Haushaltsstrukturen
Die Haushaltsstrukturen widerspiegeln die Zusammensetzung und Lebensformen der Bevölkerung. Demografische Veränderungen wie sinkende Geburtenraten, steigende Lebenserwartung und zunehmende Individualisierung beeinflussen die Haushaltsstrukturen.
Zusammenleben verändert sich
Im Kanton Luzern haben sich die Haushaltsstrukturen in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Während in der Vergangenheit Mehrgenerationenhaushalte und grosse Familienhaushalte weit verbreitet waren, prägen heute 1- und 2-Personen-Haushalte das Luzerner Haushaltsbild. Auch der Anteil älterer Alleinlebender wächst aufgrund der alternden Gesellschaft (vgl. Altersstruktur im Dossier). So hat sich die durchschnittliche Anzahl Personen pro Haushalt seit 1970 von 3,4 auf 2,2 Personen verringert. In über zwei Dritteln der Privathaushalte leben heute höchstens zwei Personen.
Die meisten Luzerner Privathaushalte sind Familienhaushalte, nämlich rund zwei Drittel. Ihr Anteil nimmt jedoch stetig ab.
Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Wohnraumplanung, die Sozialpolitik und die Nachfrage nach Betreuungs- und Pflegeangeboten.
Neuste Ergebnisse
Haushaltsstrukturen 2024
Kleine Haushalte prägen das Bild
Im Jahr 2024 zählte der Kanton Luzern insgesamt 193'215 Privathaushalte. Das sind 2'533 Haushalte oder 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. In gut jedem dritten Luzerner Haushalt lebte nur eine Person (35,1%), ebenso häufig gab es Haushalte mit zwei Personen (34,1%). Haushalte mit drei oder vier Personen machten 12,0 bzw. 12,8 Prozent aus. Haushalte mit fünf oder mehr Personen stellten lediglich 5,9 Prozent aller Haushalte.
Betrachtet man nicht die Zahl der Haushalte, sondern die Zahl der darin lebenden Personen, ergibt sich ein anderes Bild: Die meisten Menschen wohnten in 2-Personen-Haushalten (30,7%). Insgesamt 23,1 Prozent der Luzerner Bevölkerung lebten in einem 4-Personen-Haushalt, während 16,2 Prozent in einem Haushalt mit drei Personen wohnten. Allein lebten 15,8 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner. In Haushalten mit fünf oder mehr Personen lebten 14,3 Prozent der Bevölkerung. Damit zeigt sich: Obwohl grosse Haushalte nur einen kleinen Anteil an allen Privathaushalten ausmachen, lebt ein vergleichsweise grosser Teil der Bevölkerung in ihnen.
Grosse Haushalte werden seltener
Zwischen 1970 und 2000 hat sich im Kanton Luzern der Anteil der 1-Personen-Haushalte von 15,3 auf 33,4 Prozent mehr als verdoppelt. Seither blieb dieser Wert weitgehend stabil (2024: 35,1%). Auch der Anteil der Privathaushalte mit zwei Personen ist seit 1970 gestiegen. Im Gegensatz dazu waren die Anteile der Haushalte mit drei oder mehr Personen in den letzten Jahrzehnten rückläufig. Während 1970 noch knapp ein Viertel aller Haushalte aus fünf oder mehr Personen bestand (24,7%), sank ihr Anteil bis 2024 auf 5,9 Prozent.
Die Zunahme kleinerer Haushalte führte dazu, dass die durchschnittliche Haushaltsgrösse seit 1970 deutlich sank – von 3,43 auf 2,23 Personen im Jahr 2024.
Viele 1-Personen-Haushalte in der Stadt Luzern
Ein Vergleich der Luzerner Gemeinden zeigt deutliche Unterschiede in der Haushaltsstruktur. So sind 1-Personen-Haushalte in städtischen Gebieten wesentlich stärker verbreitet als auf dem Land. Den höchsten Anteil an 1-Personen-Haushalten verzeichnete 2024 die Stadt Luzern mit 45,7 Prozent, gefolgt von Vitznau (40,9%) und Kriens (38,0%). Am seltensten lebten Personen allein in den Gemeinden Rain (22,1%), Schlierbach (23,2%) und Altishofen (23,6%).
Betrachtet man die Anteile der grösseren Haushalte mit vier und mehr Personen, kehrt sich das Muster um: Die ländlich geprägten Gemeinden Schlierbach (30,4%), Hergiswil (27,6%) und Meierskappel (27,2%) wiesen hier die höchsten Anteile auf. Am wenigsten verbreitet waren grosse Haushalte dagegen in Weggis, Luzern (je 12,1%) und Vitznau (12,7%).
LUSTAT Statistik Luzern / 17. September 2025 / Autorin: Sibylle Haas
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