Am 1. Juni 2023 standen im Kanton Luzern 2'009 Wohnungen leer. Das entspricht einer Leerwohnungsziffer von 0,96 Prozent. Die Leerwohnungsziffer war im Vorjahr erstmals seit 2015 unter die 1-Prozent-Marke gefallen. Im Vergleich dazu hat sie 2023 leicht zugenommen. Gemessen am Bestand waren Klein- und Kleinstwohnungen mit 1 Zimmer am häufigsten und Wohnungen mit 5 Zimmern am seltensten unbesetzt. Das Untere Wiggertal ist die Luzerner Region mit der höchsten und die Region Sursee/Sempachersee jene mit der niedrigsten Leerwohnungsziffer.
Die Zahl der am 1. Juni 2023 im Kanton Luzern leerstehenden Wohnungen (inkl. Einfamilienhäuser) nahm gegenüber dem Vorjahr um 124 auf 2'009 Wohnungen zu (+6,6%). 84 Prozent der Leerwohnungen waren Miet- und 16 Prozent Kaufobjekte. Die Leerwohnungsziffer, die den Anteil leerstehender Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand misst, nahm um 0,05 Prozentpunkte auf 0,96 Prozent zu. Damit lag sie weiterhin unter der 1-Prozent-Marke, welche im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 unterschritten worden war.
Von den am Stichtag leerstehenden Wohnungen waren 129 Einheiten oder gut 6 Prozent innerhalb der letzten beiden Jahre fertiggestellt worden. 1'880 Wohnungen beziehungsweise rund 94 Prozent waren früheren Baudatums. Die Grössenkategorie der 3- und 4-Zimmer-Wohnungen, auf welche 56 Prozent des Luzerner Gesamtwohnungsbestands entfallen, umfasste 680 beziehungsweise 527 Leerwohnungen. Es folgten die Wohnungen mit 2 Zimmern (308 Leerstände) und solche mit 1 Zimmer (188). In absoluten Zahlen gab es in den Kategorien der 5-Zimmer-Wohnungen (178) und der Wohnungen mit 6 und mehr Zimmern (128) am wenigsten Leerstand. Zu den vielräumigen Wohnungen gehören auch die meisten Einfamilienhäuser; mit 121 Häusern waren von ihnen 31 mehr unbesetzt als noch 2022 (90).
Im Wohnungsgrössensegment mit bis zu 3 Zimmern standen anteilmässig deutlich mehr Wohnungen leer als bei den Wohnungen mit 4 und mehr Zimmern. Der Anteil der Leerwohnungen am Wohnungsbestand war bei den 1-Zimmer-Wohnungen am höchsten (2,08%). Von den 3- und 2-Zimmer-Wohnungen waren 1,31 respektive 1,19 Prozent unbesetzt, von den Wohnungen mit 4 sowie mit 6 und mehr Zimmern 0,82 respektive 0,55 Prozent. Anteilmässig am wenigsten Leerstände gab es bei den Wohnungen mit 5 Zimmern (0,51%).
Im Vergleich zu 2022 hat die Leerwohnungsziffer in vier der sechs Wohnungsgrössensegmenten zugenommen. Im Grössensegment der Wohnungen mit 1 sowie 6 und mehr Zimmern war die Zunahme am stärksten (+0,34 bzw. +0,26 Prozentpunkte), bei den Wohnungen mit 3 Zimmern am schwächsten (+0,02 Pp.). Eine leichte Abnahme der Leerwohnungsziffer wurde in den Grössensegmenten der 2-Zimmer- und 4-Zimmer-Wohnungen verzeichnet (–0,06 bzw. –0,04 Pp.).
Die regionalen Leerwohnungsziffern weichen zum Teil deutlich vom kantonalen Mittelwert von 0,96 Prozent ab. Am rarsten waren Leerwohnungen 2023 in den Analyseregionen Sursee/Sempachersee, Agglomerationsgürtel und Seetal, wo am Stichtag 0,38, 0,46 beziehungsweise 0,48 Prozent aller Wohnungen leer standen. Am höchsten war die Leerwohnungsziffer wie schon in den letzten sieben Jahren in der Region Unteres Wiggertal (1,49%). In der Stadt Luzern lag der Leerwohnungsanteil oberhalb des kantonalen Mittels: Am 1. Juni 2023 waren 542 Wohnungen oder 1,14 Prozent des städtischen Wohnungsbestands unbesetzt.
Gegenüber 2022 verzeichneten 6 Luzerner Analyseregionen eine Abnahme und 5 Regionen eine Zunahme ihrer Leerwohnungsziffer. Am stärksten ging der Leerwohnungsanteil in den Regionen Rottal-Wolhusen (–0,34 Prozentpunkte) sowie Unteres Wiggertal und Seetal (jeweils –0,31 Pp.) zurück. Im Agglomerationsgürtel (–0,15 Pp.) und im Entlebuch (–0,08 Pp.) nahm die Leerwohnungsziffer deutlich schwächer ab. Die stärkste Zunahme des Leerwohnungsanteils verzeichnete die Stadt Luzern (+0,26 Pp.). In drei weiteren Regionen (Agglomerationskern, Willisau, Rooterberg/Rigi) stieg der Leerwohnungsanteil zwischen +0,09 und +0,15 Prozentpunkten, während er in den Regionen Michelsamt/Surental (–0,01 Pp.) und Sursee/Sempachersee (+0,02 Pp.) nahezu unverändert blieb.
In absoluten Zahlen standen am 1. Juni 2023 in der Stadt Luzern und in Emmen am meisten Wohnungen (inkl. Einfamilienhäuser) frei – bei Leerwohnungsziffern von 1,14 respektive 2,75 Prozent (Kanton: 0,96%). Nahezu ein Viertel aller 80 Luzerner Gemeinden hatte am Stichtag Leerstände von lediglich 1 bis 3 Objekten (19 Gemeinden). Ihre Leerwohnungsziffern lagen zwischen und 0,06 Prozent (Rothenburg) und 0,96 Prozent (Fischbach). Über gar keine Leerstände verfügten Romoos und Dierikon. Die höchste Leerwohnungsziffer wies Alberswil mit 5,25 Prozent aus.
Die aus der Leerwohnungszählung (Stichtag: 1. Juni) abgeleitete Leerwohnungsziffer misst den Anteil der am Markt angebotenen leerstehenden Wohnungen (inkl. Einfamilienhäuser) am gesamten Wohnungsbestand am Ende des Vorjahrs. Die Leerwohnungsziffer 2023 basiert auf dem Wohnungsbestand am 31. Dezember 2022. Die Leerwohnungsziffer ist einer von mehreren Kennzahlen zum Wohnungsmarkt. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt kann mit ihr nicht abschliessend beurteilt werden; insbesondere sind längerfristige zeitliche Vergleiche der Leerwohnungsziffer schwierig, da sich die Vermittlung von Wohnobjekten in den letzten Jahren gewandelt hat.
Autor: Khanh Hung Duong / 11. September 2023