023/24 arbeiteten an den Luzerner Schulen 118 Logopädinnen und Logopäden (69 Vollzeitäquivalente) und 56 Therapeutinnen und Therapeuten der Psychomotorik (31 Vollzeitäquivalente). Die meisten Therapeutinnen und Therapeuten waren an den Regelschulen tätig: Von den rund 100 Vollzeitstellen entfielen rund 80 auf die Regelschulen und rund 20 auf die Sonderschulen. Die Anzahl der Vollzeitstellen der therapeutischen Angebote blieb in den letzten zehn Jahren relativ stabil. Wie in den Vorjahren arbeiteten auch im Schuljahr 2023/24 fast ausschliesslich Frauen in der logopädischen und psychomotorischen Therapie (97%).

Schuldienste

Die Schulpsychologischen Dienste und die Schulsozialarbeit unterstützen Kinder und Jugendliche bei der Gestaltung des Schulalltages sowie bei den unterschiedlichsten Lern- und Verhaltensproblemen. Logopädinnen und Logopäden unterstützen Kinder beim Erlernen der Sprache, zum Beispiel bei Problemen mit dem Sprachverständnis, dem Wortschatz oder der Laut-, Wort- und Satzbildung. Die Psychomotorik befasst sich mit Fragen rund um die Bewegungs- und Wahrnehmungsentwicklung, die motorisch-koordinativen Fähigkeiten oder psycho-soziale Auffälligkeiten.

Zahl der Klassenassistenzen in den vergangenen Jahren stark angestiegen

Klassenassistentinnen und -assistenten unterstützen pädagogische Prozesse im Auftrag der verantwortlichen Lehr- oder Fachperson. Sie arbeiten bei der Betreuung und Beaufsichtigung der Lernenden mit und übernehmen organisatorische und administrative Aufgaben.

Die Lehrpersonen der öffentlichen obligatorischen Regelschulen wurden im Schuljahr 2023/24 von fast 500 Assistenzpersonen unterstützt. Weiter waren rund 200 Assistenzpersonen im Rahmen der Integrativen Sonderschulung tätig. Ebenfalls eine wichtige Rolle fällt den Assistenzen an den Sonderschulen zu, wo im Schuljahr 2023/24 rund 150 Assistenzstellen besetzt waren (nur öffentliche Schulen).

Die Zahl der Klassenassistenzen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen: So waren im Schuljahr 2020/21 an den öffentlichen Regelschulen rund 130 Klassenassistentinnen und -assistenten angestellt gewesen, im Schuljahr 2021/22 waren es rund 350.

Mittlerer Beschäftigungsgrad in den Schulleitungen angestiegen

Schulleiterinnen und Schulleiter sind für die Personalführung, die Entwicklung und die organisatorische Leitung der Schulen zuständig. Im Schuljahr 2023/24 waren im Kanton Luzern 360 Personen in rund 240 Vollzeitäquivalenten in der Leitung der obligatorischen Schulen tätig.

Im vergangenen Jahrzehnt nahm die Beschäftigung in den Schulleitungen des Kantons Luzern um rund 70 Vollzeitäquivalente (+42%) zu. Der mittlere Beschäftigungsgrad stieg um 16 Prozentpunkte an (2023/24: 68 Stellenprozente). Auch der Anteil der Personen, die Vollzeit in der Schulleitung beschäftigt sind, nahm im betrachteten Zeitraum zu (2014/15: 20%; 2023/24: 27%). Diese Entwicklung hängt unter anderem mit einer Anpassung der Besoldungsrichtlinie für Schulleitungen zusammen: Seit dem Schuljahr 2020/21 muss das Pensum von Schulleiterinnen und Schulleitern mindestens 20 Stellenprozente betragen (vgl. LU 2020).

60 Prozent der in Schulleitungen tätigen Personen waren Frauen. Der Frauenanteil ist ausschliesslich in den letzten zwei Jahren gewachsen: In den Schuljahren 2014/15 bis 2021/22 hatte er noch rund 50 Prozent betragen. Wie in den vergangenen Jahren waren die meisten Schulleiterinnen und -leiter im Schuljahr 2023/24 zwischen 35 und 54 Jahre alt (65%). Das durchschnittliche Alter nahm im zeitlichen Vergleich tendenziell ab (2014/15: 49 Jahre; 2023/24: 47 Jahre).

Datenbasis

Der Bildungsbericht basiert hauptsächlich auf statistischen Daten. Die Wahl der Quellen und Auswertungsmethoden erfolgte auf der Grundlage statistischer Überlegungen und folgt den Qualitätskriterien der öffentlichen Statistik.

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